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Im Navion durch Alberta und B.C. British Columbia, Vancouver, Coast & Montains - Kanada Tierbeobachtung und Wohnmobil

Im Navion durch Alberta und B.C.
Text zum Textwettbewerb 2017
Autor: Corinna Joneleit

Westkanada - Einblick unserer Reise vom 15.-31. Mai 2017


15.05.2017
Um 13:30 Uhr ging es los - unser größter Urlaub, den wir bisher geplant hatten. Der Flieger war riesig und das Essen erstaunlich gut. In Vancouver angekommen begrüßte uns ein bewölkter und regnerischer Tag. Im Hotel angekommen, beschlossen wir trotz Regen noch die Gegend zu erkunden und uns auf die Suche nach einem kanadischen Geldautomaten zu machen, welchen wir dann dank Google-Maps auch gefunden haben. Die Wohngegend war nett anzuschauen und erste Unterschiede zu Deutschland waren deutlich erkennbar. Nachdem wir unsere ersten kanadischen Dollar und die ersten eingekauften Lebensmittel in der Hand hielten, liefen wir zurück ins Hotel und genossen unsere ersten kanadischen Teigwaren. Bei der Wahl des Bettes - es gab 2 - beschlossen wir heute ein Bett zu zweit zu nutzen. Durch den Jet Lag schliefen wir recht früh ein.

16.05.2017
Um 8 Uhr wurden wir von unserem Wohnmobilvermieter "Traveland" vor dem Hotel abgeholt. Der Van hatte ganz schönen Speed oder doch eher der Fahrer? Anders als in Deutschland. Bei Traveland angekommen erhielten wir eine freundliche, deutschsprachige Einweisung und Erklärung der Formalitäten. Es war ziemlich viel Input auf einmal: Schalter hier, Schalter dort, dies beachten, das beachten. Nun gut, die Reise ging los: wir fuhren erst einmal zum nächst gelegenen Superstore und deckten uns für $300 ein. Was uns positiv überraschte, war die Tatsache, dass die Kanadier sehr offen im Gespräche suchen sind. Als wir bspw. vor dieser riesigen Auswahl an ca. 20 Sorten Toilettenpapier standen, sprach uns ein älterer, netter Mann an, dass es verrückt sei, so viele Sorten Toilettenpapier anzubieten und dass man genau schauen muss, für welches man sich entscheidet. Ebenso hat uns eine Mutter beim Kauf der Getränke angesprochen über Wertcoupons, weil sie dachte wir wären Kanadier. Wir haben uns dann ganz nett mit ihr unterhalten, als wir ihr sagten, dass wir nur Urlauber sind. Unsere Fahrt begann nun am Highway 1 in Richtung Squamish. Unser erster Halt waren die Shannon Falls. Die Natur war schon sehr grün gewachsen, es schien die Sonne und es waren angenehme Temperaturen, sodass man ohne Jacke laufen konnte. Wir liefen noch zur Seat o Sky Gondola, welche uns aber für über $40 p.P. zu teuer war. Die Fahrt ging weiter und wir beschlossen, auf einem der von R. Schoofs beschriebenen Campgrounds zu übernachten. Wir landeten am Campground des Alica Lake Provincial Parks. Die Einfahrt in den Campground war etwas abenteuerlich, da es unser erster Campground war - geöffnete Tore, kein Wärter / Ranger, Listen mit Belegungen und freie Plätze - was tun?? Als wir uns an unserem sehr schönen, am Wald gelegenen Platz eingenistet haben, kochten wir unser erstes Essen im Camper: Spaghetti Bolognese. Es war sehr lecker, dafür dass wir nicht so viele Möglichkeiten an Zutaten wie Zuhause zur Verfügung hatten. Nach dem Abendessen liefen wir um den Alice Lake spazieren. Es dämmerte schon leicht und ich hatte schon etwas Angst, einem Bären zu begegnen. Als wir wieder am Camper ankamen, verstauten wir noch unsere Klamotten und Lebensmittel in die Schränke. Wir lagen nun in unserem kuscheligen, warmen Bett und es war schön nach diesem Tag das erste Mal angekommen zu sein. Nun kann es losgehen.

Mittwoch, 17.05.2017
Nachdem wir morgens mit O-Saft, Kaffee, getoastetem Brot und allerlei Zutaten gefrühstückt und unseren Camper zusammengebastelt hatten, stand nun meine erste Fahrt mit dem Camper an. Die ersten paar Kilometer waren zwar etwas gewöhnungsbedürftig was Länge und Gewicht betrifft, aber dann hatte auch ich den Spaß am Fahren bekommen. Wir fuhren nördlich weiter auf der Route 99. Für unseren ersten Stop beschlossen wir in der Nähe des Garibaldi Lakes zu fahren. Wir packten unsere sieben Sachen und marschierten den Waldweg hoch in die Berge. Es war ein ständig steiler Weg, der aber immer wieder mit Bächen und kleinen Wasserfällen belohnt wurde. Es gab wuchtige, große Bäume, welche uns ab und an den Weg versperrten, sodass wir unsere "Kletterkünste" auspacken mussten. Nach ca. 1 Stunde Laufzeit entschieden wir uns umzukehren, da wir noch weiter fahren wollten und noch andere Orte ansehen wollten. Also ging der Marsch wieder zurück. Die Fahrt ging weiter. Der nächste Stop ergab sich spontan unter der Anschrift der Bradywine Falls. Wir hielten und liefen zu den Fällen. Diese haben ein sehr schönes Panorama ergeben und wir konnten wunderschöne Bilder machen. Wir fuhren weiter nach Whistler. Wir dachten, dass man dort mit der Seilbahn hochfahren könne. Dem war schon so, allerdings nur mit Ski oder Snowboard. Also machten wir einen Spaziergang durch Whistler Stadt und schauten uns die olympischen Verewigungen an. Unser Endreiseziel stand für heute fest. Der beschriebenen Campground von R. Schoof: das Riverside Resort. Er war sehr ordentlich angelegt. Wir entschieden uns diese Nacht für den Full Service, was sehr angenehm war. Wir liefen noch ca. 1 Stunde am Green Lake und machten schöne Bilder von uns und dem schönen Panorama. Wieder am Camper angekommen, gab es heute unseren gekauften Lachs mit Brot. Er war sehr, sehr lecker und kein Vergleich zu unserem Lachs. Alleine schon der Optik wegen. Nachdem wir nun vollgegessen waren und ich meine erste göttliche Dusche im Camper genossen hatte, planten wir noch unseren nächsten Tag und schliefen gegen 22:30 Uhr ein.

18.05.2017
Heute begann unser Tag schon etwas früher. Wir standen um 7:15 Uhr auf – heute war Reit-Tag. Wir brachen gegen 8:15 Uhr von unserem Campground auf Richtung Pemberton, denn dort hatte ich eine Halbtages-Reit-Tour bei Copper Cayuse Outfitters gebucht. Dort angekommen, wurden wir freundlich von dem Besitzer Don und seinen Angestellten begrüßt. Da wir die zwei einzigen Teilnehmer waren, bekamen wir heute eine Sondertour. Wir fuhren mit dem Auto und den Pferden im Anhänger Richtung Berge. Dort angekommen, begann unser Ritt in die Berge. Wir ritten durch den tiefen Wald auf schmalen Fußwegen, auf und ab, jeder auf seinem eigenen Pferd. Das Wetter war mit angenehmen 20° Grad perfekt. Nach einem Snack und einem Besuch am Birkenhead Lake ritten wir wieder zurück an unseren Ausgangspunkt, wo uns Don wieder abholte. Es war schon 14 Uhr und ich war ziemlich K.O. obwohl ich ja eigentlich 4 Stunden nur auf einem Pferd saß. Es war ein sehr schöner Ausflug und man hatte das Gefühl, in den hintersten Ecken der Berge gewesen zu sein. Bären haben wir jedoch leider nicht gesehen. Wir fuhren nun nochmals ein kleines Stück zurück und besichtigten die Nairn Falls. Anschließend ging es dann weiter auf der Route 99 Richtung Lilloet Lake. Wir entschlossen uns heute für eine ungewöhnliche Camping Übernachtung. Wir nahmen R. Schoofs Exkurs Tipp für Entdecker an und fuhren beim Lilloet Lake ab auf einen kleinen Weg zum wilden Campen. Nach ca. 40 Min. Fahrt hatten wir keinen passenden Platz gefunden und fanden den Campground Lizzie Bay, wo wir entschlossen heute zu übernachten. Heute wurde ich bekocht, während ich mich auf die Suche nach den nächsten Stops und Campgrounds für die nächsten Tage machte. Nun gab es auch unser erstes Lagerfeuer. Herrlich war es hier. Es war ein sehr kleiner Platz (nur rund 15 Plätze) und während des Sonnenuntergangs schrieb es sich viel einfacher.

19.5.2017
Heute begann unser Tag um 7:15 Uhr. Ich bereitete das Frühstück vor. Nach dem Frühstück stand nun meine größte Angst bevor: dass wir den Rückweg vom Campground nicht mit unserm Camper schaffen würden. Meine Angst war natürlich größer als notwendig – ohne Probleme fuhr meine bessere Hälfte den Berg hinauf – puh – geschafft. Heute hatten wir kilometertechnisch viel vor. Unsere Fahrt ging weiter auf der Route 99 Richtung Lilloet. Es ging auf ins tiefste Gebirge. Schmale Straßen waren hier üblich. Dennoch gab es sehr schöne Haltestellen mit wundervollen Ausblicken auf die Landschaft, welche wir uns nicht entgehen ließen. Über Lilloet nach Fountain Valley und schließlich in Clinton war dann unsere erste Tankfüllung notwendig. Leichter als gedacht – alles verlief problemlos. Was während dieser Fahrt besonders auffällig war, war wie sich die Landschaft / Vegetation veränderte: von dicht bewaldetem, beschneiten, tiefen Gebirge hin zu leicht bewaldeter, kahleren, dürrerer und flacher Landschaft. Auch die unterschiedlichen Gesteine waren gut zu beobachten. Wir kamen unserem heutigen Tagesziel immer näher. Einem von R. Schoof beschriebenen Campground: der Emerald Bay Campground. Vor dem Green Lake gab es noch eine Sani Station, wo wir noch Frisch- und Abwasser auftankten bzw. leerten. Dort gerieten wir wieder in ein freundliches Gespräch mit einer kanadischen Familie, die ihr Wochenende am Green Lake verbringen wollte. Am Campground angekommen suchten wir uns noch ein nettes Plätzchen (viele gab es nicht mehr). Der Park Ranger kam gegen Abend und gab uns dann auch noch nette Tipps für die nächsten Tage. Nach dem Abendessen gingen wir noch etwas an den See – und tatsächlich bin ich mir ziemlich sicher dort meine ersten Bärentatzen gesehen zu haben. Am Lagerfeuer ließen wir den Tag ausklingen, sprachen über morgen und ich schrieb mein Tagebuch. Es macht uns jeden Tag immer mehr Spaß hier zu sein.

20.5.2017
Heute wurden wir wieder um 7:15 Uhr von unserem Wecker bei strahlendem Sonnenschein geweckt. Wir machten uns gegen 8:30 Uhr weiter entlang des Green Lake’s auf der Little Green Lake Road Richtung Osten – Tagesziel: Clearwater / Wells Gray Park. Es war eine kuschelige kleine Straße entlang vieler kleiner Seen. Schließlich waren wir auf der Road No 5 angekommen und fuhren nördlich auf Clearwater zu – es war im Gegensatz zu vorher hier eine sehr viel größere und befahrenere Straße. In Clearwater angekommen gingen wir spontan ins Visitor Center am Eingang des Well‘s Gray Park. Wir erhielten eine freundliche Beratung bzw. nochmalige Tipp-Bestätigung und Wegweisung zu den Wasserfällen. Im dortigen Souvenir Shop haben wir uns gleich mit vier lustigen T-Shirts eingedeckt. Danach ging die Reise in den Well’s Gray Park los. Es war schon 12:30 Uhr und richtig warm geworden – 27° Grad zeigte unsere Anzeige an. Es war strahlend sonniges Wetter. Auf dem Weg zu den Spahats Falls war es dann nun soweit: auf einmal zwischen Bach und Bäumen watschelte ein Bär auf die Straße: vor lauter Bremsen und Staunen war es dann zu spät für ein Foto. Der Bär sah das Auto und sprang auf die andere Straßenseite ins Gebüsch – unser erstes, aber ganz persönliches Erlebnis mit einem Bären – WOW. Nach den wunderschönen Spahats Falls ging es dann weiter zu den Dawnson Falls und dann noch zu den Hemicken Falls. Und auch hier stand auf der Rückfahrt ein kleiner brauner Bär am Straßenrand. Da wir hinter einem Auto fuhren und ich die Campingunterkünfte gerade durchstöberte, war auch hier das Bild leider zu spät. Vielleicht würden wir ja noch einen dritten Bären sehen – Zeit wäre dafür ja noch. Wir hatten uns nun für einen komfortablen Platz in Clearwater entschieden, da wir wieder frisches Wasser und Strom brauchten. Wir fuhren zum Camping Platz, buchten unseren Platz und fuhren anschließend zum Dutch Lake. Hier konnte man sich Kanu’s ausleihen und mit ein wenig Glück Schildkröten sehen. Nach längerem Beobachten konnten wir eine Schildkröte von ganz nahem entdecken – es war ein tolles Erlebnis, dieses Tier in ganz freier Wildbahn zu sehen! Nach der ruhigen Kanufahrt ging es nun in den nächstgelegenen Supermarkt, wo wir uns nochmals mit Lebensmitteln für die nächsten Tage eindeckten. Am Campground angekommen hatten wir heute unser erstes Grillen vor. Würste und Hähnchen – lecker mit Beilagen. Ein wohlverdientes Essen nach einem solchen Tag. Heute war es für mich einfach der Jackpot: 3 Wasserfälle, 2 Bären und eine Schildkröte – weiter so!

Sonntag, 21.5.2018>/i>
Heute haben wir etwas verschlafen. Nachdem wir aufgestanden und gefrühstückt hatten, packten wir dann so schnell wie möglich alles in unserem Camper zusammen und bewegten uns weiter in Richtung Blue River. Tagesziel: Jasper Nationalpark. Auf der Fahrt dorthin hielten wir bei den Rearguard Falls, wo wir auch eine Gruppe beim Water Rafting beobachten konnten. Die Fahrt weiter bis zum Jasper Nationalpark war weniger spektakulär – weswegen wir dann auch unachtsam geworden waren. Als da plötzlich vor dem Eingang des Nationalparks ein Elch am Straßenrand sein Mittagessen zu sich nahm. Was für eine Pracht. Nur leider bei 100 km/h zu kurz um ein Bild zu machen. Mit unserem „Pass 150 Years of Canada“ konnten wir dieses Jahr unentgeltlich alle Parks besuchen. Nun kamen wir endlich im Jasper Nationalpark bzw. der Stadt Jasper an. Was für Menschen Massen! Wir besuchten das Info Center der Stadt und holten uns noch Info Material bzw. Ausflug Tipps. Auch schlechte Nahrichten waren dabei: Da verlängertes Wochenende / Feiertag in Kanada war, waren alle Campingplätze in und um Jasper ausgebucht. Die freundliche Dame der Auskunft am Info Point hat uns dann noch einen Geheimtipp außerhalb der Stadt gegeben. Wir schlenderten noch ein wenig durch die Stadt und machten uns dann auf den Weg zu dem besagten Campground Snaring River Campground. Ein allerletztes Plätzchen war noch frei – puh. Es war heute wieder sehr warm geworden, sonnige 24/25° Grad. Dort angekommen gingen wir noch etwas am Snaring River spazieren, sonnten uns und machten noch ein paar Bilder von den Bergen. Heute war zwar nicht so viel Programm, was mich nicht gestört hatte, denn die Landschaft während der Fahrt zu beobachten, durch die Stadt Jasper zu laufen und einem Elch gesehen zu haben war auch aufregend. Nun saßen wir nach unseren riesigen gegrillten Steaks vollgegessen am Lagerfeuer und planten den nächsten Tag, welcher definitiv nicht zu wenig Programm haben würde.

22.5.2017
Der Tag begann heute schon um 7:30 Uhr. Frühstück war angesagt. Wir hatten heute viel vor uns. Die Nacht war gut; es fühlte sich an, als wäre es ein "einheimischer" Campground für "Kenner" gewesen. Tagesziel war heute das Icefield Center zu besichtigen und eigentlich auf dem Icefield RV zu übernachten. Unser erster Stop nachdem wir in Jasper getankt hatten, sollten dann die Athabasca Falls sein. Gleich nach Jasper auf der Landstraße standen Autos. Was für ein Morgenbeginn: ein Bär am Straßenrand! Bilder hatte ich dieses Mal gemacht, nur nicht nah genug. Egal, es war super ihn zu sehen. Bei den Athabasca Falls angekommen, wurden wir fast von Menschenmassen überrollt und das schon um 9:15 Uhr! Nun gut, nach ein paar schönen Bildern ging es weiter zu den nächsten Fällen: die Sunwapta Falls. Weniger spektakulär, aber nett anzusehen, vor allem bei dem schönen, milden, sonnigen Morgen. Die Tangle Falls haben wir von weitem beim Fahren beobachtet, aber nicht gehalten. Bei zwei weiteren Fotostops bekamen wir Schafe und eine Art Steinböcke zu sehen, welche dann auch noch auf der Straße ihren Revierkampf austrugen. Zu witzig, die ganze Menschenmenge hatte ihr Vergnügen! Am Icefield Center angekommen, waren wir uns zunächst noch unsicher, ob wir ein Ticket bei den Preisen lösen sollten ($ 92 p.P.). Wir entschieden uns schlussendlich dafür und lösten ein Combi-Ticket für die Besichtigung des Icefields und den Glacier Skywalk. Unsere Tour verpassten wir glatt, durch das Vergessen der Stunde Zeitverschiebung. Währenddessen schlürften wir in aller Ruhe im Cafe einen Kaffee und aßen Pommes. Zu lustig. Die Gletscherbesichtigung fanden wir ganz gut. Wir hatten einen super netten Führer / Fahrer dabei und der Anblick oben am Gletscher war einfach gigantisch. Der Skywalk war unserer Meinung nach nichts besonderes. Nach dreieinhalb bis vier Stunden waren wir etwas geplättet und stellten fest, dass der RV Campground der Parkplatz vor dem Icefield Center darstellen sollte. Nun ja, für uns kam so etwas nicht in Frage. So blätterten wir nochmal alle Campground Zeitschriften auf und ab und kamen zur der Erkenntnis, dass kein Campground ansonsten bis Lake Louise geöffnet hatte. Wir beschlossen also auf jeden Fall weiter zu fahren und bei guter Gelegenheit ggf. einen Wild Camping Platz zu suchen und um das Ziel für den nächsten Tag - den Lake Louise Campground - anzuvisieren. Die Fahrt war angenehm. Trotz mitten in den Bergen hatte es angenehme 18,5° Grad. Mitten auf dem Weg vom Icefield nach Lake Louise standen erneut Autos. Wir hielten: ein Schwarzbär am Straßenrand. Da so viele Autos schon herum standen und keiner weg fuhr, so dass auch andere ihn sehen konnten, fuhren wir weiter. Zu unserem Glück: ein paar Kilometer vor Lake Louise standen sie erneut und fotografierten einen Schwarzbären. Den schien alles nicht zu interessieren. Und dieses Mal bekam ich sogar ein schönes Bild. Wir nisteten uns heute also beim Lake Louise Campground ein und da noch so schönes warmes Wetter am Abend war, entschieden wir uns Burger zu grillen. Sie schmeckten fabelhaft - als uns plötzlich 2 Baconstreifen geklaut wurden, während meine bessere Hälfte zu mir in den Camper kam. Wir waren beide sehr erstaunt und lachten. Es konnten nur Vögel oder Erdmännchen gewesen sein. Wir fanden es lustig und gingen mit einem Grinsen ins Bett.

23.5.2017
Heute haben wir es uns gegönnt etwas auszuschlafen und standen somit erst gegen 8:30 Uhr auf. Ein herrliches Frühstück wartete auf uns: Wir machten uns Bacon mit Ei, O-Saft und Kaffee. Nach dieser Stärkung pimpten wir noch unseren RV mit Frischwasser und leerten alle Tanks. Wir fuhren also los zum Lake Louise. Tagesziel: eine schöne Wanderung erleben. Es war ein schöner sonniger, milder Morgen. Was für ein Menschenansturm um 11 Uhr an einem Dienstag! Die Menschenmassen stürmten nur so an den See. Als wir uns am Info Point über begehbare Wanderrouten informiert hatten, machten wir uns auf Richtung Lake Agnes. Der Lake Louise war noch gefroren und schon zu Beginn des Trails kam uns der erste Schnee entgegen, welcher mit der Steigung stetig zunahm. Der erste See an dem wir ankamen war der Mirror Lake. Er begann schon leicht aufzutauen und man konnte das glasklare Wasser durchschimmern sehen - was für eine Pracht vor dieser Felsenkulisse. Wir entschieden uns noch höher zum Lake Agnes zu laufen. Die Schneehöhe nahm immer mehr zu - bei ca. 1 Meter waren wir nun angelangt. Am Lake Agnes angekommen erwartete uns ebenfalls ein tolles Panorama vor den riesigen Bergfelswänden. Das Teahouse war noch geschlossen und so machten wir oben wie alle anderen auch auf einer Bank Rast mit einer kleinen Brotzeit. Nach rund 3 Stunden Laufzeit waren wir nun wieder an unserem Camper und fuhren weiter Richtung Canmore. Wir gelangten auf den Highway No 1 wo wir dann bei Castle Junction auf die 1A fuhren um uns noch den Johnston Canyon anzusehen. Leider hätte man noch 1 ½ Miles laufen müssen und wir waren schon so K.O. von unserem drei Stunden Schneemarsch, sodass wir weiter fuhren. Wir fuhren die nette Landstraße gleichläufig des Highway No 1 entlang, welche sich teils in Single Lanes spaltete. Es war wie ein geteerter einspuriger Waldweg - lustig; leider haben wir hier keine Tiere gesehen. In Canmore angekommen quartierten wir uns dann im Canmore Campground ein. Da es draußen warme 24,5° Grad hatte, machten wir uns noch zu Fuß in die Stadt und erkundeten diese. Ein kurzer Starbucks Besuch durfte nicht fehlen. Der eiskalte Eiskaffee tat richtig gut. Canmore ist ein schönes kleines Städtchen; alles was man zum Leben braucht findet man hier. Ich hatte Gelüste auf meinen ersten MC Donalds Besuch und so liefen wir durch den ganzen Ort zum MC Donalds. Auf dem Weg dorthin haben wir gefühlt 100 Murmeltiere gesehen. Auf dem Heimweg sahen wir dann noch wilde Hasen. Ich könnte bald ein Tieralbum erstellen. Am Campground machten wir dann noch eine nette Bekanntschaft mit zwei jungen Schweizern, die eine Rundreise durch die USA und Kanada machten. Wir saßen den Abend noch beieinander und erzählten uns unsere bisherigen Erlebnisse. Leider wurden wir gegen 22:30 Uhr von den Wolken und dem dann eingetretenen Regen unterbrochen und gingen dann alle zurück in unsern Camper. Es ging noch ein ganz schöner Sturm, der mich aber nicht davon abhielt meinen Tagesbericht zu schreiben.

24.05.2017
Guten Morgen, der Sturm war vorüber und der Tag begann. Da für unsere Rückreise über Banff und Lake Louise kein gutes Wetter vorhergesagt war, entschieden wir uns, heute die Upper Hot Springs zu besuchen. Schon in Banff angekommen, begannen die Schneeflocken vom Himmel zu sprießen. Die Hot Springs machten ihrem Namen alle Ehre: das Wasser hatte warme 39 Grad, taten aber sehr gut bei dem winterlichen Wetter. Der Schneefall nahm stetig zu. Nach 2,5 Std. verließen wir die Hot Springs und fuhren Richtung Zielort: Golden. Kurzgefasst: bis Leanchoil / Ende des National Parks kamen wir uns vor wie im tiefsten Winter: 0 Grad, Schneesturm ohne Ende, schneebedeckte Straßen, vollgeschneite Tannen, die den Schnee schon nicht mehr halten konnten. Wir waren etwas verwirrt: wir hatten den 24.05.2017 richtig? Und die letzten Tage waren immer über 20 Grad tagsüber! Was für eine verrückte Welt. Die Heizung lief auf Hochtouren, unsere Frontscheibe und Außenspiegel waren komplett vereist. Unglaublich! Wir waren einfach fasziniert von dem extremen Wetterwechsel. Aus dem National Park ausfahrend und Höhenmeter abnehmend, wurde es endlich wieder klarer und unser RV taute im wahrsten Sinne des Wortes wieder auf. Wir konnten unsere Fahrt wieder in Normaltempo fortsetzen. In Golden angekommen quartierten wir uns auf dem Campground ein und liefen danach noch etwas in Golden spazieren, was weniger spektakulär war. So war der Tag heute etwas weniger ereignisreich, da uns das Wetter ein wenig einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte. Dennoch waren die Vorhersagen für die kommenden Tage mit bis zu 30 Grad um Kelowna und in Richtung Westen nicht zu toppen.

Donnerstag 25.5.2017>7i>
Guten Morgen, nun ja, diesen Campground fand ich den bisher schlechtesten. Nicht weil er schmutzig war oder jemand unfreundlich war, sondern weil dieser Campground eher für eine notdürftige Übernachtung geeignet war: direkt an der Straße gelegen, gegenüber waren öffentliche Gebäude, auf der anderen Seite die direkten Bahnschienen. Ich hatte mich gefühlt wie wenn ich meinen RV direkt an der Straße abgestellt hätte. Nun ja, solche Erfahrungen mussten eben auch mal gemacht werden und es konnte ja schließlich nicht alles optimal verlaufen. Wir fuhren also los. Tagesziel war heute der Glacier Nationalpark Revelstoke, wo wir uns dann für einen privaten Campground entschieden hatten. Am Discovery Center angekommen, erhielten wir eine freundliche Beratung zu den begehbaren Trails in den Parks. Mein Freund ging etwas durchs dortige Museum und ich durchstöberte die dort ausgelegten Activity Flyer. Wir entschieden uns also im Glacer Nationalpark für einen kleinen Stop, weil vieles noch auf Grund der Schneelage geschlossen war. Im Revelstoke National Park war dann ein größerer Trail geplant. Wir hielten erst am Hemlock Grove Trail, der ganz nett, aber kurz und für uns "Wanderer" keine körperlichen Anstrengungen forderte. Nun ging es schon aus dem Park heraus und die Fahrt ging Richtung Revelstoke National Park. Während der Fahrt schrien wir beide auf: Ein Bär! Da war er: unser sechster Bär - schwarz, saß im Straßengraben und fraß. Wir fuhren in gutem Tempo, so dass der Anblickt nur wenige Sekunden anhielt. Mit dieser Freude erreichten wir den Revelstoke National Park. Wir hielten am Giant Cedars Trail sowie Skunk Cabbage Trail, welche ebenfalls nur kurze Rundwege waren. Der Skunk Cabbage Trail war meiner Meinung nach der Interessanteste. Hier lief man auf Holzbrücken zwischen sumpfigem, nassem Terrain mit vielerlei Blattgewächsen. Zu dem roch es hier immer wieder nach Blüten bzw. hier wachsenden Blättern. Nach den Rundgängen entschieden wir uns unseren Stellplatz für die Nacht zu sichern und dann noch den MEADOWS in the Sky Parkway zu besteigen. Ein kurzer Pit Stop am Starbucks und eine Auffüllung des Tanks durfte nicht fehlen. Wir entschieden uns für die Hiking Trails Soren Sorenson (5+4) und Inspiration Woods (3) im Anschluss, welche ca. 2,5 Std. dauerten. Es ging durchweg durch den Wald auf schönen Wegen, bergauf, bergab, zwischen Wasserfällen und schön grün gewachsenen Farnen und Moosen. Zudem schien die Sonne bei angenehmen 22,5 Grad. Es war herrlich. Nach den Trails wollte mein Freund die View Point A - D noch abfahren (D war gesperrt wegen Schnee). Es war schon 17 Uhr und am Parkeingang stand, dass der Park um 17:30 Uhr schließen würde. Wir fuhren trotzdem hinauf. Uns kamen immer wieder Autos entgegen, die den Park verließen. Wir klapperten nun alle View Point ab u.a. mit herrlicher Aussicht auf die Region. Beim Herunterfahren (18 Uhr) kam dann der große Schock: Die Schranken waren geschlossen. Uns stellte sich gleichzeitig die Frage: Wie kommen wir hier wieder heraus? Wir schauten uns zunächst geschockt an. Mein Freund fuhr etwas vor. Fast an den Schranken angekommen, stand an einem Schild, dass man ganz Vorfahren müsse damit sich die Schranken öffnen, was sie dann zum Glück auch taten. Puhhh - Erleichterung war uns ins Gesicht geschrieben! Mit einem kleinen Schreck fuhren wir zurück zum Campground. Nach einem guten Abendessen und einer entspannten Dusche hielt ich die Erlebnisse nun hier fest. Gute Nacht.

26.5.2017
Heute begann unsere Reise schon um kurz nach 8 Uhr. Bei einem Pit-Stop am Starbucks holten wir uns noch einen Kaffee und versuchten über das dortige W-LAN den Campground für den heutigen Tag zu reservieren, was leider nicht möglich war. Dafür reservierte ich unsere Rafting Tour für Sonntag bei Chilliwack River Rafting. Auf unserem Tagesziel standen heute das Orchard Park Shopping Center und Übernachtung auf einem von R. Schoofs beschriebenen Campground: Okanagon Lake. Die Fahrt war zunächst durch die einspurige Fahrbahn zäh, besserte sich dann aber schnell. Ich konnte während der Fahrt die schöne Landschaft beobachten: grasgrüne Wiesen, Kühe, Pferde und wunderschöne Ranches. Aber auch heruntergekommene und verlassene Gegenden. Die Landschaft an sich kam einem immer flacher vor, je mehr wir uns Richtung Westen bewegten. Leichte bergige Hügel kennzeichneten die Landschaft. Über Sicamous und Armstrong landeten wir in Vernon und man bekam auch immer mehr die Industrialisierung und Menschendichte zu spüren. Kelowna an sich wurde von mir als eine schöne Stadt empfunden, jedoch wäre sie für mich persönlich schon wieder zu groß. Meine Lieblingsstadt war bisher Canmore. Wir kamen also am Shopping Center an und liefen Shop für Shop ab. Es war alles schön eingerichtet und modern. Fazit war, dass ich mein Kentucky Essen endlich bekam und wir nur mit einer gekauften, nicht ganz billigen Hose aus dem Center liefen. Mein Freund hatte schon ein Outlet ca. 15 Gehminuten vom Center entfernt gefunden via Google. Also liefen wir hin. Heute war es heiß: 29,5 Grad zeigte unser RV später an. In dem Outlet Center wurden wir zwar etwas fündig, der Knaller war dies aber auch nicht. Es war schon 15:30 Uhr und wir machten uns auf die Weiterfahrt, denn wir wollten schließlich noch einen Campingplatz bekommen. Es war Nachmittagsverkehr und bis wir aus der Stadt gefahren waren, standen wir immer wieder im zähfließenden Verkehr. Außerhalb von Kelowna füllten wir unseren Tank noch auf und kamen dann gegen 17 Uhr am Campground an. Er sah schon sehr voll aus – aber wir haben noch einen der wenig freien Plätze erhalten. Für $35 unserviced nicht ganz billig, aber er sah sehr schön und gepflegt aus. Wir hatten einen großen Stellplatz; wieder mit eigener Grillstelle, Toiletten und Duschen waren vorhanden. Wir liefen an den See und machten noch einige Bilder, bevor wir unser Abendessen zubereiteten: unser gefühltes 100. Feuer war gezündet und wir bereiteten gemeinsam unser Abendessen zu. Wir ließen den Abend gemütlich ausklingen.

27.05.2017
Wir tuckerten an diesem sonnigen, mit wenig weißen Wolken bedeckten Morgen weiter Richtung Süden. Ziel war heute ein von R. Schoofs beschriebener Campground: der Lightning Campground. Laut Internet hatte dieser erst seit gestern geöffnet und eine Reservierung war (noch) nicht möglich. Deshalb beschlossen wir, unsere Fahrtstrecke am Morgen hinter uns zu bringen und dann den Tag am See zu genießen. Wir fuhren über Princeton, Marron Valley und Keremoos. Nach Princeton begann dann der Manning Provincial Park. Was auf dieser Fahrt schön zu beobachten war, waren die kleinen Dörfer und einsam wirkenden Siedlungen mitten in der Landschaft. Wir sahen auch immer mehr Biker als sonst (evtl. wegen der USA Grenze?). Auch die Natur hatte vieles zu bieten: wir fuhren zunächst See an See vorbei, direkt am Ufer. Es war ein toller Anblick bei dem Wetter. Dann wurde es wieder gebirgiger zu fahren. bergauf und bergab, von Dorf zu Dorf, an Verkaufsständen vorbei und Dörfern, die aussahen wie im Wilden Westen. Schließlich waren wir nach ca. 2,5 Stunden Fahrtzeit am Campground angekommen. Er war offen und wir hatten quasi noch fast freie Platzwahl und dieses Mal hatten wir ziemlich Glück: first come - first save. Wir parkten unseren RV und machten uns marschbereit. Wir wollten einen oder mehrere Trails um den See wie R. Schoof beschrieben, bestreiten. Es hatte angenehme 23° Grad und war damit nicht so drückend warm wie in den anderen Gegenden. Unsere Wanderung begann am Lightning Lake Richtung Flash Lake. Als wir die ersten wenigen Meter am Ufer entlang gelaufen waren, kam das Highlight unseres Tages: vor uns, ca. 10 - 15 Meter entfernt standen zwei Rehe. Sie fraßen, entdeckten uns aber schnell. Trotz dass wir ruhig stehen geblieben sind und uns nicht bewegten, war das eine Reh scheu und flüchtete in den flachen See. Mein Freund konnte in der Zeit ein paar Rehe knipsen, während dem ich staunte. Wir liefen dann weiter Richtung Flash Lake. Immer wieder kamen uns Kajak / Kanu Fahrer auf dem See entgegen. Wir wollten am Flash Lake drehen uns die andere Seite zurück laufen, aber es war gesperrt. So liefen wir bis zum Lightening Lake zurück und liefen dann diesen auf der anderen Seite zurück. Es waren schöne, schmale Waldwege, mit Baumwurzeln, vereinzelt kleine Blümchen und ein riesig übrig gebliebener Schneeberg. So war dies eine schöne, fast 3 Stunden lange, Wanderung. Eichhörnchen durften natürlich auch nicht fehlen. Sie begegneten uns fast überall. Wir ließen es uns zum Abendessen heute richtig gut gehen: selbst marinierte Hähnchenschlegel, Würste und gegrilltes Brot mit Salat standen heute auf der Speisekarte. Lecker war es. Und Besucher hatten wir auch: ich weiß nicht wie diese großen Vögel heißen, aber sie waren ziemlich groß / hoch – ca. 20 cm. Sie mopsten meinem Freund die Fleischreste vom Teller, als dieser zum Feuer lief, um Nachschub holen. Und nun kamen meine ersten Gedanken an die Heimreise. Morgen wäre schon unser vorletzter Tag bevor wir noch einen Tag in Vancouver geplant hatten. Wie die Zeit rennt…

28.05.2017
Um 8 Uhr klingelte unser Wecker uns aus dem Bett und wir wurden von Sonnenstrahlen und einem blauen Himmel begrüßt. Es war noch sehr frisch draußen – wie an jedem Morgen – aber heute sollte es bis zu 32° Grad ergeben. Passend zu unserem heutigen Action Tag. Heute stand das Water-Rafting an. Wir machten uns startbereit und verließen den Campground gegen 9 Uhr. Um 12 Uhr sollten wir im Rafting-Camp sein. Zuvor hatten wir mal wieder einen Starbucks Stop in Chilliwack geplant. Als wir dann von unserem Campground fuhren, begegnete uns nach kurzer Fahrtstrecke auf dem Weg plötzlich ein Reh das fraß. Wir schreckten wie das Reh kurz auf und bewunderten es, ehe es verschwunden war. Das war schon wieder eine tolle Morgenbegrüßung. Unsere Fahrt ging an der Straße links auf den Cowsnest Highway No.3 Richtung Sunshine Valley. Wir waren vertieft in unsere Fahrt und genossen die noch ruhige und kühle Fahrt an diesem Sonntagmorgen. Ungefähr nach Sunshine Valley auf einer Runaway Lane konnte dann nur ich (mein Freund war ins Fahren vertieft) nochmals zwei Rehe beobachten und das nur deshalb, weil ich diese Runaway Lanes so faszinierend finde. Sie sind eigentlich für LKWs gedacht. Die Straßen habe ich immer mit Interesse beobachtet, denn sie waren bisher immer stark zugewachsen und ziemlich steil. Ich fragte mich jedes Mal wie hier ein LKW hochkommen sollte. Bei schon ziemlich warmen Temperaturen genossen wir dann noch unseren favorisierten Blonde Vanilla Iced Latte auf der Terrasse des Starbucks Coffee. Anschließend fuhren wir dann zum Chilliwack River Rafting Resort. Dort angekommen wurden wir sehr freundlich begrüßt und erhielten zuerst ein leckeres einheimisches Gruppenmittagessen vom Buffet. Es gab eine große Auswahl an, Kaffee, Wasser, Brot, Salaten, Chilli mit und ohne Fleisch sowie Kuchen ohne Ende. Nach dieser Stärkung konnte es also losgehen: jeder bekam seine Neoprenausrüstung bestehend aus Anzug, Socken, Jacke und einem Helm. Wir fuhren mit alten Schulbussen in der Kolone bis zum Einstiegsort. An der Startstelle angekommen, bekamen wir nochmals An- und Einweisungen bzw. Verhaltensregeln vermittelt. Nun wurden wir in Gruppen (Boote) eingeteilt und unser Gruppenführer wurde uns zugeteilt. Alle Teilnehmer und der Gruppenführer waren ziemlich nett und insgesamt waren wir ein super Team. Es hat richtig Spaß gemacht. Die Fahrt war wunderschön, das Wasser klar und die Strömung sorgte wegen der Schneeschmelze für den gewissen Pfiff. Wir fetzten durchs Wasser und das Wasser machte uns immer wieder nass. An einer Bucht hielten wir und machten eine Pause. Wir liefen zu einem Wasserfall der sich hinter Büschen und Bäumen versteckte. Dabei wurden wir alle unter dem Wasserfall fotografiert. Wir fuhren weiter mit unseren Booten und die Strömung wurde teils so heftig, dass plötzlich zwei unserer Crewmitglieder aus dem Boot fielen. Gut reagiert konnten wir ein Crewmitglied eigenständig retten, das andere Mitglied wurde von den anderen Booten gerettet und wir kamen alle sicher wieder am Camp an. Was für eine Action! Leider haben wir keine Bilder vom Rafting, da uns anfangs gesagt worden war, dass Bilder gemacht werden. Es stellte sich heraus, dass damit eine ganze CD mit allen Bildern von allen für $30 gemeint war, was uns persönlich zu teuer war. Es war ein tolles Erlebnis und der heiße Sonntag wurde optimal genutzt. Wir fuhren mit unserem RV gegen 17:30 Uhr weiter Richtung Fort Langley. Dort angekommen fielen wir nach einem Abendessen völlig erledigt ins Bett.

29.5.2017
Wecker klingelt: 7 Uhr. Ich war noch so müde von gestern. Aber egal, heute ist der letzte Tag und wir wollten heute nochmal richtig Gas geben. Ein ganzer Tag Vancouver Viewing stand an. Noch etwas müde, aber voll motiviert nahmen wir unseren ersten Bus C62 an der 96th Ave Richtung Carvolth Exchange. Von dort aus stiegen wir dann um in den Bus, der uns zur Sky Train Station – Loughed Centre Station brachte. Wir fuhren mit dem Sky Train bis in die Stadt (insg. 1h 50min). Die Fahrt war interessant: so weit oben zu fahren, dafür aber sehr laut im Vergleich zur Deutschen Bahn. Endlich waren wir in der Stadt angekommen. Was für ein geniales Wetter wir heute nochmals hatten: Mitte 20° Grad und pure Sonne.

Wir liefen eine ganze Weile durch alle berühmten Einkaufsstraßen. Wir kauften auch ein paar Dinge, aber auch nicht die Mengen, da auch hier alles ziemlich teuer oder gleichteuer wie in Deutschland war. Nachdem wir noch einen leckeren Hotdog für $5 auf der Straße gegessen hatten, schlenderten wir am Wasser Richtung Stanley Park entlang. Es war ein wunderschöner Ausblick in die Ferne und auf die Stadt zugleich. Wir liefen durch den schönen bewaldeten Stanley Park und „erholten“ uns von unserem Stadtbummel. An der Nordseite hielten wir und setzten uns auf eine Steinmauer mit Blick auf die Lions Gate Bridge. Die Gedanken kamen immer mehr, dass dies nun der letzte Tag war. Schade. Ich versuche es in vollen Zügen zu genießen. Am Strand lief ich noch etwas entlang, während mein Freund Bilder von der schönen Umgebung schoss. Ich ergatterte zwei Riesenmuscheln und schoss noch ein Bild von einem dieser riesigen Krebse. Wir schlenderten gegen 16 Uhr wieder in die Stadt zurück und gingen noch in ein paar Läden wo mein Freund dann auch noch etwas fand. Ein Starbucks Besuch mit einer großen Vanilla Iced Latte durfte mal wieder nicht fehlen. Und so kamen wir nach 12 Stunden Action um 20 Uhr in Fort Langley an unserem Campground völlig K.O. an. Es ging unter die schöne warme Dusche mit einer anschließenden sehr leckeren selbstgemachten Pasta. Koffer packen stand an. Was für ein Chaos. Gegen 23 Uhr war das meiste gepackt und wir fielen totmüde in das kuschelige Bett.

30.5.2017
Heute war Abreisetag. Um 7:30 Uhr standen wir auf und packten fleißig weiter. Ein letztes Rührei mit Schinken und Tomaten verbrauchte unsere letzten Lebensmittel. Den Rest der vielen Lebensmittel, wurde an eine nette, ältere amerikanische Frau auf dem Campground verschenkt. Was für ein Glück – denn die Reste wollten wir nicht wegwerfen. Der RV wurde besenrein gesäubert und um 9:30 Uhr ging der Weg los zu Traveland in Langley. Wir hatten noch einen Stop im Superstore Supermarkt gemacht um hier günstig Schminke (Mascara) für mich einzukaufen. Es war noch Zeit für einen letzten Starbucks Besuch, welchen wir natürlich gleich in Angriff nahmen bevor wir den RV volltankten. Im Starbucks angekommen, bekamen wir eine E-Mail der Lufthansa, dass unser Flug von 16:20 Uhr auf 19:05 Uhr verschoben wurde. Wir saßen noch ein wenig länger bei Starbucks und gaben dann nach dem Tanken den RV bei Traveland ab. Alles verlief problemlos bei der Rückgabe. Unsere Tour war perfekt. Von 2500 gebuchten Kilometern lagen wir bei 2506 Kilometern – Bingo. Ein netter indisch / kanadischer Taxifahrer fuhr uns an den Flughafen. Wir hatten mit ihm während der Taxifahrt ein nettes Gespräch. Wir unterhielten uns über die Unterschiede beider Länder und erhielten nochmals einen weiteren Einblick in das Land Kanada. Nun war es soweit: Wir hoben um 19:05 Uhr wieder ab Richtung Heimat. Kanada Du warst ein schönes Land und wir kommen wieder. Auf jeden Fall!

Corinna Joneleit iund Sascha Wetzel