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Polarbärenhauptstadt Manitoba - Kanada Tierbeobachtung

Polarbärenhauptstadt Churchill


Text zum Textwettbewerb 2017
Autor: Kristin Adelsberger


27. Juli 2017
Auf geht’s mit Air Canada nach Winnipeg! Hier startet unser Programm mit der Unterkunft im Hilton Suites Winnipeg Airport. Mit dem hoteleigenen Shuttle wurden wir am Flughafen abgeholt und in weniger als 5 Fahrminuten zum Hotel gebracht. Im Hotel wurden wir mit einem Begrüßungsgeschenk der Lazy Bear Lodge willkommen geheißen - für jeden einen Metallkofferanhänger mit einem Eisbären darauf, kleine Schokoladeneisbären und pro Person einen Wassertrinkbeutel sowie ein Taxigutschein für die Fahrt vom Hotel Inn at the Forks zum Flughafen Winnipeg für den letzten Tag der Reise. Aber an diesen Tag wollten wir ja jetzt noch gar nicht denken…

28. Juli 2017
Nach dem wir uns bei einem Frühstück im Hotelrestaurant ausgiebig gestärkt hatten, begrüßte uns kurz nach 8 Uhr eine Mitarbeiterin der Lazy Bear Lodge in der Hotellobby. Wir wurden komfortabel zum Flughafen gebracht, wo der Charterflug der Calm Air auf uns wartete, um uns in gut 2 Stunden Flugzeit nach Churchill zu bringen. Dort kamen wir gegen Mittag an und wurden schon von Gerald, unserem Guide für die nächsten Tage in Churchill, erwartet. Unsere Gruppe bestand aus 13 Leuten, hauptsächlich Amerikaner und Kanadier. Wir waren die zwei einzigen aus Europa. Mit einem alten Schulbus ging es zur Lazy Bear Lodge, wo wir eineinhalb Stunden Zeit hatten, um uns beim Lunch zu stärken. Um 14:30 Uhr begann dann unsere „Cultural & Heritage Tour“. Wir besuchten das Cape Merry, wo Hudson Bay und Churchill River zusammen fließen. Und da sahen wir sie schon: die Belugawale. Wir hatten den Juli als Reisemonat gewählt, da von Ende Juni bis Anfang August die Belugawale und viele arktische Blumen zu bewundern sind. Die Wahrscheinlichkeit, Eisbären zu sichten, liegt im Juli zwar zwar deutlich unter den fast 100 % im Herbst, aber wir hofften dennoch sehr, auf Eisbären zu stoßen.

Anschließend ging es zu Miss Piggy, einem C-46 Kommando Frachtflugzeugwrack. Es befindet sich in beeindruckender Natur.
Der letzte Ausflugsanlaufpunkt war dann das Eisbärengefängnis – auch ein sehr interessanter und sehenswerter Ort. „Problem“-Eisbären werden hier für 30 Tage untergebracht, bevor sie wieder in die Wildnis entlassen werden.

29. Juli 2017
Mit einem leckeren Frühstück in der Lazy Bear Lodge starteten wir in den Tag. Um 8 Uhr ging es erneut zum Cape Merry – ein Eisbär war in der Früh in dieser Gegend gesichtet worden und wir wollten ihn natürlich auch sehen. Aber leider fanden wir ihn nicht, konnten jedoch wieder zahlreiche Belugas sehen. Um 13 Uhr startete unsere „Tundra Tour“. Mit einem „Arctic Crawler“ der Lazy Bear Lodge waren wir unterwegs – sehr interessante Gefährte mit einem Ofen, einer kleinen Küche und WC ausgestattet. Es war ein spannendes Erlebnis – leider ohne Eisbärensichtung.

30. Juli 2017
Erneut gut gestärkt vom reichhaltigen Frühstücksbuffet ging es um 11 Uhr zu unserer Whalewatching Tour. Gerald war unser Zodiacfahrer und zu acht starteten wir unser Belugawal-Abenteuer. Wir sahen unzählige Belugawale, auch viele mit ihren Babies. Sie schwammen direkt am Zodiac umher. Es war ein fantastisches Naturerlebnis.
Nach dem Lunch ging es dann auf die „Coastal Tour“. Mit einem großen Schnellboot starten wir gegen 16 Uhr unseren sechsstündigen Ausflug. Und schon nach 15 Minuten auf dem Boot war es soweit: Eisbären in Sicht! Wir trauten unseren Augen nicht! Aber wir fuhren näher an die Küste heran und es war soweit. Der langersehnte Augenblick war da: eine Eisbärenmutter mit ihren zwei Jungen. Unbeschreiblich und ohne Worte. Wir genossen den Augenblick und machten viele Fotos. Fantastisch – wir sahen Eisbären in ihrer freien natürlichen Umgebung. Und sie schauten uns an, als hätten sie auf uns gewartet.

Wir versuchten anschließend noch, zur anderen Küste zu fahren, um weitere Eisbären zu sichten. Doch das Wasser war zu unruhig und so steuerten wir erneut „unsere“ Eisbärenfamilie an und beobachteten sie, während wir Sandwiches, Kettle Chips und Cookies auf dem Boot verzehrten, denn die Crew hatte alles für uns dabei.

31. Juli 2017
Bisher hatten wir immer super Wetter und Sonnenschein. Heute jedoch war ein verregneter Tag. Nach dem Frühstück gingen wir erst einmal zum Post Office, um uns den Beweis in unseren Reisepass zu stempeln. Jeder Besucher kann sich dort einen Eisbärenstempel abholen. Um 13:30 Uhr begann unsere zusätzlich zum Programm gebuchte Schnorchel-Tour mit den Belugas und auch das Wetter hatte sich inzwischen gebessert. Das Wasser in der Hudson Bay beträgt auch im August nicht mehr als 3 Grad Celsius. So wurden wir zuerst in Neoprenanzüge gekleidet. Erwartet hatten wir so enge Taucheranzüge, wo maximal lange warme Unterwäsche darunter passt. Aber Fehlanzeige, am besten sollten wir 5-6 Lagen Oberteile anziehen, mehrere Socken und warme Hosen. Die Anzüge waren nur an den Handgelenken und am Hals sehr eng – für unser Gefühl zu eng, aber wir wollten ja nicht, dass an diesen Stellen das eisige Wasser sich den Weg zu unserem Körper bahnt, also ertrugen wir es. Ansonsten waren die Anzüge bequem und man war auch nicht in der Bewegung eingeschränkt. Dann ging es mit dem Zodiac los. Dreimal konnten wir schnorcheln gehen. Zweimal nutzten wir dies auch. An einem hinuntergelassenen Seil hielt man sich am Boot fest. Das Wasser war recht trüb. Es waren viele Belugas um uns herum, wir sahen sie jedoch mehr über Wasser als unter Wasser. Aber wir hörten ihre Gesänge unter Wasser – ein unvergessliches Erlebnis! Die Belugas werden wegen dieser Gesänge auch Kanarienvögel des Meeres genannt.

Der Abend wurde durch unser inkludiertes Dinner wunderbar abgerundet, Rinderfilet Mignon und Lachs ließen wir uns genüsslich schmecken.

01. August 2017
Gegen Mittag hieß es Abschied nehmen von der Polarbärenhauptstadt Churchill. Kurz vor Abflug drehte Gerald noch einmal mit uns eine einstündige Runde, um eventuell noch einmal Eisbären zu sichten. Wenn dies auch erfolglos war, so sahen wir noch einmal die beeindruckende Landschaft in ihren Sommerfarben. Mit Calm Air ging es zurück nach Winnipeg. Dort stand bereits ein Bus bereit, der uns zum Hotel Inn at the Forks – direkt am Forks Market gelegen – brachte. Das Hotel hatte bereits alles für den Check In vorbereitet, so dass wir schnell in unsere tollen modernen großzügigen Zimmer konnten. Wir bummelten dann noch durch den bunten Forks Market, wo es viele einheimische Produkte gab.

02. August 2017
Nach dem heutigen Frühstück endete unser Programm. Wir verlängerten unsere Reise noch um 2 Nächte im Fairmont Hotel Winnipeg, besuchten das Canadian Museum for Human Rights und ließen unsere Reise Revue passiere. Eine gelungene Reise, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird mit fantastischen und tatsächlich außergewöhnlichen Naturerlebnissen. Und bestimmt kommen wir noch einmal nach Churchill zurück – irgendwann im Oktober, wenn die Eisbärensichtungsrate bei einhundert Prozent liegt und man bis zu 20 Eisbären während einer Tundra Buggy Tour sichten kann!