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Reise zur rauen Ostküste Neufundland - Kanada Lodges, Natur Aktiv, Reiseidee und Tierbeobachtung

Reisebericht - Henrike Baum
Eine Woche Neufundland
und Labrador
ab/bis St. Johns
Tierbeobachtung


Nach langer Vorfreude soll es heute endlich los gehen! Auf nach Neufundland und Labrador - endlich wieder Kanada!
Mein Flug von Münster nach Frankfurt hat zwar einige Minuten Verspätung, trotzdem treffe ich meine Mitreisenden pünktlich am Gate für unseren Air Canada Flug über Ottawa nach St. Johns. Mit von der Partie sind u.a. Nina Braukmann von Destination Canada und Sigi Gutsch als Vertreter der Air Canada. Da wir noch ein paar Minuten Zeit haben lädt uns Sigi spontan in die Air Canada Lounge ein. Diese überblickt den Frankfurter Flughafen und ist ausschließlich mit kanadischen Materialien ausgestattet worden. Eine sehr gemütliche und besondere Art auf den Langstreckenflug zu warten!

Gegen 10 Uhr begeben wir uns dann aber doch zum "normalen" Gate und nach ein paar Minuten startet auch schon unser Flug nach Ottawa. Dieser verläuft recht ruhig und schon nach gut sieben Stunden stehe ich am Airport der kanadischen Hauptstadt. Die Einreise verläuft problemlos. Da wir jedoch ca. 1 Stunde Verspätung aus Frankfurt mitgebracht haben, werden wir als Gruppe vom Flughafen-Personal gesondert durch Grenzkontrolle und Security-Check zu unserem Anschluss-Flug nach St. John's gebracht. Cool - noch ein Super-Sonder-Service heute!
Keine drei Stunden später bin ich in Neufundland - in St. John's. Hier werde ich sehr herzlich von den Vertretern von Newfoundland Tourism begrüßt und zum Sheraton Hotel in "Downtown" St. John's gebracht. Das Hotel ist von außen unscheinbar, ein grauer Betonbau inmitten der vielen, eigentlich ja so typisch bunten Häuser. Aber der Blick aus meinem Hotelzimmer ist der Hammer! Ich schaue direkt auf den Hafen von St. John's - WOW! Schnell die Brocken auf´s Zimmer geschmissen und raus. Habe noch etwas Zeit für einen ersten kurzen Gang durch's Städtchen. Die bunten Häuser nennen sie hier "Jelly Bean"-Häuser - nach der in Kanada bekannten, bunten Süßigkeit. Dann auf zum Dinner - es gibt sogar extra einen kleinen Empfang für uns. Noch einmal werden wir offiziell begrüßt und uns wird das grobe Programm für die kommende Woche vorgestellt. Also Leute, es warten wirklich aufregende Dinge auf mich und ich freue mich schon sehr euch auf meinem Trip an der Ostküste Neufundlands mitzunehmen! Jetzt falle ich aber erst einmal todmüde in mein Bett.

Guten Morgen, Kanada! Good Morning, Newfoundland! Nach dem Frühstück geht es schon früh für mich rauf zum Signal Hill. Dieser überblickt St. John's und war während der Weltkriege eine wichtige Station für ankommende Schiffe und Soldaten. Heute ist er historischer Gedenkpunkt und schenkt dem Besucher einen tollen Blick über die Hauptstadt Neufundlands - grandios! Trotz Regen und etwas Nebel kann mein Blick über St. John's hinweg bis hin zum Horizont über den Atlantik schweifen!

Nach einem kurzen Besuch im Visitor-Zentrums (sehenswert!) geht es zum Mittagessen in "The Rooms" in Downtown St. John's. Also, an all diese herrlichen Ausblicke auf den Hafen kann man sich echt gewöhnen! Nach dem Lunch fahren wir weiter nach Bay Bulls. Endlich - denn hier soll für mich ein riesiger Traum in Erfüllung gehen: eine Whale Watching Tour! Schon immer wollte ich Wale in ihrem natürlichen Umfeld sehen! Bei "Gatheralls Puffin and Whale Watch" decken wir uns noch mit regenfesten Hüten ein. Dann geht es hinaus auf den doch recht aufgewühlten Atlantik.
Schon nach wenigen Minuten das erste Highlight: Delphine! Mit denen hatte ich gar nicht gerechnet. Noch ein Punkt zum Abhaken auf meiner "Bucket-List". Die drei Meeressäuger spielen um unser Boot herum und scheinen eine Menge Spaß zu haben. Immer wieder schwimmen sie neben oder unter unserem Boot her, um dann über die Wellen zu springen! Wunderschön! Zwar frieren mir fast die Finger ein als ich versuche einige Bilder mit meiner Kamera zu machen, aber irgendwie vergisst man das auch schnell angesichts solcher Erlebnisse.

Und dann taucht er plötzlich direkt vor uns auf - der mächtige Buckelwal! Und noch ein zweiter! Mehrere male tauchen die beiden direkt vor dem Boot auf. Ich bin überwältigt - euphorisiert. Und natürlich - ich mache den Anfängerfehler und vergesse zu fotografieren. Aber es gibt Zeugen! Mann, was für eine tolle Erfahrung. So langsam beginne ich zu erahnen, wie facettenreich die wilde Ostküste Kanadas tatsächlich ist! Weiter geht es zu einer kleinen vorgelagerten Insel. Hier brüten Papageientaucher. "Puffins" werden sie hier genannt. Echt beeindruckend, doch ich merke, dass ich noch voller Adrenalin von den Walbegenungen stecke. Nach einigen Fotos geht es zurück zum Anleger. Die Tour dauerte etwa 2 Stunden und ist jetzt schon ein absolutes Highlight meines Trips nach Neufundland - und dass, obwohl wir sicher nicht das beste Wetter hatten. Auf nach Quidi Vidi. In diesem Stadtteil von St. John's nehme ich an einer Bier-Verkostung der Quidi-Vidi Brewery teil. Neben einigen "regulären" Biersorten, darf ich auch das in Neufundland berühmte Iceberg Beer testen. Spannend - das wird tatsächlich ausschließlich mit Wasser aus Eisbergen hergestellt - super-lecker und erfrischend - ein Sixpack wird sich definitiv mit mir auf den Weg zurück nach Deutschland machen! Dinner im "The Fith Ticket" in St. John's. Ich bestelle "Cod", also Kabeljau, der hier gefangen wird. Auch super-lecker. Meine absolute Empfehlung! Na, das war doch wohl schon einmal ein Super-Tag in Neufundland - so kann's weitergehen! Morgen geht es weiter gen Norden in Richtung Cupids Cove, an der Ostküste Neufundlands entlang. Ich freue mich.

Der heutige Tag startet noch einmal mit einem gemütlichen Frühstück in der Sheraton Lounge - mit Blick über den Hafen von St. John's. Das Wetter spielt irgendwie noch nicht richtig mit - es regnet in Strömen. Aber dies ist einer dieser besonderen Orte, an denen selbst das die Aussicht nicht wirklich verderbenkann. Außerdem wartet ein spannender Tag auf mich.
Auf geht es nach Cupids Cove. Hier besichtigen wir das Visitors Center und eine archäologische Ausgrabungsstätte - recht interessant. Zugegebenermaßen bin ich bei kaltem Wind und leichtem Regen dann allerdings froh, als wir uns auf den Weg zum "Cupids Haven B&B" machen. Das Bed&Breafast ist eine ehemalige Kirche und unser heutiger Lunch-Stop. Wer hat schon mal in einer Kirche Macaroni and Cheese bestellt? Ich! Ein toller Lunch. Essen und Atmosphäre, denn das B&B ist zudem noch liebevoll und recht urig eingerichtet.
Wir machen wir uns nun auf den Weg zum Terra Nova Nationalpark. Kurzer Stopp bei Tim Horton's - klar, was muss, das muss! Und dann bricht auch die Wolkendecke auf und die Sonne kommt heraus - endlich! Von der wunderschönen Landschaft des Nationalparks, die ich durch das Fenster bewundere, kann ich mich kaum losreißen. Doch bald haben wir das Ziel für den heutigen Tag erreicht - den kleinen Ort mit dem bezeichnenden Namen "Happy Adventures". Im Happy Adventures Inn werden zum Dinner unter anderem "Moose Burger" serviert - sehr besonders, sehr lecker!
Nach dem Abendessen steht "Wine Tasting and Painting" auf dem Programmpunkt. Mit einem guten Glas Wein in der Hand erhalte ich eine professionelle Anleitung zum Malen eines Bildes. In unserem Fall malen wir gemeinsam einen tauchenden Wal im Sonnenuntergang. Vielleicht etwas kitschig, aber sehr, sehr spaßig. Und was für eine coole Idee: Mangelndes Talent wird einfach durch leckeren Wein ausgeglichen - ein wirklich unterhaltsamer Abend. In Sachen Übernachtung habe ich heute das Glück im "Prints of Whales" zu übernachten. Ein süßes kleineres Anwesen mit 5 Zimmern. Jedes der Zimmer ist einem anderen Wal gewidmet und sehr liebevoll eingerichtet! Bin gespannt wie es sich im "Beluga Room" schläft. Gute Nacht!

Wie könnte der Tag besser als mit einem hausgemachten Frühstück in einem gemütlichen B&B starten? Nach Rühreiern und Fishcake starte ich mit einem Rundgang durch einige weitere B&B-Pensionen in der Gegend. Danach geht es zurück zum "Happy Adventures Inn", wo wir ja schon den gestrigen Abend verbracht haben. Von hier aus startet jetzt die nächste Boot-Tour - zunächst bin ich doch etwas über das doch sehr kleine Zodiac-Boot überrascht. Hätte ich in dem Moment allerdings schon gewusst was mich gleich erwartet, wäre mir das wohl auch von vornherein egal gewesen.
Und los. Wieder hinaus auf den Atlantik. Schon nach kurzer Zeit grüßt mich ein Weisskopf-Adler von einem der Bäume am Ufer - sehr majestätisch! Und dann entdecke ich am Horizont plötzlich etwas Weißes - ist das tatsächlich ein Eisberg? Es war schon immer ein sehr großer Traum von mir einen Eisberg zu sehen! Zunächst fahren wir aber noch ein wenig an der Küste entlang. Und irgendwie überschlagen sich die Dinge dann doch, denn plötzlich ruft der Kapitän laut: "Oh, look! Humpbacks!" Und dann tauchen direkt vor meinen Augen mehrere Buckelwale aus dem Wasser auf - ich fasse es nicht! Mehrfach schwimmen die großen Meeressäuger noch am Boot vorbei, bevor ich sie irgendwann nicht mehr sehen kann. So schön - so erhaben! Zwei Mal Wale live und in freier Natur - und das in nur wenigen Tagen! Danke, Neufundland!

Jetzt aber auf zum Eisberg. Je näher wir diesem kommen, umso mehr wird mir bewusst, wie groß dieses Stück Eis im Meer sein muss! Unser Captain fährt uns wirklich sehr nah an den Eisberg heran - er ist selbst fasziniert! Was ein Erlebnis! Er manövriert das Boot um den Eisberg herum und ich habe die Möglichkeit einige ganz besondere Fotos zu machen. Selbst während ich diese Zeilen schreibe, fehlen mir eigentlich noch immer die Worte, um das zu beschreiben, was ich in diesem Moment erleben durfte!
"Leider" müssen wir irgendwann wieder zurück zum Ufer. Dort wartet ein Picknick auf uns bevor es mit dem Bus weiter geht nach Gander. Hier schauen wir uns den kleinen internationalen Flughafen an. Dieser diente am schwarzen 11. September als Zwischenlandung für 32 Flugzeuge, die auf dem Weg in die USA vorzeitig zur Landung gezwungen wurden. Später kann ich mein Zimmer im Comfort Inn beziehen. Dieses ist von außen recht unscheinbar, mein Zimmer ist allerdings sehr sauber und schön eingerichtet - absolut zu empfehlen! Bevor es morgen weiter nach Twillingate geht, haben wir ein gemütliches Dinner mit Live-Musik in einem der lokalen Bistros. Morgen stehen unter anderem ein Hummer-Lunch und ein Wein-Tasting auf dem Programm - ich bin sehr gespannt!

Nach einer ruhigen Nacht in Gander geht es recht früh weiter in Richtung Twillingate. Auf dem Weg stoppen wir an einem Museum über die First Nations in Neufundland - den Beorthuk. Das Museum ist sehr informativ. Wir wandern noch etwa drei Kilometer durch den umliegenden Wald - dann geht es weiter. Next Stop "Sansome's" Restaurant. Es soll ja eines der besten Hummer-Restaurants Neufundlands sein! Wer jetzt Fine Dining erwartet, liegt aber komplett daneben. Es handelt sich hier um ein kleines Lädchen direkt am Wasser mit einer wunderbaren Aussicht. Aber genau diese kleinen, versteckten Locations sind ja häufig die echten Geheimtipps. Den Hummer, der später auf dem Teller landet, sucht man sich selbst aus. OK, zugegeben: Ich bin kein großer Sea-Food-Fan, aber ich probiere bei meinem Tischnachbarn ein Stück Hummer. Lecker - erstaunlich! Aber gut, jetzt hab' ich mir halt schon Fish 'n Chips bestellt. Und die sind auch sehr lecker. Kurz, das kleine, aber wirklich gute Restaurant ist wirklich einen Stop wert.

Weiter geht es in Richtung Twillingate. Dort wartet die Weinverkostung bei der "Auk Island Winery" auf mich. Ja, wir haben ein schlimmes Leben! Die Weine sind anders, aber lecker. Recht süß, da sie aus Beeren hergestellt werden und eher als Dessert-Weine gedacht sind. Ein paar Sorten werden aber auch hier mit Eisberg-Wasser hergestellt. In jedem Fall besonders. Als nächsten Programmpunkt steht noch einmal eine Eisberg-Bootstour auf dem Programm. Ich freue mich sehr, dass es noch einmal auf den Atlantik geht. Nach etwa 30 Minuten erreichen wir einen großen Eisberg. Im Vergleich ist dieser zwar etwas kleiner als der gestrige, aber auf´s Neue bin ich beeindruckt wie wunderschön und majestätisch diese Eisblöcke vor der Küste Neufundlands thronen. Unser Captain manövriert uns um den Eisberg herum und ich habe noch einmal die Möglichkeit ein paar tolle Fotos zu machen. Dann entdecken wir im Wasser ein paar kleinere Eisstücke, die natürlich schnell aufs Boot gezogen werden. Wer möchte nicht ein Foto mit Eisberg-Eis in den eigenen Händen haben! COOL! Als dann noch eine Robbe etwas entfernt aus dem Meer auftaucht ist der Ausflug perfekt. Auf dem Rückweg fahren wir die Küste entlang. Dank des strahlenden Sonnenscheins ist es dieses Mal auch nicht kalt. Die Touristikerin in mir vergleicht diese und die gestrige Tour, obwohl man das vielleicht nicht tun sollte. Vielleicht war die gestrige doch noch etwas spannender und ein Stück weit persönlicher. Aber das kann natürlich auch tagesformabhängig sein. In Summe sind beide Touren absolut besonders - beide eine klare Empfehlung von mir.

Das nächste Highlight ist die "Screech-In"-Zeremonie. Bei der konsumiert man ein Stück Wurst, trinkt einen Screech (ähnlich wie Whiskey) und küsst einen (Plüsch-) Puffin. Hat man dies gemeistert, darf man sich offiziell als Neufundländer bezeichnen. Klar, Blödsinn - aber sehr spaßig und eine tolle Idee!

Ich checke mich in mein Zimmer im "Anchors Inn" ein. Es ist alles super-sauber und schön eingerichtet. Zum Inn gehören noch ein Restaurant - in dem ein leckeres Dinner auf uns wartet - und eine kleine Bar. Nach dem Dinner mache ich am Long Point Lighthouse Fotos von einem wunderschönen Sonnenuntergang. Das rundet den Tag so wunderbar ab! Nach einem Gute-Nacht-Eisberg-Bier geht es dann aber auch ab ins Bett - morgen geht es nach Fogo Island - ich freue mich schon sehr!

Heute Morgen starten wir früh aus Twillingate in Richtung Fogo Island. Echte Kanada-Fans verbinden mit diesem Ort sicherlich ein ganz besonderes Fotomotiv, andere haben dort vielleicht auch schon mal übernachten dürfen. Nach etwa einer Stunde Fahrt erreichen wir den Anleger für die Fähre nach Fogo Island. Das Schiff wurde erst vor kurzem in Betrieb genommen und verkehrt in den Sommermonaten täglich mehrfach zwischen beiden Orten. Unsere Fähre ist pünktlich um 10:30 Uhr für die 45min-Überfahrt startklar. Ich setze mich aufs obere Deck und genieße die Aussicht auf Fogo Island und den Atlantik. Dank des strahlend blauen Himmels ist es trotz kräftigem Wind angenehm draußen zu sitzen.

Die Fahrtzeit vergeht schnell und schon bald setze ich den ersten Fuß auf Fogo Island. Und dann ein Highlight des heutigen Tages: Ich habe die Möglichkeit an einer Tour durch das berühmte "Fogo Island Inn" teilzunehmen. Zuerst genießen wir jedoch ein leckeres Mittagessen mit Blick auf den Atlantik. Zwei Eisberge im Hintergrund - in diesem Moment möchte ich an keinem anderem Ort sein! Als nächstes werden wir durch das Hotel geführt. Tolle Architektur. Tolles Design. Tolles Hotel! Wer immer eine Reise nach Neufundland unternimmt, sollte über einen Aufenthalt im "Fogo Island Inn" nachdenken. Echt besonders!

Noch ein paar letzte Fotos und schon geht es weiter zum nächsten Programmpunkt. Ich erklimme nun den "Brimstone Headtrail". Die Aussicht von hier ist phänomenal! Ich glaube die Bilder sprechen für sich! Als nächstes beziehe ich mein Zimmer in "Penny's Vacation Home". Einfach, aber sauber. Für eine Nacht ok, sicher aber nicht das Unterkunfts-Highlight meines Trips. Zum Dinner geht es zu "Nicole's Café". Leckere Nudeln und noch besserer Eisberg-Gin-Tonic! Den Abend beenden wir früh aber gemeinsam und natürlich mit ein paar frisch gekühlten Eisberg-Bieren. Morgen geht es schon früh zur Fähre, wenn wir uns auf den Weg zurück nach St. John's machen.

Schon früh mache wir uns heute Morgen auf den Weg von Fogo Island zurück nach St. John's. Das Ende dieses phänomenalen Trips naht - leider! Nach einem guten kanadischen Frühstück fahren wir zum Fähranleger. Dieses Mal verbringe ich die Überfahrt allerdings nicht auf dem Außendeck, da das Wetter nebelig und kalt ist. Den Rest des Tages verbringe ich im Bus. Die Fahrtzeit nach St. John's beträgt normalerweise gute vier Stunden. Wegen des Nebels und des einsetzenden Regens kommen wir aber etwas langsamer voran. Für mich aber eine willkommene Gelegenheit den bisherigen Trip schon einmal ein wenig Revue passieren zu lassen: Als ich erfuhr, dass es für mich eine Woche nach Neufundland gehen soll, war mir nicht wirklich klar, was genau mich erwarten würde. Das "kleine" Stückchen Erde im östlichen Kanada war mir zwar geografisch bekannt, das war's aber auch fast schon. Tja, und dass meine Erwartungen so sehr übertroffen werden würden, das hätte ich niemals gedacht!

Drei Dinge haben sich bereits jetzt bei mir eingeprägt:
MENSCHEN: Ob es nun die wirklich freundliche Begrüßung am Flughafen, die tollen Gastgeber in den Unterkünften oder die gut gelaunten Tourguides waren. Ich wurde überall sehr herzlich empfangen, habe tolle Gespräche geführt und habe mich inmitten der Neufundländer sehr, sehr wohl gefühlt.
WILDLIFE: Klar, wer nach Kanada fährt, hofft auch ein paar Tiere in der einmaligen Natur zu sehen. Dass es letztlich Adler, Robben, Delphine, sogar Buckelwale(!) und viele weitere Tiere geworden sind - auch damit hatte ich nicht gerechnet. Ich bin noch immer ganz begeistert! Die Tier-Vielfalt in Neufundland ist besonders!
NATUR: Nicht nur Tiere, sondern auch Eisberge standen schon immer auf meiner "Bucket-List". Hätte ich erwarten können, dass ich an beinahe jedem meiner Tage hier in Neufundland Eisberge sehe? Sicher nicht! Umso faszinierender waren die Bootstouren auf dem Atlantik. Und auch als Kulisse im Hintergrund des Fogo Island Inns wirkten die Eisberge erhaben, majestätisch. Anders kann ich es nicht sagen. Ach, und dann die wunderschönen Strände, tollen Küsten, Fjorde, und dieses Extra an Einsamkeit, das für die Erholung aus dem Alltag so entscheidend sein kann!
Ok, genug reflektiert. ;-) Zurück in St. John's checken ich noch einmal im Sheraton ein und genieße den letzten gemeinsamen Abend mit meinen Mitreisenden an der Bar im Hotel. Morgen geht es leider schon wieder zurück nach Deutschland. Ganz ehrlich, ich fühle mich noch gar nicht bereit. So gern würde ich noch länger bleiben - doch es wird wohl Zeit, dass ich mich im SK-Blockhaus im Münsterland zurückmelde. Aber noch bin ich nicht durch hier: Auf dem Programm stehen für morgen noch 2 Punkte - aber dazu morgen mehr!

Zum letzten mal wache ich auf in meinem bequemen King-Size-Bed in St. John's, Neufundland. Nach einem schnellen Frühstück packe ich meine Sachen und die vielen Mitbringsel in meinen Koffer. Zwei Fläschchen Iceberg-Wodka und Squeetch und natürlich einen kleiner Plüsch-Puffin sind selbstverständlich dabei! Bevor es zum Airport geht, besichtige ich noch das Geo-Center von St. John's. Dort gibt es unter anderem eine Ausstellung über den Untergang der Titanic zu bestaunen. In St. John's waren damals die ersten Not-Signale der sinkenden Titanic angekommen. Das Museum ist interaktiv gestaltet und gerade auch für Kinder zu empfehlen.

Weiter geht's zum Cape Spear - dem östlichsten Ort Nordamerikas. Wir wandern ein Stück zum dortigen Leuchtturm herauf. Plötzlich tauchen im rauen Atlantik vor uns mehrere Wale auf. Es ist fast so als würde uns Neufundland auf ganz besondere Weise "Goodbye" sagen. Ich staune und genieße noch einmal invollen Zügen und beginne damit, mich langsam innerlich von diesem tollen Fleckchen Erde zu verabschieden. Nicht für immer. Wahrscheinlich nicht einmal für lange Zeit. Denn ich komme wieder - das ist mir jetzt schon klar. So ganz langsam geht es dann in Richtung Airport. Unterwegs noch ein Lunchstop im botanischen Garten von St. John's und - natürlich! - ein Stop in der Shopping-Mall der Hauptstadt. Am Airport checke ich ein und schon bald startet der Flug nach Toronto. Goodbye Newfoundland! Vielen Dank für einen ganz besonderen Trip und eine unglaublich tolle Zeit!

In Toronto verabschiede ich mich von Sigi Gutsch von der Air Canada. Er fliegt noch weiter nach Calgary. Er lädt uns aber noch einmal in die Maple Leave Lounge ein, wo ich sehr entspannt auf meinen Flug nach Frankfurt warten kann. Das letzte Highlight dieser Reise ist der Flug mit dem neuen 787-Dreamliner der Air Canada. Mein Kollege Thomas hat ja in seinem letzten Post schon von diesem Flugzeug geschwärmt und er sollte absolut Recht behalten. Das Flugzeug ist sehr modern, größere Fenster und Monitore, bequeme Sitze und Mood-Light, dass den Nacht-Flug sehr angenehm macht. Die knapp 8 Stunden vergehen schnell und schon bald lande ich in Frankfurt. Bevor ich meinen Anschluss-Flug nach Münster nehme, verabschiede ich mich noch von meinen Mitreisenden. Schade, dass die die Woche so schnell verging, ich hatte eine unglaublich schöne Zeit - vielen Dank, Destination Canada und Air Canada! Danke Neufundland!