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VANCOUVER 96
Vier Tage Kanadafieber in der Traumstadt am Pazifik
Rainer & Familie unterwegs in den Pfingstferien 2018


Teil 2

Text: Rainer Schoof

VANCOUVER 96: Stunde 43-59 (3. Tag)
Heute morgen können wir ein bisschen länger ausschlafen. Und vom Frühstück im Rosedale gibt’s auch nur eine Kleinigkeit. Denn heute probieren wir etwas für uns ganz Neues aus – eine Foodie Tour. Wir wollen uns den Granville Island Market schmecken lassen! Es geht hinüber über den False Creek nach Granville Island. Treffen ist um 10.00 Uhr am Restaurant "Edible Canada“. Und ja, wir sind nicht die Einzigen – tatsächlich steht hier schon ein kleines Grüppchen zusammen. Der Guide ist auch schon da. Michael aus Vancouver begrüßt uns alle herzlich und beginnt, unsere Vornamen auf kleine Aufkleber zu schreiben und sie uns anschließend auf die Brust zu pappen. Als Einleitung erfahren wir dann einiges über Granville Island und das „Edible Canada“ – dem Start-Restaurant unserer Tour. Bevor es jedoch losgeht, schlägt Michael eine kleine Vorstellungsrunde vor. Jeder soll kurz seinen Namen sagen, wo er herkommt und was sein Lieblingsessen ist. Oha, na da werden unsere Kinder ja mal ins kalte Wasser geworfen. Allein vor einer Gruppe Erwachsener sprechen und das alles auf Englisch? Ich will sie schon zu mir rufen, um ihnen vorzuschlagen, dass ich sie einfach mitvorstelle. Aber dann denke ich: „Warum eigentlich? Hinein ins kalte Wasser. Mal gucken, was passiert.“ Dümmer wird man von so etwas ja nicht. Und siehe da, beide meistern es vorbildlich. Felix versucht sich sogar erfolgreich an zwei vollständigen Sätzen. Super! Anerkennendes Nicken der Eltern und stolze Kinder, die gerade gefühlt ein paar Zentimeter gewachsen sind. Fängt gut an die Tour!

Dann aber hinein ins "Edible Canada“. Cooler Laden. Muss drinnen erst einmal ein paar Fotos machen. Sieht alles echt toll aus und ich nehme mir vor, hier irgendwann demnächst noch einmal richtig essen zu gehen. Dann bekommen wir unser erstes „Food“ – eine Probierkreation, die schon einmal recht farbenprächtig aussieht. Dazu ein Glas Wein. Ähhm, Wein um 10 Uhr morgens? Ok, why not?! Schmeckt echt interessant, was wir da essen, wenngleich ich zugebe, dass es mich nicht vom Hocker haut. Aber das Ambiente passt und mir macht es Spaß, die Kinder zu beobachten, die erstaunlicherweise wirklich alles probieren, um zwischendurch immer mal wieder an ihrem Glas Apfelsaft zu nippen, das sie anstelle des Weins bekommen haben. Ich könnte schwören, dass wenn ich ihnen so etwas zuhause vorgesetzt hätte, davon nicht mal eine Messerspitze probiert worden wäre. Aber hier, als vollwertige Teilnehmer einer Foodie Tour, die sich nun auch schon selbst vorgestellt haben, ist das halt etwas anderes. Besonderen Anklang finden die hier erhältlichen Meersalzmischungen. Auch bei mir. Das Bacon- und das Chili-Salz sind unsere Favoriten. Während die anderen noch am Tisch sitzen, gehen Felix und ich rüber in den dem Restaurant angeschlossenen Kaufladen und erstehen jeweils ein Päckchen dieser beiden Salzkreationen. Für Zuhause. Später werden wir merken, dass die sehr schön anzusehenden Pappverpackungen gar nicht voll mit dem jeweiligen Salz gefüllt sind, sondern dass das Salz noch in eine wesentlich kleinere Plastikverpackung eingeschweißt ist. Aber gut. Ist halt was Besonderes – wird man ja wohl zuhause nicht auf jedes Frühstücksei streuen.

Aber die Granville Island Market Tour ist kein Seated Meal. Nein, wir schlendern los, in die Markthalle hinein. Einige markante Stopps hat Michael für uns in dieser farbenprächtigen Umgebung ausgesucht und unser Kommen dort angekündigt. Überall sind bereits Probiereinheiten des jeweiligen Erzeugnisses vorbereitet. Und durchaus abwechslungsreich. Unter anderem trinken wir besonderen Kaffee von „JJBean", essen organisch gebackenes Brot bei „Bread Affairs“, lassen uns die Wurstkreationen von Oyama Saussages schmecken und genießen die wirklich leckeren Käsehappen der Benton Brothers. Selbst hier angebaute Äpfel und ein exotischer Tee werden verkostet. Und zum krönenden Abschluss des durchweg bunten Treibens schauen wir noch dabei zu, wie Donuts bei einem hier auf Granville Island für dieses Backerzeugnis berühmten Bäcker hergestellt werden. So gewöhnungsbedürftig es für den ein oder anderen Teilnehmer auch ist mit anzusehen, wie oft so eine Donutcharge in die weiße, zähflüssige Zuckermasse getaucht wird, so lecker sind die frischen Donuts dann aber doch, als sie noch warm aus dem Fenster zu uns herausgereicht werden. So, gut und genug gegessen haben wir nun. Und dabei so einiges über den Granville Island Market und die hier auftretenden Händler und Erzeuger erfahren. Eine wirklich ganz neue Erfahrung.

Ich gebe zu, dass ich mit einiger Skepsis in diese Tour hineingegangen bin. Nun aber ergibt sich ein anderes Bild. Ja, ich habe erwartet, dass man eintaucht in die Farben- und Geruchsexplosion des Granville Island Markets – und das ist auch passiert. Ich hatte nicht erwartet – und das war tatsächlich eine sehr positive Überraschung – dass die ganze Tour noch so „untouristisch“ ist. Also schon gut und effizient geplant, aber von der Teilnehmerschaft her völlig anders als erwartet. Wir waren im Prinzip die einzigen Touristen. Der Rest waren fast ausschließlich Locals, teilweise direkt aus Vancouver, teilweise aus der näheren Umgebung. Das fand ich spannend. Auch oder gerade weil man durch die sehr persönliche Vorstellung ja direkt von Anfang an ins Gespräch kommt. Hier entstand eine zusätzliche Lokalkolorit-Facette, mit der wir gar nicht gerechnet hatten. Natürlich gibt es auch etwas, was mir nicht so gut gefallen hat. Das war zum einen die Food-Auswahl selbst.Nicht falsch verstehen, alles war gut, lecker und genug. Aber man versuchte hier doch eher auf Qualität und Besonderes für Kanada zu gehen, was prinzipiell nachvollziehbar ist, aber dann gerade für Europäer, die gute Wurst und vor allem gutes Brot kennen, ein Stück weit das Innovative reduzieren kann. Ich hätte mir halt mehr unterschiedliche Kulinarik-Reflektionen der ja so besonders vielfältigen ethnischen Bevölkerungsgruppen von Vancouver gewünscht. Werde dies aber als direktes Feedback weiterleiten - vielleicht ändert sich ja schon bald etwas in diese Richtung. Ein weiterer kleiner Minuspunkt waren ein Teil der Verkostungs-Locations. Teilweise fühlte man sich mittendrin, was richtig gut war. Teilweise war es aber auch so, dass man schnell mit den abgeholten Probiereinheiten aus der Markthalle hinausging, um sie irgendwo neben der jeweiligen Eingangstür zur verkosten, um aus dem Weg zu sein. Macht alles Sinn – man muss ja nicht mit 10-12 Leuten einen Verkaufsstand so lange blockieren, bis alle mit der Verkostung fertig sind. Und man möchte natürlich auch all das Interessante hören, was Michael über die Food-Samples und deren Herstellung zu erzählen hat. Aber man muss es ja nicht schön finden, wenn man abseits neben Pallettenhaufen oder Lager-Containern steht, um exquisite Trüffelwurst zu verkosten. Das überraschendste und damit auch positivste war für mich aber die Reaktion meiner Kinder, die der Tour am Ende im Rahmen unseres familieninternen Bewertungssystems absolute Topnoten gaben. Damit hatte ich definitiv nicht gerechnet - das ist schon toll. In meinem abschließenden Gespräch mit Michael frage ich ihn, was denn sein Foodie-Tour-Favorit ist. Und er gibt offen zu, dass es die Food-Truck-Tour durch Vancouver ist. Klar, weil die nämlich tatsächlich die ethnische Vielfalt Vancouvers widerspiegelt. Aber sicher nicht so farbenprächtig ist. Alles in allem bin ich mit der Tour aber sehr zufrieden. Es ist etwas Neues. Es zeigt ein Icon von Vancouver, den Granville Island Market, aus einer völlig neuen, nämlich lokaleren, Perspektive und ich bin beeindruckt von der Leidenschaft und durchweg positiven Energie unseres Guides Michael. Er ist wirklich ein richtiger „Foodie“ und liebt das, was er macht. Das hat mir gut gefallen.

Noch einmal machen wir uns im Anschluss auf zum Stanley Park, denn natürlich wollen wir mit den Kindern auch das Vancouver Aquarium erleben. Es liegt ja sehr idyllisch im Park, mitten im Grünen. Ich erinnere mich noch, wie ich bei meinem ersten Besuch in Vancouver – damals vor mehr als 30 Jahren als mal so gerade Erwachsener – noch große Augen gemacht habe, als ich ich vor den Bassins der Orcas und der Belugas stand. Nun, das ist Geschichte. Und das ist gut so. Schon lange ist hier beschlossen worden, keine Wale mehr in Gefangenschaft zu halten. Wirklich gut, dass diese Episode in der Chronik des Vancouver Aquariums vorbei ist. Größtes Verständnis auch bei meinen Kindern. Felix findet die Vorstellung geradezu absurd, Wale in Gefangenschaft zu halten. Ganz genau, stimme ich zu und freue mich. Ja, die beiden sind halt schon echte Whalewatcher. Haben die Orcas schon auf dem Pazifik unter ihren Kayaks hertauchen sehen…

Es ist richtig warm geworden und wir sind nicht allein im Aquarium. Es ist nicht wirklich voll, aber man merkt, dass viele Vancouverites das schöne Wetter genutzt haben, um herzukommen. Staunend und amüsiert zugleich stehen wir lange vor den Seelöwen, die wir ja auch schon in freiere Natur beobachtet haben. Auch hier könnte man die Frage stellen, ob die Haltung in einem Pool überhaupt artgerecht sein kann. Allerdings findet natürlich zwischen den Tieren und ihren Pflegern eine sehr intensive Kommunikation statt. Definitiv ziehen sie nicht so lethargisch ihre Runden wie damals die Orcas und es macht einfach Spaß, ihnen zuzuschauen – und zuzuhören! Genauso die Seeotter – man kann sich kaum von ihnen trennen. Ja, und einen Wal gibt es dann doch noch. Ein weiblicher Delfin wurde seinerzeit aus Fischernetzen befreit und seine Wunden hier versorgt. Aufgrund seiner durch die Verletzungen deformierten Flossen konnte er jedoch nicht wieder ausgewildert werden, darf aber im Aquarium weiterleben – und muss natürlich beschäftigt werden. Und so gibt es dann doch noch eine kleine Show, allerdings mehr eine informative Show – keine mit antrainierten Kunststückchen. Und auch das ist gut so. Alles in allem echt interessant hier im Vancouver Aquarium. Die Kinder scheinen auch genau im richtigen Alter zu sein. Sie interessieren sich für das Leben im Pazifik vor Westkanada, erkennen viel wieder, wissen schon vieles. Das hat für uns Eltern schon eine andere Qualität als das reine Sensationsstaunen aus früheren Jahren.

Beeindruckt sind wir alle von der heute eröffneten Ausstellung vom international renomierten Künstler Douglas Coupland zur Plastikvermüllung des Pazifiks. Unfassbar, was er da alles auf Haida Gwai aufgesammelt hat. Und sehr schön präsentiert und in Wandregalen anschaulich kategorisiert. Ich glaube, es hat auch bei den Kindern ein bisschen „Klick“ gemacht bei der Überlegung, wo eigentlich im ganz alltäglichen Leben Plastikmüll entsteht, der sich hinterher in unseren Meeren bzw. in den Mägen von daran verendeten Meereslebewesen wiederfindet. Über Kunstwert und Ästhetik der Ausstellung an sich lässt sich sicher streiten – oder eben gerade nicht – wie ich im Gespräch mit meiner Frau feststelle. Aber die Message ist wichtig – und beeindruckend ist es allemal, wie schlimm es tatsächlich um den Gesundheitszustand unserer Meere nur aufgrund von eigentlich ja so einfach zu vermeidendem Plastikmüll bestellt ist.

Zu Fuß zurück durch Vancouver Downtown. Es ist ein wunderschöner Tag geworden. Sonne, blauer Himmel. T-Shirt und kurze Hose sind ja eh schon seit dem Morgen angesagt. Mir gefällt es ganz gut, dass eigentlich an jedem unserer Tage hier in Vancouver immer auch so eine Schlenderpartie durch die Innenstadt mit dabei ist. Klar, die kann auch ganz nach Belieben an jeder x-beliebigen Stelle durch das Einsteigen in eines der günstigen Taxis abgekürzt werden, aber ein bisschen Schlendern muss schon dabei sein. Es gibt einfach so viele tolle Eindrücke rechts und links mitzunehmen, völlig abseits der eigentlichen Sehenswürdigkeiten. Heute, nach unserer Foodie-Tour am Morgen, fallen mir natürlich besonders die Foodtrucks und -stände ins Auge. Die sehen ja auch alle richtig cool und eigentlich echt einladend aus. Und wenn man an nur zwei bis drei Trucks vorbeigelaufen ist, ahnt man schon, dass man hier wirklich etwas von der kulinarisch übersetzten ethnischen Vielfalt Vancouvers mitbekommt. Nehme mir also vor, bei meinem nächsten Vancouver-Besuch eine Foodtruck-Tour zu buchen. 

Next time, denn für heute sind unsere Pläne bereits klar umrissen. Die Kinder haben sich für den heutigen Abend gewünscht, komplett und ungestört mit ihren Smartphones ins schnelle WLAN des Hotels eintauchen zu dürfen. Das bei einer braunen Papiertüte einer international bekannten Fastfoodkette, deren Inhalt uns genau diktiert wird. Na, gut. Passt eh ganz gut. Nicht nur, weil direkt gegenüber vom Rosedale ein solcher Fastfood-Laden zu finden ist. Auch, weil wir die Gelegenheit nutzen, uns mit alten Freunden zu treffen. Bruce und Nancy Maclean vom Sasquatch Inn in Harrison Mills sind unserer kurzfristigen Einladung gefolgt und nach Vancouver gekommen. Wir treffen uns zum Aperitif in Yaletown. Im „The Keg“ – einer meiner Lieblingsrestaurantketten. Und der Laden in Yaletwon ist besonders schön, da er eine echt tolle, stylische Dachterrasse hat, auf der wir auch prompt trotz des herrlichen Wetters unsere eigene Lounge-Sitzgruppe ergattern. Toller Einstieg in den Abend. Aber hier soll es für uns heute kein Dinner geben, obwohl es natürlich auch eine Superwahl wäre. Nein, heute soll es noch einmal Seafood mit Seaview sein. Es zieht uns wieder nach Granville Island, heute ins Bridges Restaurant. Kein Neuland für uns, eher ein Klassiker, der eigentlich immer wieder mit auf dem Programm stehen muss. Auf dem Patio sitzt man direkt am False Creek und blickt auf die imposante Burrard Bridge. Gut, dass wir reserviert haben. Hier ist sonst jeder Tisch belegt und Leute warten am Einlass darauf, noch einen Tisch draußen zu ergattern. Der Abend gelingt in Sachen Gesellschaft, Stimmung und vor allem Kulinarik. Frische Austern, Seafood Linguine und ein guter Wein – auch der dritte Tag in Vancouver findet ein würdiges Ende.


VANCOUVER 96: Stunde 66-82 (4. Tag)
„The Early Bird…“ – na klar, früh aufstehen heute! Heute stehen die Capilano Suspension Bridge und der Grouse Mountain auf dem Programm! Wenn ich eines bei meinen Aufenthalten in Vancouver gelernt habe, dann dass Attraktionen wie die Capilano Suspension Bridge ihre Wirkung am besten entfalten, wenn man ganz früh da ist. Möglichst vor den anderen Touristen. Gut, diese Erkenntnis habe ich bislang exklusiv. Meine Familie ist definitiv noch nicht überzeugt. Die Brücke würde ja wohl nicht weglaufen, sie wäre ja wohl auch später noch da. Aber nichts da: Um kurz nach sieben werden wir von unserem Partner Landsea Tours am Rosedale on Robson abgeholt. Ja, wir sind nach wie vor völlig ohne eigenes Auto hier in Vancouver unterwegs und da habe ich mich für die Teilnahme an der „Peak & Canyon“-Ausflugstour von Landsea entschieden. OK, zugegeben, an der frühen Abfahrtszeit habe ich etwas gedreht – normalerweise geht es etwas später los. Aber so früh in der Sommersaison zeigte man sich da bei Landsea Tours sehr kooperativ – hat mir gut gefallen!

Ok, 6.30 Uhr startet das Frühstück im Rosedale – passt. Die Tagesrucksäcke (Peytos natürlich!) haben wir schon dabei. Schnell einen Kaffee und Muffin gegriffen und mit dem Fahrstuhl runter in die Lobby. Und tatsächlich, da wartet der Kleinbus von Landsea bereits auf uns. Los geht’s durch Downtown und den Stanley Park über die Lions Gate Bridge nach Nord-Vancouver. Ja, und das ist tatsächlich der Vorteil an einer solchen organisierten Tour: Die Fahrer sind nicht nur Fahrer, sondern eigentlich echte „Driver-Guides“. Das heißt, es wird viel erzählt unterwegs. Man lernt doch noch wieder einiges neues über Vancouver dazu. Auch wenn die Fahrt ja relativ kurz ist – 20 Minuten etwa vom Rosedale.

Geschafft. Wir sind die Ersten an der Capilano Suspension Bridge. Und auch heute schickt sich das Wetter an wieder mitzuspielen. Es sieht nach einem herrlichen Sommertag mitten im Mai aus. Die Capilano Suspension Bridge im sommerlichen Morgenerwachen – ganz für uns allein! Es ist wirklich etwas Besonderes, völlig ungestört in diese tiefgrüne Parallelwelt einzutauchen. Allein schon das Vorbeischreiten an den kunstvollen Totems, die man nun in aller Ruhe in Augenschein nehmen kann. Und die Brücke, ja, sie wirkt einfach anders, wenn man sie für sich hat. Ein schmaler, schwingender Grat über einen wilden Canyon mit dem in der Tiefe wie gemalt dahinrauschenden Capilano River hinüber in das undurchdringliche Regenwaldgrün auf der anderen Seite. Und dort geht es ja weiter mit dem System aus Hängestegen fast in den Wipfeln der Rotzedern und Douglasien. Das ist natürlich auch gerade etwas für die Kinder. Und plötzlich wird so manche Diskussionsposition vom frühen Morgen eigenständig überdacht – für Eltern immer ein echter Etappensieg!

„Ok, Papa, das ist ja doch ganz schön cool hier.“, höre ich meine Tochter Anna trällern und schaffe es, das „Na, und wer hat es heute morgen schon gesagt?“, das eigentlich dringend aus meinem Mund heraus will, im letzten Moment noch hinunterzuschlucken. Nein, jetzt bloß keine „Siehste?“-Nummer, sondern einfach nur den Ort und den Moment genießen. Anna ist so fasziniert, dass sie plötzlich ihre Leidenschaft für’s Fotografieren entdeckt. Und, zack, bin ich meine gute Canon los und es bleibt mir nur noch das iPhone für Fotos. Aber was soll’s. Es freut mich ja, auch wenn ich später feststellen werde, dass keines von Annas Capilano-Fotos wirklich für irgendetwas verwendet werden kann. Egal, das kommt noch. Und im Moment ist es einfach schön zu sehen, wie die Kinder in diese grüne Welt eintauchen. Völlig natürlich, ganz selbstverständlich. Und das alles nur eine gute Viertelstunde von Downtown Vancouver entfernt! Und plötzlich bin ich wirklich allein. Es gibt so viel zu entdecken für die Kinder, dass alle irgendwo in unterschiedliche Richtungen verschwunden sind. Anna ist mit meiner Kamera abgezischt. Irgendwie höre und sehe ich sie alle ab und zu zwischen den Baumwipfeln hersausen, aber hier und jetzt bin ich ganz allein und blicke in das faszinierende Grün der Baumwipfel durch das inzwischen auch die ersten Sonnenstrahlen hindurchfunkeln. Ein seltener, köstlicher Moment.

Ja, der Regenwald, die Brücke und die Totems zur frühen Morgenstunde haben uns alle fasziniert. Und so einiges gelernt haben wir auch. Dinge, die im Gedächtnis bleiben. Für Felix zum Beispiel, dass er mit seinen 12 Jahren ziemlich genau die Größe einer gleichaltrigen Rotzeder hat. Ja, und dann der Souveniershop zum Schluss. Noch nie hat es mich vorher in ihn hineingezogen, aber das scheint beim Rest meiner Familie ganz anders zu sein. Und erstaunlicherweise scheint auch das Sortiment Anklang zu finden. Jeder findet irgendetwas – von Süßigkeiten bis zu Sonnenbrillen – und kann mir in beeindruckender Argumentationstiefe klarmachen, wie sehr gerade dieser Artikel nun zur persönlichen Abrundung des außergewöhnlichen und einmaligen Erlebnisses „Capilano Suspension Bridge“ gehört. Well, it is what it is.

Aber jetzt es weiter, zum Grouse Mountain. Im Prinzip ja nur einfach ein Stück weiter die Straße hinauf. Es ist schon so lang her – ich habe ganz vergessen, wie nahe der Grouse Mountain an der Capilano Suspension Bridge und damit auch an Downtown Vancouver liegt! Nach wenigen Minuten erreichen wir den Parkplatz an der Gondelstation. Extrem wenig los, denke ich. Liegt das am Mai oder daran, dass wir so früh unterwegs sind? Vielleicht an beidem. Jedenfalls ist der Parkplatz nicht einmal zu einem Viertel gefüllt und es gibt keinerlei Wartezeiten an der Gondel. Und dann geht sie los, die Gondelfahrt. Für Skifahrer wie uns natürlich erst einmal nichts Bbesonderes – so etwas machen wir ja im Skiurlaub mehrmals am Tag. Aber dann kommt die Aussicht ins Spiel – und dann wird es doch etwas Besonderes. Es hat schon etwas, über so viel grünen Regenwald hinwegzugucken in dem Moment, wenn die Skyline von Vancouver Downtown und der Pazifik im Burrard Inlet sichtbar werden.

Schnee! Ja klar, eigentlich überhaupt nicht verwunderlich, dass es auf 1000 Metern über Seehöhe mitten im Mai noch Schneereste gibt. Hätten wir uns denken können. Aber nach diesen im Prinzip ja schon fast hochsommerlichen Tagen kommt es uns doch etwas skurril vor, hier oben in kurzer Hose herzulaufen und rechts und links neben den Wegen noch Schneereste zu sehen. Aber klar, in den schattigeren Bereichen kämpft der Schnee noch um sein Überleben. Und die aufgeschobenen Schneehaufen können auch nicht so schnell verschwinden. Schließlich laufen wir hier ja durch ein Skigebiet – die Pisten unter dem Sessellift links sind ja auch gut zu erkennen. So, erst einmal oben in die Day-Lodge. Erst einmal zur Aussicht. Und die ist wirklich einmalig. Ja, man kennt sie von Bildern und Postkarten, aber es ist schon etwas anderes, sie an einem solch schönen Frühsommertag selbst zu erleben. Das Bild ist erhaben. Man ahnt, wie die Pioniere – und natürlich sehr viel früher schon die Ureinwohner – magisch angezogen wurden von der einzigartigen Schönheit der Lage der Landspitze, auf der heute die Innenstadt von Vancouver und der Stanley Park liegen.

OK, erst einmal genug Aussicht. Jetzt auf zu den Grizzlies. Ja, Grizzlies! Denn das hier oben auf dem Grouse Mountain eingerichtete Grizzly-Refugium ist ja eine der Hauptattraktionen des Bergs. Man muss nur den sich auf dem Weg abzeichnenden Tatzenabdrücken folgen, ein Stück den Berg hinauf und vorbei an beeindruckenden Exponaten der Kettensägen-Schnitzkunst. Unterwegs sausen ein paar Zipliner über unsere Köpfe. Ja, das sieht richtig gut aus. Das Grizzly-Refugium ist ein größerer Bereich mit Erhebungen, Felsen, einem Teich und vielen Bäumen. Wir sehen erst einmal nichts. Aber auf einem Weg kann man den Bereich umrunden und irgendwann erspähen wir einen der Bären. Ich vermute, es ist Grinder, der da unter einer Hemlocktanne dösend im Schnee liegt. Der Grizzly, für den dieses Refugium ins Leben gerufen wurde. 2001 wurde er als kleines Jungtier allein und völlig ausgehungert gefunden – auf einer Forststraße nahe Invermere, im Inland von British Columbia. Man sah zunächst keine andere Möglichkeit, als ihn einzuschläfern, doch Grinder kämpfte sich durch und ließ sich wieder so weit aufpäppeln, dass er sich für dieses Rettungsprogramm empfahl. Daher wohl auch sein Name „Grinder“. Wenig später bekam Grinder Gesellschaft von Coola, ebenfalls ein männliches Grizzly-Junges, das im Juni 2001 auf der Straße bei Bella Coola (daher der Name) aufgesammelt wurde, nachdem seine Mutter überfahren worden war. Ganz interessant, denn damit kann man hier nun einen Inlandsgrizzly und einen Küstengrizzly bewundern. Und tatsächlich sieht man, dass Coola, den wir wenig später an dem langsam auftauenden Weiher erspähen, deutlich größer als Grinder ist, bei etwa gleichem Alter. Aber dennoch, so lassen wir uns von dem diensthabenden Ranger erklären, scheint es so, dass Grinder der dominante Bär im Gehege ist, der auch immer wieder Gerangel und kleinere Kämpfe provoziert. Ein echter „Grinder“ halt.

Auf dem Weg zurück zur Day-Lodge machen wir natürlich einen Stopp an der gerade stattfindenden „Lumberjack-Show“. Zwei sportliche Holzfällertypen duellieren sich in allerlei Kraft- und Geschicklichkeitsprüfungen und das ganze wird moderiert von einer jungen Dame, natürlich auch im Holzfäller-Look. Das ist natürlich was für die Kinder, die sofort mit dem Publikum mitgehen und mal den einen, mal den anderen Holzfäller anfeuern und es großartig finden, dass beide auch regelmäßig ins Wasser fallen. Schließlich, so sagt mir Felix, kann man sich ja bei dem ganzen Schnee drumherum vorstellen, wie kalt das noch sein muss! Zurück an der Day-Lodge genießen wir dann ein letztes Mal die Aussicht. Die Sonne steht hoch und der Pazifik funkelt richtig in der Ferne vor der Lions Gate Bridge. Wie traumhaft muss es sein, an diesem Ort zum Sonnenuntergang zu sein. Vielleicht sogar zum Sunset-Dinner. All dies ist ja möglich und viele Kunden und Bekannte haben mir auch schon gesagt, dass es zum Abend hier am schönsten sein muss. Ok, next time. Heute hat es einfach so am besten für uns gepasst. Und die tollen Eindrücke frühmorgens an der Capilano Suspension Bridge möchte ich auch auf keinen Fall missen.

Von unserem Driver-Guide lassen wir uns am Cardero’s an der Waterfront absetzen. Der Patio ist klasse, hat echt Atmosphäre vor den vielen Yachten und mit der Aussicht auf den Stanley Park und die Berge hinter dem Wasser. Wir wählen einen Hochtisch, der auf dem Patio noch frei ist und fangen an zu genießen. Jeder auf seine Weise. Austern für mich und meine Frau (sie nimmt allerdings „nur" die überbackene Variante) und Ribs und Chicken Finger (typisch Seafood halt) für die Kinder. Gefällt mir gut – hier war ich nicht zum letzten Mal!

Für den Rest des Nachmittags ist wieder Downtown-Schlendern, Shoppen, Eis und kurzes Relaxen im Hotel angesagt, bevor es abends dann ins nächste Restaurant geht. Normalerweise hätte uns unser üppiger und leicht dekadenter Lunch im Cardero’s völlig gereicht. Aber wir sind eingeladen von Jillian Francis, der Sales Direktorin und Miteigentümerin des Rosedale on Robson. Und es geht ins Provence Marinaside am False Creek. Auch echt klasse – und ich kannte es überhaupt nicht. Meine Güte, man muss echt ein paar mehr Tage in Vancouver verbringen, um überhaupt einmal zu realisieren, was hier kulinarisch so alles möglich ist! Und ganz ehrlich, es lohnt sich, hierfür mehr Budget einzuplanen, denn auch das sind Erinnerungen, die bleiben! Zurück zum Provence Marinaside, das auch einen schönen kleinen Patio zum False Creek hat, allerdings noch mit einer kleinen Straße dazwischen. Service und Essen sind großartig. Es gibt noch einmal Austern – ich muss aufpassen, dass ich keinen Eiweißschock bekomme – und dann einen hervorragend zubereiteten Lachs. Einen tollen Weißwein dazu und zum Anschluss der gemeinsame Spaziergang zurück durch Yaletown zum Hotel. So findet auch unser vierter Tag in Vancouver, der letzte voller Tag in der Traumstadt, seinen würdigen Abschluss.


VANCOUVER 96: Stunde 90-96 (5. Tag)
Heute stehen wir noch einmal ganz früh auf, verzichten sogar auf das Frühstück im Rosedale. „Vancouver-96“ – so ganz sind die 96 Stunden in Vancouver ja noch nicht rum und die allerletzten wollen wir noch einmal mit einem absoluten Highlight genießen, dem Paukenschlag zum Schluss. Schon um kurz nach sechs machen wir uns mit dem Taxi auf den Weg zur Waterfront. Zum Terminal von Harbour Air Seaplanes, direkt am Wasser zwischen Canada Place und dem Westin Bayshore Hotel. Für mich gibt es ja eine ganz einfache Vancouver-Regel: Kein längerer Aufenthalt in der Stadt ohne Flug mit Harbour Air! Denn die Situation, die Harbour Air in Vancouver schafft, ist meines Wissens weltweit einzigartig: Mal ganz abgesehen davon, dass Harbour Air inzwischen wohl die größte Wasserflugzeug-Airline weltweit ist, ist es einfach ein absoluter Traum, hier mitten in der Innenstadt, mitten im Burrard Inlet, vor der Kulisse von Downtown und dem Stanley Park zu starten und über die Coast Mountains hinweg in das Pazifikküstenpanorama zu gleiten. Und ich liebe das Fliegen in Wasserflugzeugen – das ist richtiges Fliegen für mich! Ich finde, wer diese einmalige Gelegenheit in Vancouver nicht nutzt, sollte sich unbedingt vorher klarmachen, was er verpasst – und dass so eine Gelegenheit so schnell nicht wiederkommt! Und das Angebot ist ja vielfältig. Allein bei den „touristischen“ Flugpaketen, wie zum Beispiel der Flug aus dem Burrard Inlet hinauf in die Berge mit Wasserung auf einem einsamen Bergsee, das „Fly & Dine“ oder der originelle „Mail Run“, hat man ja schon die Qual der Wahl. Nimmt man jetzt noch die vielen Destinationsflüge hinzu, entsteht plötzlich eine Vielzahl ungeahnter Möglichkeiten. Warum nicht mit dem Wasserflugzeug hinüber nach Victoria und mit der Fähre oder den Whalewatchern von Prince of Whales zurück? Warum nicht mit der Twin Otter hoch auf den Green Lake bei Whistler – vielleicht von dort nach ein oder zwei Tagen weiter nach Victoria? Oder ein Ausflug nach Seattle! Und der neueste Kracher steht auch noch ganz oben auf meiner Liste: Der Direktflug von Downtown Vancouver nach Tofino! Ich finde, Harbour Air macht Vancouver zu einem richtigen Exkursions- und Abenteuer-Hub. Einzigartig für eine Metropole!

Ok, jetzt aber erst einmal schnell zum Terminal von Harbour Air. Aber wo ist es denn? Die Wasserflieger sehe ich, aber vergeblich halte ich Ausschau nach dem kleinen Container-Büro auf der Stegkonstruktion, wo ich mich in den vergangenen Jahren schon so oft zum Flug gemeldet habe. Und dann sehe ich das Schild über der Tour des noblen Waterfront-Gebäudes: „Vancouver Harbour Flight Centre – Seaplane Terminal“. Wow, kein kleines Container-Büro mehr! Ich schreite durch die Tür und bin beeindruckt. Das ist ja riesig – im Vergleich zu vorher! Ein richtiges kleines Terminal – hat schon fast etwas von kleinem Flughafen. Mit Check-In, Luggage-Check, Lounge-Wartebereich mit Panoramablick auf’s Wasser und die Flieger. Toll. Sogar einen Coffee-Shop gibt es – aber nur für Gebäck und Spezialkaffees, denn die großen Thermoskannen mit dem kostenlosen Kaffee für alle wartenden Passagiere gibt es dann doch immer noch. Es herrscht ein reges Treiben, aber trotzdem alles total relaxt. Floatplane-Flying halt. Ich find’s großartig und freue mich auf unseren Flug!

Dann werden wir aufgerufen und zu unserem Flieger gebracht. Einfach über den Steg marschiert und rein in den Flieger. Die übrigen Passagiere kommen auch und der Captain ist auch schon im Anmarsch. Das ist ja das Angenehme an den Flügen mit den Wasserfliegern. Es geht alles unglaublich schnell und unkompliziert, bis man im Flieger sitzt und abhebt. Wenn man da ‘ne Viertelstunde vor Abflug am Terminal ankommt, dann ist das überhaupt kein Problem. So auch heute. Das Gepäck wird im Heck und in den Floats verstaut und schon steigt der Pilot ein. Ein kurzes „Good morning, Folks – let’s get going!“, bevor er sichtlich gut gelaunt das iPad in die Halterung vor dem ersten Sitz schiebt und auf „Start“ drückt. Sicherheits-Video. Für alle auf dem iPad. Floatplane-Flying halt.

Dann starten wir in Richtung Indian Arm. Rechts liegen Canada Place und Downtown. Wir heben ab und der Pilot leitet die Linksschleife vor den schneebedeckten Gipfeln der Coast Mountains ein. Wir fliegen über den Stanley Park und über die Lions Gate Bridge – muss an die Guinness-Familie denken – hinaus auf den Pazifik. Alles bei herrlichem Wetter und toller Sicht. Vorbei an der Küstenlinie von West Vancouver und über Bowen Island. Ich kann die kleine Bucht sehen, in der wir vor drei Tagen bei Doc Morgan’s zu Abend gegessen haben. Dann die Sunshine Coast mit Sechelt und der Saltery Bay. Weiter westlich sieht man dann schon bald die Küste von Vancouver Island, der wir nun nach einer großen Schleife nordwärts folgen. Es gibt eigentlich permanent irgendetwas Tolles unter uns zu sehen. Tolle Berge, dichte Wälder, ein Kreuzfahrtschiff auf dem Weg nach Norden, viele kleine Inselchen. Floatplane-Flying halt – man ist bei passendem Wetter eigentlich immer auf einer Höhe, aus der man alles unten sehen kann. Und die Landung ist natürlich auch immer wieder ein Spektakel. Wenn man so langsam in einen kleinen Hafen hineinsinkt und wassert – in diesem Fall in die Marina von Comox. Zack, Flieger am Steg festgemacht, Motor aus, alles aussteigen. Noch ein paar Schritte über den Holzsteg und da sind wir in Comox - gerade mal eine Stunde später. Unser Taxi-Shuttle wartet schon. Für uns geht es jetzt weiter nach Campbell River, wo uns noch ein kurzer Wasserflugzeug-Hüpfer in den Knight Inlet erwartet. Aber das ist ein neues Abenteuer, das ich an anderer Stelle erzählen werde. Jetzt und hier beschließen wir zunächst nach diesem tollen Westküstenflug im Wasserflugzeug unser „Vancouver-96“-Projekt, unsere 96 Stunden in der Traumstadt Vancouver!

Mein Fazit: Zunächst zur Reisezeit: Super! Der Mai ist in und um Vancouver genauso der Wonnemonat (mit allen Chancen und Risiken) wie bei uns. Für uns hat es sich wie Sommer angefühlt. Und man hat die Stadt fast für sich allein! Dann zu den Erlebnissen und zum Reiseerlebnis für die Familie: Es hat alles gepasst und es war herrlich bunt. Schon am Ankunftsabend hab’ ich mich herrlich über meine Tochter amüsiert, die mit ihren 10 Jahren trotz Jetlag direkt den Schalter umlegen und mit Spiegelsonnenbrille Beachlife und Cactus Club an der English Bay genießen konnte – wie ‘ne Große – während Felix im Hotel schon vorher den Kampf gegen den Jetlag aufgegeben hatte. Aber schon am ersten vollen Tag waren wir alle fit und früh unterwegs – und fanden gerade die geführte Radtour durch den Stanley Park grandios! Ein Highlight am selben Abend war auch die Zodiactour in den Sonnenuntergang und zum Dinner nach Bowen Island. Vancouver ist nicht nur schön, wenn man mittendrin ist, sondern gerade auch, wenn man es aus der Distanz betrachtet. Das hat auch der Gondeltrip auf den Grouse Mountain noch einmal deutlich gemacht. Naja, und die Capilano Suspension Bridge frühmorgens ist ja ohnehin etwas Besonderes. Hat man mehr Zeit für die Stadt, nimmt auch die Kulinarik einen größeren Raum ein – wenigstens bei uns. Also, ich fand´s sensationell: Cactus Club, Bridges, Provence Marinaside, Cardero’s – man kann es sich im wahrsten Sinne des Wortes auf der Zunge zergehen lassen – an all diesen Plätzen bin ich ganz sicher nicht zum letzten Mal gewesen! Ach, und die bunte Foodie Tour im Granville Island Market, die ja gerade den Kindern so gut gefallen hat, haben wir da ja noch gar nicht erwähnt! Als krönender Abschluss dann der Wasserflugzeug-Flug mit der Harbour Air über Vancouver hinweg – einfach nur großartig! Also, es lohnt sich, mehr Zeit in Vancouver zu verbringen – gerade auch mit der Familie! 96 Stunden – 4 Tage – sind schon toll und eigentlich doch noch relativ entspannt. Unser Programm kann man sicherlich auch in drei Tagen schaffen (zum Beispiel, wenn man das Shoppen weglassen kann). Verbringt man weniger Zeit in dieser Stadt, fängt man einfach an, vieles zu verpassen.



(Anfang verpasst? Hier geht’s zurück zu Teil 1 des Reiseberichts!)
96 Stunden in Vancouver