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Quer durch Kanada im Wohnmobil Ontario - Kanada Wohnmobil und Fraserway

Kanada September 2014

Von Ost bis West


Ein Beitrag zum Textwettbewerb 2014 von SK-Kunde Christian Hans Schwarz




Dieser Reisebericht soll einfach einen kleinen Einblick in meine Reiseerfahrung von Kanada geben. Ich habe die Touren natürlich etwas genauer beschrieben, so dass ih euch auch etwas daran orientieren könnt, falls ihr die Tour auch machen möchtet.


Vor allem will ich mit der kurzweiligen und amüsanten Beschreibung eine andere Art von Reiseführer machen, die einfach Spaß machen soll zu lesen - bei der du aber auch nicht alles so ganz genau nehmen darfst. Es gibt sicherlich Dinge, die ich gar nicht beschrieben, einfach übergangen oder andere Details mehrfach wiederholt habe.
Vor allem aber dient dieser nachfolgende Bericht der Unterhaltung.

Kurzbeschreibung:
Also wirklich gut vorbereitet bin ich nicht - damit ihr überhaupt wisst, um was es geht, hier ein kurzer Überblick, was geplant ist:
Da mein Bruder in den nächsten Tagen in Ottawa/Kanada heiratet - werde ich die Reise über das große Wasser wagen, damit ich bei diesem Ereignis dabei bin.
Allerdings möchte ich auch die Möglichkeit nutzen und für 14 Tage die Rockies besuchen, um einige Tagestouren dort zu machen.
Sicherlich merkt Ihr, dass ich nicht zum Autor geboren bin -
verzeiht mir bitte meine grammatikalischen Würfelleien und Schreibfehler.
In der ersten Woche war ich bei der Hochzeit von meinem Bruder in Ottawa.
Also sind die ersten 5 Tage eher privat und eventuell nicht so interessant.
Wenn ihr allerdings wissen möchtet wo man gut Essen gehen kann in Ottawa,
ein bisschen was über die Stadt erfahren wollt und sehen möchtet, wo man in den Hills auch Hochzeit machen kann, darf man diesen Teil natürlich sehr gerne lesen.

Ab Tag 6 beginnt dann die neue Reiseberichtnummerierung mit 1/6 etc. und die eigentliche Reise durch die Rockies. Ich war nur in einer kleinen Region der Rockies also "Kananaski Country" - "Banff National Park" und "Jasper Nationalpark".

Über die anderen Parks werde ich auch gerne berichten, falls ich sie einmal bereisen sollte. So jetzt aber viel Spaß beim Lesen.

Tag 1: Von Stuttgart nach Ottawa

Es ist 7 Uhr morgens, ich stehe am Bahnsteig und warte auf den Zug.
Der Koffer stand schon seit Dienstag fertig gepackt im Ankleidezimmer .Nun ist es endlich soweit. Eine Stunde früher als geplant fahre ich los.
Die S-Bahn rollt an, und ich verabschiede mich von meiner derzeitigen Wahlheimat.

In Stuttgart angekommen, muss ich erst einmal über die Baustelle von Stuttgart 21 laufen, um zu den Bahngleisen zu gelangen. Es hat sich aber schon viel getan.
Ich nehme einen Zug früher als geplant, muss zwar umsteigen, aber was soll es - jetzt soll es endlich losgehen.

Die Wartezeit verbringe ich damit, meine letzten Euros auszugeben und mir 3 Donuts und ein Baguette bei Lé Crobac zu holen. Die Donuts in die Tasche, das Baguette in den Magen.

Es ist viel los auf den Bahnsteigen, ebenso wie im ICE nach Mannheim.
Ich mach es mir im Bistro gemütlich und trink ein überteuertes schlecht schmeckendes Gebräu was sich Kaffee schimpft.

Durchsage: "Wir haben 10 min. Verspätung, es ist nicht gewährleistet, dass Sie Ihre Anschlusszüge bekommen" - aus den 10 min. Verspätung wurden 12min. Laut Fahrplan hätte
ich 6 min Zeit gehabt, um in Mannheim am gegenüberliegenden Gleis in den ICE nach Frankfurt einzusteigen. - Na toll, dachte ich mir, fängt ja gut an -

Aber, auf die Bahn ist eben verlass - Da der andere Zug auch 8 min Verspätung hatte ging alles wie am Schnürchen. Man kann sich halt darauf verlassen, die Bahn kommt immer zu spät.

Am Flughafen in Frankfurt angekommen, wurde mir durch das freundliche Personal schnell geholfen, Check-In Schalter gefunden, Koffer aufgegeben trotz 2,5 kg Übergewicht, super freundliche Dame, die mich da bedient hat...

...und ab durch den Zoll - die wollten nix von mir, ich hatte auch nix dabei.

Nach einer schlechten Currywurst ging es dann in den Flieger.
Über den Flug gibt's nicht viel zu sagen - war lang, zwei mittelmäßige Filme angeguckt
und schlecht gegessen - aber man drückt es teilweise halt rein - hat man ja bezahlt.

In Ottawa angekommen, holte uns mein Bruder mit seiner neuen Frau am Autoverleih im Flughafen ab. Er hat uns- meinen Eltern und mir - ein wirklich zauberhaftes Appartement besorgt und ein tolles Auto.

An den Verkehr muss man sich erst einmal gewöhnen. Die Ampeln sind auf der gegenüberliegenden Straßenseite bzw. Kreuzung - Mit dem Schilderwald komme ich auch noch nicht ganz klar, aber ich denke, dass das sich in den nächsten Tagen auch klären wird.

Nach einer Mini-schnell-durch-das-Viertel-Schlender-Tour - haben wir in einem Irish Pub zu Abend gegessen - danach gab es noch eine Lightshow am Parlament.


Tag 2: Ottawa - Eine junge Stadt

Also von heute kann ich euch nicht viel berichten - da einfach nicht viel passiert ist.
Die meiste Zeit des Tages habe ich damit verbracht, im Auto zu sitzen und durch Ottawa zu fahren ohne Navi. - Unmöglich ...

Wir waren um 9.00 Uhr verabredet zum Breakfast im Farmhouse mit Rachel und meinem Bruder (dem Brautpaar) - aber hier laufen die Uhren etwas langsamer und das Farmhouse machte erst um 10.00 Uhr auf. No problem - ein paar Meter über die Bank Street geschlendert, stehen wir vor einer Art Starbucks, allerdings mit Kaffee aus eigener Röstung - war ganz gut.

Danach ging es zurück zum Farmhouse in Ottawa in der Bankstreet - ja das Essen war ganz okay - aber ich hab irgendwie die Pancakes mit Ahornsirup vermisst - hab ich irgendwie noch nirgends hier in Canada gefunden.

Nach dem Frühstück ... es ist inzwischen 15:30 Uhr - gehen wir wieder zu unserer Unterkunft. Eine Stunde später besuche ich meinen Bruder in seinem Haus und schaue mir sein neues Heim an.

Über den Rest reden wir am besten nicht -
Ich habe versucht ohne Navi (es ist in Canada sehr schwierig günstig an Internet zu kommen) vom Haus meines Bruders zu unserem Appartement zu finden. Dabei musste ich eine Zwangsrundfahrt durch Ottawa machen.

Diese Tour führte mich auch über den Brewed Marked , den wir später noch besuchen werden. Sieht aus wie unsere Stuttgarter Königstrasse - viele Einkaufsgeschäfte, Bars und Restaurant nebeneinander.

Nach einem kleinen Drink ging es wieder zurück zum Appartement und danach in das wohl schlechteste Restaurant in Ottawa. Meine Eltern wollten zum Abendessen zum Thailänder gehen - da dieser direkt in der Nähe von unserem Appartement lag.

Äußere Erscheinung:
Das Restaurant liegt an einer Ecke und ist von zwei Seiten zu sehen. Die Scheiben sind mit schlechten Bildern vom Essen zugeklebt und andere unsinnige Werbung klebt von außen an dem Restaurant. Eigentlich schon ein Grund in Europa den Laden nicht zu betreten.

Innen:
Die Tische sehen für einen günstigen Vietnamesen typisch aus. Die üblichen Saucen in bekannter Asia-Manier stehen auf dem Tisch.
Ein asiatischer junge ca. 12 Jahre alt bedient uns, sonst ist niemand im Laden zu sehen.

Karte:
Die Karte sieht aus wie der Laden von außen.
Zugepflastert mit schlechten Bildern

 

Essen:
Dafür gibt es zwei punkte - optisch sieht es gut aus ...
Geschmacklich: ich hab immer noch so einen bitteren Nachgeschmack im Mund ...

Tag 3: Ottawa - Kennenlernen der Familie

Heute ist der Tag, an dem wir die Familie meiner Schwägerin kennenlernen.
Wir sind zum Essen eingeladen in ein arabisches Restaurant.

Unterwegs begegne ich immer wieder diese typischen nordamerikanischen Trucks.
Sie sind optisch etwas kleiner als z.B. ein Mercedes-Actros, aber dafür doppelt so laut und sehen sehr imposant aus. Immer wieder findet man auch Kirchen an den Straßen, die aussehen als hätte man sie gerade erst gebaut.

Am Restaurant angekommen schaue ich mich erst einmal um - direkt gegenüber gibt es einen kleinen Sushi Laden - macht einen ganz passablen Eindruck und so ist es auch.
- der Tag scheint gerettet nach zwei Lachs Sushi und 6 Avocado Maki.
Jetzt komme was wolle. Bericht nachzulesen auf Yelp.

Das Mittagessen zieht sich bis spät in den frühen Abend.
Trotzdem beschließe ich spät am Abend noch nach einem kleinen kulinarischen Highlight in der Stadt zu suchen...

... keine 300m von unserem Appartement entfernt, finde ich das womöglich beste Restaurant der Stadt. Dieser Ausflug soll sich mehr als gelohnt haben. Sicherlich ist es nicht billig, aber was kann man von "billig" schon erwarten.
Es war einfach phänomenal - so stelle ich mir ein Bar/Restaurant in Canada oder auch in Irland/Wales etc. vor

Hier stimmte einfach alles -
Nur eine kleine Nische in der Häuserfront an der großen Bankstreet ist das Walesbone.
Es ist etwas dunkel so wie viele Pubs - es ist voll und laut. Die meisten Besucher dieses Lokals sind mittleren Alters, aber auch ein paar junge Einheimische sitzen an der Bar.

Hier wird Musik zwar nicht von Hand gemacht, aber der Barkeeper der gleichzeitig auch Austernöffner und Chef in einer Person ist legt hier die Platten noch eigenhändig auf.
Ein alter Schallplattenspieler steht auf der Rückseite des Tresens und darüber ein Regal mit unsortierten meist alten Vinylplatten. Immer wieder stöbert der Barkeeper durch die Sammlung und sucht nach dem nächsten musikalischen Highlight an diesem Abend.

Vorspeise: Fischsuppe - sensationell !! Mehr kann ich nicht sagen.
Hauptgang: Kanadische Austern.... viel besser als die französischen.
Der Ausflug hat sich gelohnt - da gibt man mal gerne 80$ aus.

Tag 4: Hochzeit - Le Belvedere - Ottawa

Ja - der große Tag der Hochzeit ist gekommen.
So gegen 7:00 Uhr fahre ich durch die Stadt, um zum Weddinghotel zu kommen.
Es ist ruhig, die Stadt schläft noch. Aus dem Fluss steigen Nebelschwaden, die leicht über das Wasser gleiten. Die Sonne wirft ihre ersten Strahlen über das Parlament und Downtown - ein toller Anblick!

Kurze Zeit später befinde ich mich im Hinterland. Es geht Richtung Westen in die Hills.
Zum ersten Mal sehe ich die viel bewunderte Natur von Kanada. Sicherlich ist es nur ein kleiner Teil, aber es ist ein wunderschöner.
Jetzt verstehe ich auch, was mit weitem Land gemeint ist. Im Prinzip sieht es aus wie bei uns im Nordschwarzwald. Viele Hügel, Laubbäume, Tannen und alles ist tiefgrün - nur alles in Maxiausgabe.

Man könnte hier länger als eine Minute eine Kamerafahrt über das Panorama machen und immer noch keinen Telefonmasten, Straße oder Ähnliches sehen.

Nach ca. 20 min verlasse ich den Highway. Dazu man muss sagen, dass die Straßen hier nicht mit denen in Deutschland zu vergleichen sind, sondern eher mit denen in Süditalien oder in Randgebieten von Spanien.

Es geht jetzt auf einer kleineren Landstraße etwas kurvenreicher durch die Hügel im Vorland von Ottawa. Auf beiden Seiten sieht man immer wieder kleine zu gewucherte Seen und Tümpel, man fühlt sich schon fast wie in der Wildnis angekommen.
Die Nebelschwaden liegen über den Bäumen und ziehen langsam der immer stärker scheinenden Sonne entgegen.

Die letzten Meter zum "Le Belvedere" gehen auf einem matschigen Pfad relativ steil den Berg hinauf.

Oben angekommen erscheint ein wundervoller Ausblick

Tag 5: - Der Tag nach der Hochzeit

Heute ist nicht viel geplant - einfach noch den Tag von gestern verdauen.
Ich mache mich morgens auf, um meinen Eltern Croissants zu besorgen - die ganze Aktion gestaltete sich allerdings schwieriger, hier versteht man unter "Bakery" eher ein Süßwarenladen als eine Bäckerei mit Brot.
Ich nutze die Gunst der Stunde und besuche eine Kaffeerösterei.
Wirklich leckerer Kaffee.

Nachdem ich beim Supermarkt ein paar Brötchen besorgt hatte, schlenderte ich wieder zurück zum Appartement. Wir frühstückten auf der Terrasse und schauten uns später dann einen See in der Nähe an.

Ganz in der Nähe war auch Little Italy - eine Straße mit italienisch klingenden Namen und selbstgemachtem Eis. Allerdings zählen hier Türken und Griechen auch zu "Little Italy".

Tag 1/6 - Aufbruch nach Calgary

Dieser Tag ist der 6. Tag von meiner Kanada-Reise aber eigentlich der 1. Tag von der Reise in den Rockies.
Nun soll es also beginnen, das Abenteuer (der Trip den viele gerne machen würden, ganz alleine durch das Gebirge der Rockies fahren und wandern - oder auch nicht).
Egal wem ich heute begegnen werde, alle schauen mich mit erstaunendem Blick an und fragen, ob ich wirklich alleine durch die Rockies fahren und wandern will. - Dazu später mehr.

Die Koffer sind gepackt und der Rucksack wartet nur darauf, dass er auf den Schultern getragen werden darf.

Viel zu früh treffen wir am Flughafen ein. Der Flughafen von Ottawa ist ziemlich klein, aber modern und schnuckelig - man kann alles überblicken und sich auch nicht verlaufen. Beim Check-In geht hier alles per Touchscreen vollautomatisch.

Man muss halt seinen Reisepass dabei haben und einlegen, die Flugnummer wissen
und schon kann man sich selber einchecken - tolle Sache. Meine 2,5 kg Übergepäck wurden zum Glück toleriert - Danke AIR CANADA - Ein Blick auf die Abflugtafel, was fällt auf - wo soll es wohl hingehen?

Klar - natürlich an den einen Ort, wo es keine +Grade haben soll nach Calgary - der Olympiastadt. Aber was soll es, ich bin es ja gewöhnt aus der Schweiz vom Wintercamping.

In Calgary nach 4 Stunden Flug angekommen, muss ich erst einmal die Uhr um zwei Stunden zurückstellen. Der Check-out ist etwas ungewöhnlich. Ich steige aus der Maschine aus und stehe plötzlich zwischen den wartenden Menschen, die in den nächsten Flieger oder sogar in den gleichen wollen, mit dem ich gerade gelandet bin.
Bei der Landung und der langen Rollphase am Boden hab ich schon bemerkt, hier in Calgary ist ein sehr großer Flughafen, also hatte ich natürlich auch ein wenig die Befürchtung, dass ich mich verlaufen könnte.

In der Wartehalle angekommen, suche ich die Kofferausgabe. Plötzlich steht ein Cowgirl mit Lederhose, Bluse und einem weißen Cowboyhut vor mir und winkt uns in eine Richtung. Mir fällt das Koffersymbol an den Richtungsschildern auf ,und so finde ich das Gepäckband in der Ankunftshalle - überall Frauen und Männer vom Flughafenpersonal in dieser typisch canadischen Cowboykluft - sieht toll aus, irgendwie fühle ich mich jetzt angekommen-
Koffer geschnappt und mit dem Shuttle, der schon auf mich gewartet hat, zum Hotel.

Leckeres Abendessen im Mexican Grill - vermutlich das letztemal in dieser Woche, dass ich mir ein Restaurantessen gönne. Danach ab ins Hotel und sich auf morgen freuen.

Tag 2/7 - Calgary -> Kananaski Mountains -> ca 130 km (Elkbow Lake)

Über Nacht fegte ein Schneesturm über Calgary. Alle Ampeln sind ausgefallen und viele Telefonleitungen. Es hat in der Stadt ca. 5cm Neuschnee gegeben.
Früh am Morgen im Hotel warte nicht nur ich auf den Shuttlebus von Fraserway.
Doch nach einer kleinen Verspätung auf Grund der winterlichen Zustände geht es endlich los.
Die Übergabe läuft relativ zügig und ich kann mein Minicamper in Beschlag nehmen.
Er ist wirklich klein. Wie sollen da zwei Personen genügend Platz haben? Ich bekomme gerade all meine Sachen unter. - Aber ich bin zuversichtlich, da er sehr wendig ist und ich vermutlich überall damit parken kann.

Mittags geht es los zum Supermarkt, um Proviant einzukaufen.
Ich habe mich auf die nötigsten Lebensmittel beschränkt: Kaffee, Wasser, Salat, Fleisch, ein paar Chips- mal sehen wie weit ich damit komme - nach der Rechnung von 180$ müsste ich ja eine Woche gut davon leben können.

Nach dem Supermarkt fahre ich auf der Landstraße 567 in Richtung Highway 1A.
Ein weites und offenes Land erschließt sich mir. Kaum habe ich die Stadt hinter mir gelassen, fühlt man sich ganz alleine -nur eine endlose Straße vor einem.

Nach einer Weile mache ich auch schon die erste Begegnung mit einem Tier.
Ein Eichhörnchen hoppelt über die Straße - kenne ich ja schon aus Ottawa. Nichts besonderes, trotzdem lustig.

Die Strasse 567 wird nun zur 772. Ich muss ein paar Umleitungen aufgrund von Bauarbeiten fahren, stört mich aber nicht, hab ja mein Google GPS das zum Glück funktioniert, weil ich die Karte noch schnell im Hotel geladen habe.

Als ich über eine Anhöhe fahre, sehe ich wie keine 200m vor mir ein sehr großer Fuchs von Rechts nach Links die Straße überquert. Oder war es ein Kojote? - ich weiß es bis heute nicht. Leider war ich zu langsam und konnte den Augenblick nicht festhalten. Ich fahre dann langsam weiter auf der 1A ins Gebirge durch ein beeindruckendes Seengebiet welches zum Nakoda-Indianer-Reservat gehört.
Mitten im Niemandsland läuft in der Ferne ein Mensch auf der Straße.

Ich halte an und nehme ihn ein Stück der Reise mit - es stellt sich heraus, dass er ein Nakoda-Indianer ist und hier in der Nähe gerade ein Hollywoodfilm gedreht wird.
Er gehöre zur Crew und sein Auto sei stecken geblieben.
Nachdem ich ihn abgesetzt habe, befinde ich mich mitten in einem Waldgebiet.
Plötzlich stehen Kühe auf der Straße vor mir - hier muss man wohl wirklich mit allem rechnen.

Auf dem Highway1 angekommen, fahre ich wieder ein Stück zurück in Richtung Calgary, biege aber gleich die nächste Abfahrt rechts ab Richtung Kananasky Country.
An der Ausfahrt ist das Casino der Nakoda-Indianer und auch die Grenze des Reservates.

Nach einem kleinen Zwischen-Stopp in Kananaskis Village und dem nahe gelegen Campground, bekomme ich den Tipp noch weiter nach Süden zu fahren zu den Kananaskis Lakes.

Dort angekommen, quartiere ich mich in einen der wenigen offenen Campgrounds ein:
Elkwood. Nach einem kleinen Abendessen will ich noch eine Runde Joggen. Es ist 19 Uhr und noch relativ hell. Es hat gerade aufgehört zu schneien. Da ich die letzte Woche nur faul rumgelegen bin, denke ich mir, daß das jetzt wohl gar nicht so verkehrt ist.

Nach Kilometer 3 mitten in der Pampa , mache ich dann meine erste Begegnung mit einem Bären. Zwar hab ich ihn nicht live gesehen, aber er muss kurz vor mir hier vorbeigekommen sein und sich auch noch in der Nähe aufhalten. Da die Spuren ganz frisch sind und kein Schnee darauf liegt, beschließe ich, langsam wieder zurück zu laufen.
Es ist mir dann doch ein bisschen zu gefährlich im halb Dunklen gleich mit einem Bären zu kämpfen.
Na ja - im Vorfeld kann man leicht sagen, ich stell mich darauf ein. Aber wenn man wirklich mitten in der Wildnis auf einem Pfad mitten im Wald steht und die einzigen Spuren, die man neben seinen eigenen sieht, die eines Bären sind und die Fußstapfen größer sind als die eigenen Füße, dann wird einem zwangsläufig etwas mulmig.

Am Camper angekommen, beschließe ich nach einer Dusche den Tag ausklingen zu lassen und mich morgen auf die erste Wanderung im Schnee zu freuen.

Tag 3/8 - Kananaskis Lakes -> Rawson Lake -> Elkwood Campground
Schwierigkeitsgrad: leicht / Gelände: Wald / Dauer: 2 1/2h

Ein wunderschöner Morgen. Die Sonnenstrahlen wecken mich. Ich höre den Schnee von den Bäumen auf den Boden fallen. Alles ist weiß. 10 cm Schnee liegen auf dem Tisch auf meinem Platz. Die Parzellen sind sehr großzügig, hier hätten locker 3-4 Zelte drauf Platz.
Ich mache die Türe von meinem Van auf und genieße erst einmal ein paar Minuten die Stille der Natur. Es ist herrlich. Die Nebelschwaden ziehen die Straße herauf und brechen die Sonnenstrahlen, die über das Dach der Bäume zu linsen versuchen.
Es ist immer noch kalt. Ich mache mich zur Abfahrt bereit und um 7.30 Uhr biege ich auf die Straße Richtung "Boulten Creek". Fast hätte ich ein großes Reh oder eine Hirschkuh überfahren. Ich kann das nicht so gut unterscheiden.

Ich biege nach links ab, um in das Tal zu den "Upper Kananaskis Lakes" zu kommen -
es sieht aus wie im Winter. Alles hat ein mystisches Licht, das im großen und ganzen blau-weiß erscheint, manchmal aber auch grün schimmert.

Aus irgendeinem Grund habe ich die Ausfahrt zum "Upper Lake" verpasst und bin mitten auf der Landzunge zwischen den beiden Lakes gelandet. Ich fahre ein Stückchen weiter und lande an dem schönen Fleckchen "Panorama" - woher der Name kommt, lässt sich leicht erklären, wenn man die Aussicht um diese Uhrzeit zu Gesicht bekommt.
Die Sonne ist schon über den ersten Hügeln aufgestiegen und erhitzt das kalte Wasser des oberes Kananaskis Lake. Zauberhafte Nebelwölkchen ziehen über das Wasser, das aus einer Vielzahl von Blautönen besteht -

Dieser Ausflug hat sich auf jeden Fall jetzt schon gelohnt.
In der Ferne sieht man den einen oder anderen schneebedeckten Gipfel der doch sehr schroffen und steilen Mountains -es ist kein Wunder, dass viele nicht so einfach zu begehen sind, denn es führt auf keinen normalen Wanderweg hinauf.

Ich mach mich langsam auf und fahre wieder zurück, um die richtige Ausfahrt zu den "Upper Lakes" zu finden. Dort angekommen gibt es zwei Parkplätze ich nehme den oberen. Nach etwas suchen finden ich den Anfang von dem Trail - Er ist am Ende des unteren Parkplatzes auf dem auch im Sommer die Boote zu Wasser gelassen werden.
Noch ein kleines Erinnerungsbild.
Es ist wohl schon ein einzigartiges Erlebnis, Anfang September eine so schneebedeckte Aussicht zu haben, aber trotzdem noch ein mildes Klima. Gefühlt ist es etwa 4° +.
Kurz nach mir kommen zwei Rancher-PicUps vom AlbertaPark-Guide an und laufen mit einer größeren Gruppe hinter mir her - aber ansonsten ist weit und breit niemand zu sehen.

Der Trail führt direkt am südlichen Rand des Sees entlang.
Nach ca. 13min kommt ein Bach als Hindernis mit einem wunderschönen Wasserfall.
Ich sage euch: das ist die erste Challenge gewesen. Ich laufe durch einen eiskalten Fluss/Bach, in dem alle darin liegenden Steine mit einer 1cm dicken Eisschicht bedeckt sind. Zum Glück ist die Karte Wasser dicht - war gleich das Erste, das ins Wasser geflogen ist. Zum Glück sind meine Wanderstiefel einigermaßen dicht.

Nach 20min geht es dann weg vom See und südlich relativ steil den Hang hinauf.
Vor mir ist noch niemand gelaufen und hier in Kanada gibt es keine Wegweiser wie bei uns in den Alpen, auch keine Zeichen an den Bäumen. Hier ist nichts, alles sieht gleich aus. Dazu kommt, dass die Bäume hier deutlich enger stehen als bei uns. Die Gruppe, die vorher noch hinter mir war, hat den leichten Weg rund um den See genommen. Es wird immer stiller je tiefer ich in den Wald hineinlaufe. Der Schnee ist mittlerweile bis zu 20cm tief. Ich bin jetzt ca. 1 Stunde unterwegs und treffe wieder auf die ersten Bären spuren. Man sieht wie die Rinde relativ frisch beschädigt worden ist.
Zum Glück hat es geschneit und ich kann mich beruhigen. Es sind keinerlei Tierspuren zu sehen. Ich fasse den Entschluss und laufe weiter. Die Aussicht die mich oben am "Rawson Lake" erwarten sollte, wird mich belohnen.

Ein wundervolles Schauspiel spielt sich heute am "Rawson Lake" ab. Es rumort, knarrt und tost. Die Sonne erhitzt den Schnee und an den gegenüberliegenden Felsen schießen die Schneebretter mit lauten Geräuschen über das Gestein in den Abgrund.
Der See liegt wie im Märchen sicher in einem Tal von Bergriesen, die den See bewachen und sich in ihm spiegeln. Man fühlt sich wie im "Winter Wonderland" - ein außergewöhnliches Ereignis - jetzt fühle ich mich richtig in der Wildnis angekommen.

Wieder hinabgestiegen, bin ich froh, heute keinem Bären begegnet zu sein. Der See hat jetzt sein Kleid abgelegt und strahlt in der Sonne. Die Farbe des Wassers wechselt zwischen Türkis und dunklem Blau.

Ich möchte noch eine Touristen-Tour machen. In der Mitte der Landzunge gibt es einen kleinen Rundgang. Künstlich angelegt und ganz nett.
Am Campground wieder angekommen, mach ich zuerst einmal einen kleinen Mittagsschlaf. Danach möchte ich noch zu den oberen Lakes. Gegen 15:30 Uhr starte ich zu meiner zweiten Tour. Direkt vom Platz aus laufe ich los und besuche noch kurz das Elkwood Amphitheater -was man da nicht so alles in die Wildnis stellt- ich habe davon kein Bild gemacht - hat sich nicht gelohnt.

Weiter geht es Richtung William Watson Lodge - Wow, das ist ja purer Luxus.
Da stehen wunderschöne Holzhütten mitten in der Natur, bestimmt 10 Stück oder mehr.

Es scheint so, als habe ich mal wieder den richtigen Riecher gehabt und auch diese Landschaftsbilder werden mein Herz höher schlagen lassen. Nebenbei werde ich Augenzeuge wie ein Fischer eine sehr große Regenbogenforelle aus dem Wasser zieht.
Außerdem erlebe ich eine weitere Besonderheit an diesem See. Gerade wird eine Regatta für Behinderte ausgetragen. Das wäre ein einmaliges Ereignis, so viele Segelboote auf dem Lake. Na dann.. ich kann auch ohne Segelboote, die machen so viel krach mit ihren Hupen da vertreiben die mir doch alle Tiere.

Ich laufe nun am Ostufer des "Oberen Lake" Richtung Norden. Der See hat relativ wenig Wasser-es ist ja auch schon fast Winter. Wenn ich die Gegend so betrachte, kann ich jetzt die ganzen Geschichten, die ich früher als Kind gelesen habe oder als Hörbücher in Kassettenform, viel besser verstehen.

Überall im Wasser treiben tote Bäume und es liegt Holz am Ufer. Auf der gegenüberliegenden Seite sieht man eine Uferzunge, die mit Schilf bewuchert ist, aber nicht so wie bei uns, sondern eher steppenartig.
Ich setze mich eine Weile auf die Steine am Ufer und schaue mich um.

Nicht dass es täuscht, die Segler waren direkt bei den Lodges, aber 10m weiter abseits fühlt man sich sofort wie in der Wildnis. Als ich weiter laufe, komme ich wieder durch Schneefelder am Ufer. Hier ist klar zu erkennen, die letzten 4 Tage ist hier niemand vorbeigekommen.

Ich entscheide mich, nicht den gleichen Weg zurück zu gehen, sondern die Skitouren / Langlaufloipen für den Rückweg zu nehmen. Diese laufen auf der anderen Straßenseite auf dem "Meadow Trail" entlang. Laut Karte sind sie nur max. 300m von der Straße entfernt- ab und zu stehen noch ein paar Picknicktische herum- das beruhigt zwar, aber vermutlich kommt hier niemand mehr vor dem Start der Wintersaison vorbei.

Dank meiner Runningapp weiß ich aber ungefähr wo ich bin. Hier gibt es kein Netz also um Hilfetelefonieren ist nicht. Zu Haus angekommen versuche ich den Grill zu befeuern was aber nur spärlich klappt. Das Holz ist einfach zu feucht. Brennt zwar aber ned so das es zum Grillen reicht - also teste ich die VanKüche - hat dann auch geklappt.

Morgen werde ich die Lakes verlassen und mich Richtung Norden auf machen.

 

Tag 4/9 - The Fortress -> Canmore -> 3000m
Schwierigkeitsgrad: mittel Gelände: Wald/Geröll Dauer: 3-4h

Heute war mal wieder ein Reisetag mit einer kleinen Wanderung geplant -
Ich verlasse die Kananaskis Lakes morgens gegen 7:30 in Richung Canmore.
Noch einmal habe ich die Möglichkeit auf den oberen Kananaskis Lake zu schauen.
Ich fahre auf der anderen Seite entlang und biege dann nach rechts ab in die Berge
Auf eine Schotterstraße. Also wenn man hier in der Gegend von einer Schotterstraße spricht, dann ist diese Straße so breit wie eine Autobahn, zwar mit Schotter was ja nicht so schlimm wäre, aber auch mit dementsprechend vielen Schlaglöchern, die den ganzen Van durchschütteln - also an die Geschwindigkeitsbegrenzungen oder Warnschilder sollte man sich tunlichst halten.

Nach einer halben Stunde bin ich dann schon am "Chester Day Use" angekommen. Das Schöne an den kanadischen "Popular Hikes" ist ja, dass sowohl an den Startpunkten wie auch an den Aussichtsparkplätzen überall Toiletten sind.

Um 8.00 Uhr starte ich meine Wanderung in Richtung Chester Lake.
Durch einen relativ lichten Wald laufe ich bis zu einer Weggabelung, dann geht es rechts ab in Richtung See.

Die Canadier lieben Loops. Mir kommt es vor, als ob sie am liebsten überall Loops einbauen würden - Hauptsache "one way" und einen schönen Kreis ,
damit sie ihre Straßenschiffe auch schön lang durch die Wildnis schleifen und die Luft verpesten können.

Na ja.. auch egal .. auf jeden Fall ist das hier auch ein Loop - für den Auf- und Abstieg zu dem Lake. Es liegen immer noch 5 cm Schnee, also gehe ich davon aus, daß es ein Nordhang ist, ich kann es nicht sehen, weil die Sonne von einer dichten Wolkendecke verdeckt ist.

Zwischendurch kommt mal ein kleiner blauer Fleck zum Vorschein, aber ich weiß noch nicht, ob mich das wirklich zuversichtlich stimmen soll.
Man merkt, dass wir schon höher sind, denn die Bäume sind nicht so dicht wie noch gestern beim "Upper Lake" - gemütlich geht der Weg hinauf durch einen schönen Tannenwald. Nach einer Viertelstunde erreicht man eine kleine Lichtung, überquert diese und landet wieder auf einem großen Steppendelta.

Hier entdecke ich wieder frische Bärenspuren. Sie sind vielleicht ca. 1 Stunde alt. Der Schnee um die Bären-Tapsen herum ist noch nicht zusammengesackt sondern steht noch fest im Boden. Ich glaube, dass er mich gehört und sich dann von mir weg entfernt hat.

Oben auf der Hochebene angekommen, eröffnet der Trail ein wunderschönes idyllisches Plateau. Die Bäche haben sich durch die Gegend gewunden und sich ihren Weg gebahnt.

Kleiner Tipp: Wenn auf einem Schild steht: "Skitrail not go in summer" - sollte man dies beherzigen ... denn sonst könnte es ziemlich feucht enden. Diese Skitrails oder Schneeschuhtrails laufen nämlich quer über das Sumpfgebiet, das gleichzeitig natürlich auch Bärengebiet ist.

Nach 5 Minuten bin ich am See. Schöner Ausblick. Das Wetter scheint zu drehen. Jetzt ist plötzlich alles bedeckt und der Himmel zieht noch mehr zu. Doch ich bleibe auf meinem Weg. Ich laufe weiter den Steilhang hinauf über eine Böschung und durch ein kleines Tal hinauf über die Waldgrenze zu den Geröllfeldern, die von unten schon zu sehen waren.

Ich bin jetzt eineinhalb Stunden unterwegs. Ich beschließe nun, etwas langsamer zu gehen und meine Kräfte einzuteilen. Es sind immer wieder große Schneefelder zwischen den Geröllfeldern, teilweise scheinen sie bis zu einem Meter hoch.

Es ist schwer, sich überhaupt einen Weg zu bahnen. An einen Wanderweg wie bei uns darf man gar nicht denken. Hier bist du nur auf dich alleine gestellt und den Weg, den du wählst, ist vor dir sicher noch niemand gelaufen.
Hier sieht man keine Anzeichen von Menschen.

Irgendwie gefallen mir diese Kananaskis Mountains - Je weiter ich hinaufsteige, um so schlechter wird das Wetter, zwar ist der Gipfel noch zu sehen, er erscheint auch sehr Nahe und doch entschließe ich mich dazu kurz vor dem letzten Anstieg am Fuß des Gipfels umzudrehen. Es hat angefangen zu Schneien und zu Stürmen.

Ich habe mein GPS schon 300m weiter unten ausgemacht, um Strom zu sparen, weil ich es eventuell auf dem Rückweg benötigen werde.
Ich denke, dass es die richtige Entscheidung war, umzudrehen.
Der Rückweg gestaltet sich so schwierig wie ich vermutet hatte. Ich muss über die ganzen Schneefelder und vereisten Geröllfelder absteigen.

Nach dem Hochplateu entscheide ich, die Westflanke zu nehmen. Weil erstens der Aufstieg über die Ostflanke sehr schwer war und sie mir auch nicht so sicher erscheint.
Zweitens sind auf der Westflanke weniger Schneefelder und ich muss nur eine kurze Wand von ca. 10m hinab klettern, damit ich wieder auf normalem Geröll laufen kann.

Der Schneesturm wird stärker. Mittlerweile liegt 1cm Neuschnee und ich suche verzweifelt nach meinen Spuren vom Aufstieg. Nach mehreren Anläufen habe ich endlich den Weg gefunden, auf dem ich gekommen bin.
Am Van angekommen, wechsele ich erst einmal die Klamotten, bevor ich weiter fahre.
Unterwegs begegne ich meinem ersten Elch. Doch das Beeindruckenste war der Lake, an dem ich die ganze Zeit entlang fuhr. In Canmore angekommen, bin ich erst einmal in den Supermarkt gegangen und habe mir Zewa gekauft... das hatte ich vergessen. ...

Kleine Joggingeinheit am Abend und Salat mit gegrillter Hähnchenbrust...
Jetzt noch schnell den Blog updaten... dann geht es ab ins Bettchen, damit ich fit bin für morgen ...

Tag 5/10 - Mount Lady MacDonald - 2.605 - Canmore
Schwierigkeitsgrad: mittel / Gelände: Wald/Hochgebirge / Dauer: 4h

Canmore ist eine wirklich schöne Stadt - es ist eine kleine Stadt in den Bergen, die auf Tourismus ausgelegt ist, aber eigenständig und intakt. Hier leben auch Einheimische.
Hier gibt es alles, was man benötigt: vom Supermarkt bis zum Baumarkt -
sogar eine RV-Propan-Gas Füll-Station. Ich muss sagen, dass mir alle Menschen mit sehr viel Freundlichkeit begegnet sind. Nicht so oberflächlich wie an anderen Orten, sondern sie haben sich wirklich interessiert -nicht nur nach dem Job gefragt oder ob man auch genügend Geld hat, sondern waren einfach gesellig und wollten sich unterhalten. Das fand ich sehr schön.

In der Canmore-Info Station war alles super perfekt. Als ich mir ein paar Flyer angesehen habe, kam die Dame hinter dem Tresen nach vorne und hat mich freundlich gefragt, ob sie mir helfen könnte.
Ja, das konnte sie.... Ich suchte natürlich Hiking Möglichkeiten in Canmore und Umgebung.
Sie hat mir alles super erklärt und auch wo der Supermarkt ist, wo ich parken kann, wo ein günstiger Campground ist. Einfach perfekt - Danke, Canmore!

Wenn ich das im Nachhinein gewusst hätte, dass in Banff die Situation ganz anders aussieht, wäre ich noch zwei Tage länger geblieben... aber dazu später mehr.

Übernachtet habe ich in dem Campground in der Stadt "Spreed Creek" oder so ähnlich. Auf jeden Fall bin ich auch hier voll des Lobes. Ich wusste zuerst nicht so recht was ich brauche - eigentlich brauch ich nichts, aber Strom und Wasser wären nicht schlecht...
Also hat Sie mich an der Rand des Parks quartiert - ich schau mir das an fahr wieder zurück weil ich noch in die Stadt wollte, frage Sie ob es irgendwo Internet gibt -
"Oh you need internet" - wait a moment.... das Ende vom Lied war: ich habe einen neuen Platz bekommen mit Internet und direkt am Service-Häusle. Supi, was will man mehr.

So, jetzt geht's aber los - "Summit - Lady MacDonald" - Die Dame an der Info hat mir ja eine Karte mitgegeben mit Parkmöglichkeiten etc. Alles super organisiert.
Am Parkplatz angekommen sehe ich erst einmal eine riesige Baustelle... Okay, macht ja nichts. Das Flussbett ist relativ leer, doch es ist ja auch September und die große Schneeschmelze ist ja im Mai-Juni.

Der Trail führt den Bach hinauf und biegt dann irgendwann links ab.
Es geht durch dichtes Gebüsch auf verschiedenen Pfaden den Berg hinauf,
die aber auf ein und demselben Weg enden.

Relativ weit unten überholt mich eine Gruppe von 4 Jugendlichen ich schätze mal so 17-21. Schön viel am labern und en ordentlichen Schritt drauf.
Nach dem ich den ersten Step erreicht habe, so nach 450 m, sitzen Sie da und keuchen um die Wette. Der Pfad führt langsam nach oben aber immer etwas nach Westen. Erst durch einen sehr lichten Wald dann durch ein Steingebiet..

Ab hier liegt wieder Schnee und der Weg wird schmaler und schwieriger. Immer wieder findet man schöne Aussichtspunkte, an denen ich kurz innehalte und die Landschaft genieße.

Nach gut 2 Stunden habe ich die Plattform erreicht. Von hier aus kann man den Gipfel sehen. Allerdings sieht es sehr schwierig aus, ich komme nur langsam voran, alles ist voller Schnee und Eis. Den Weg kann man sowieso nicht mehr sehen.

Es wird sehr steil, ich bin jetzt ca. 100 m unter dem Gipfel- er scheint so nahe.
Doch plötzlich türmt sich eine 50 m hohe Wand vor mir auf.
Mit Müh und Not erklimme ich diese und bin dann auf dem Gipfel.

Das war meine schwerste Tour bis jetzt, allerdings nur wegen des Schnees.
Man sieht keinen Weg und keinen Untergrund - jetzt im Nachhinein war es Sau gefährlich.

Danach fahre ich nach Banff, schaue mir die Stadt an und Quartiere mich in dem Campground vor Ort ein. Hier ist 4x soviel los wie in Canmore und du bekommst nur 1/3 der Tipps aufgrund der vielen Anfragen. Ich habe aber einen super ruhigen Campingplatz bekommen, der mir optisch sehr gefällt. Ist einfach mitten im Wald und sehr ruhig. Es gibt zwar kein Strom aber brauche ich auch für zwei Tage nicht.

Ach ja, eine kleine Anmerkung hier noch. Banff macht einfach eine gute Werbung - ich freue mich, so etwas noch zu sehen, so handgemachte Werbung - siehe Bild

 

Tag 6/11 - Mount Bourgeau - zwischen Banff und Lake Louise
Schwierigkeitsgrad: schwer Gelände: alpin Dauer: 6-8h

Die Tour ist die Hiking Tour 18 aus dem örtlichen Hiking Tour Plan -
Früh morgens fahr ich los so gegen 7:30, will ja auch nicht der Letzte sein.
Ich bin auch der Erste. Die erste halbe Stunde geht es durch ein Wäldchen immer in Schlangenlinien den Berg hoch, bis ich irgendwann dem Tal folge und dass sehr lan
Der Weg ist gemütlich und leicht, schön breit und nicht zu steil.

Wenn man an dem Wasserfall angekommen ist, der einfach fantastisch aussieht, wird der Weg danach etwas steiler und schmaler. Aber die Hälfte zum Lake ist geschafft.
Als kleine Orientierung: Der Lake liegt kurz über der Baumgrenze, dann weiß man immer wie lange man ungefähr noch zu laufen hat.

Oberhalb des Sees begegne ich der canadischen Art der Murmeltiere. Einfach süß. Endlich mal ein Tierbild ^^
Nach ca. 4 Stunden bin ich dann am Pass angekommen. Ich laufe noch eine Stunde weiter, bis kurz unter den Gipfel, dann ist meine Deadline, die ich mir selber gesetzt habe von 13:00 Uhr eingetroffen, wo ich nicht mehr weiter hoch steigen will. (Einfach aus Sicherheitsgründen ich weiß der Weg nach unten ist sehr lange und ich kenne mich hier noch nicht aus.)

Um 16:30 Uhr bin ich dann wieder unten am Auto angekommen - meine bisher längste Tour. Außerdem merke ich noch die 4 letzten Tage in meinen Beinen - ich bin einfach froh, wieder unten zu sein. Danach schlendere ich noch bissle durch Banff und Umgebung und mache ein paar Touri Sightseeing Bilder.

Morgen ist ein Relaxing Tag geplant - einfach mal ausspannen und die Touri Orte anschauen und fotografieren

Tag 7/12 - Minnewanka See - Rockboundlake - Banff
Schwierigkeitsgrad: leicht Gelände: Wald Dauer: 3h

Heute ist also der Relaxing Tag auf dem Programm, bevor es morgen wieder auf einen Summit geht.
Zuerst steht ein Besuch am Minnewanka Lake an. Das ist der See, an dem man halt mit dem Bootle so entlang schippert - heute hatte aber so früh noch keins offen - hätt eh kein Geld dafür ausgeben. Auf der Karte habe ich aber gesehen, dass es einen verdammt interessanten Trail gibt den "Aylmer Pass Trail" von wo man dann auch auf den Aylmer Mountain kommt - leider muss man laut Park Regeln min. 4 Personen sein um den Trail gehen zu dürfen, da es dort eine hohe Population von Bären gibt. - Schade, den hätte ich gern gemacht... vielleicht ein anderes Mal.
Ansonsten ist der Lake jetzt nix besonderes - wird halt ne bissle Touri Show draus gemacht, weil er ziemlich groß ist - wir wissen aber, dass es auch super schöne andere Seen gibt die sogar noch interessanter sind.

Nach dem Ich etwas Proviant eingekauft habe,
geht es weiter Richtung "Bow Valley Parkway".
Der Fachberater hat gemeint, wenn ich mal en ruhigen Tag machen möchte und was Schönes sehen möchte, sollte ich mir die "Falls" am Johnston Canyon Resort ansehen.
Das hörte sich ja ganz nett an. Ich also den schönen Bow Valley Parkway entlang mit 40 km/h und ab und zu mal an den Aussichtsplattformen halten und en Foto Knipsen wie man das halt so macht als Touri.

Da kommt auch schon die Ausfahrt zu dem Canyon Trail.
Auf dem Parkplatz stehen gefühlt 50 Autos und Heerscharen von Chinesen und Japanern bevölkern den Ort. Ich also nix wie weg und einfach mal an der nächsten Ausfahrt den Parkplatz am Castle Mountain genommen, aber natürlich den für die Wanderer und nicht den, für die Sightseeing Menschen. Hier stehen gerade mal 4 Autos. Supi, denke ich mir und wo geht es hier hin? - zu den Silverton Falls.

Nach einer halben Stunde hinauf und wieder hinunter, entscheide ich mich, den linken Weg zum Rockbound Lake zu nehmen.
Der Weg führt auf einem schönen Wanderweg langsam durch einen lichtdurchfluteten Wald nach oben.Auf diesem Weg gehe ich ca. 1 Stunde, bis der Weg zu einem Pfad wird.
Nach einer weiteren Viertelstunde erreiche ich eine Kehre und folge dem Pfad das lange Tal zum Pass hinauf. Ich laufe zwar ganz in der Nähe des Baches, kann ihn aber so gut wie nie hören,da alles mit Moos überwuchert ist und Pilze überall in verschiedenen Sorten aus dem Boden sprießen.

Nach einer weiteren Stunde erreiche ich die Hochebene. Es duftet nach verschiedenen Kräutern und Nadeln. Es ist ein beeindruckendes und schönes Tal.
Wenn ich die Bergketten so anschaue, denke ich sofort an die Westernfilme, in denen jetzt gleich die Indianer hinter den Zinnen hervortreten, bedrohlich ins Tal blicken und der Cowboy auf seinem Pferd und seinen beiden Mauleseln auf dem Trial zum Pass unterwegs ist.

Nach einer weiteren Viertelstunde auf der Hochebene habe ich den unteren See erreicht, der eine wunderschöne Farbe hat. Von dort aus geht es noch einmal 700m zu dem oberen See. Allerdings sind diese 700m sehr steil und ausgesetzt.

Doch wie so oft lohnt sich die Mühe, und ich bin unterhalb von dem Pass am Rockbound Lake angekommen. Wieder beim Auto fahre ich nach Lake Louise. Wie auch nicht anders zu erwarten, muss man den Spektakel nicht gesehen haben - auch wieder eine Flut von Menschen, hauptsächlich wieder Chinesen und Japaner und ganz wenig Kanadier.
Klar, ein idyllisches Foto machen kann jeder. Doch wie es dort in dieser "Menschen- über den- See -fahren- lassen- Fabrik" wirklich aussieht, will doch wahrscheinlich keiner wissen. Eigentlich so wie in Walt Disney...
Auch ich will euch diese Illusion bewahren.

Am Campingplatz in Lake Louise angekommen - war ich doch geschockt von den so schlechten Zuständen der sanitären Anlagen. Gerade in dieser Touri -Hochburg müsste das doch einigermaßen gut sein. Alle Campgrounds, auf denen ich bis jetzt war, waren besser und sauberer ausgestattet. Na ja - bin mal gespannt auf morgen.

Tag 8/13 - Mount Fairview - Temple Day Loge - Lake Louise
Schwierigkeitsgrad: leicht / Gelände: Geröll / Dauer: 2 1/2h

Um noch einmal auf den Campground am Lake Louise zurückzukommen:
wenn ich ein deutscher Reiseführerverlag wäre, würde ich in ganz klaren Worten zu verstehen geben, daß man diesen Campground meiden sollte.
1.) 1 Dusche für mehr als 180 Stellplätze
2.) die sanitären Anlagen sind alt und verschimmelt
3.) 1 Wasseranschluss für 180 Stellplätze
4.) keine Parkmöglichkeiten auf dem Campground selbst
5.) der Railway (Bahngleise) führt direkt am Camp vorbei. So kann man sicher sein, daß man Aufgrund von Dauergehupe des Zuges( um Tiere und Menschen von den Gleisen zu verscheuchen) in der Nacht geweckt wird.
Die Aussicht des Campgrounds ist schön, aber...

Doch genug der Kritik, das Wetter ist schön, ich bin um 8 Uhr am Parkplatz am Lake Louise und starte meine heutige Tour auf den Fairview Mountain.
Der Weg startet direkt vom Parkplatz des Sees und führt oberhalb des Castle auf der linken Seite des Sees hinauf durch einen dichten Wald. Hier ist wirklich alles gut beschildert, was ja in Kanada eigentlich eher eine Ausnahme ist.
Nach ca. 10 min überquere ich eine kleine Lichtung mit jungem Baumbestand und komme danach an eine Abzweigung. Ich bleibe auf dem Hauptweg,
der weiter durch ein relativ dichtes Waldgebiet führt. Die Sonne durchscheint nur spärlich die Bäume, obwohl der Hang voll in der Sonne steht. Man kann jedoch froh sein, denn später bekommt man keinen Schatten mehr.
Nach einer guten Dreiviertelstunde h erreiche ich den oberen Teil der Baumgrenze und laufe immer wieder durch freies Gelände mit jungem Baumbestand.
Dem Ende der Baumgrenze zu wird es zunehmend steiniger.
Nach einer 1h habe ich die Hochebene erreicht und genieße einen tollen Ausblick auf die umliegenden Bergspitzen.
Ich bin am Saddleback Pass angelangt.

Von hier aus könnte man jetzt wieder absteigen ins Morain Lake Gebiet. Aber Achtung- hier herrscht absolute Vorsicht: das ist Bärengebiet. Hier lebt eine Vielzahl an Bären.
Ich steige rechts hinauf durch das Tal und gelange so an den Fuß des Mount Fairview.
Eine Wand aus Geröllfeldern und Schotter türmt sich vor mir auf.
Ein schmaler Pfad führt steil in Serpentinen in der prallen Sonne auf den Gipfel.
Auf der linken Seite hat man eine wunderschöne Aussicht auf den Gletscher.
Oben angekommen genieße ich erst einmal die Aussicht über das grüne Tal des Bow Valley und das Tal in Richtung "Pipestone River" (Columbia Icefield -> Jasper)
Der Aufstieg ist wegen des Schotters relativ mühselig, aber nicht schwierig.
Um 11 Uhr ich sitze im Campingstuhl wieder im Park und trinke ein Cranberry-Gingerale mit Eiswürfeln und genieße die Sonne, die mit 22° C doch relativ warm erscheint, zumal man gerade noch auf fast 3000m war.

Lange halte ich es jedoch nicht aus. Es ist noch so früh und so beschließe ich, mir die Touri-Hochburg "Lake-Louise-Village" mal genauer anzusehen.
Ergebnis: Nichts Unerwartetes - braucht kein Mensch!

Da ich noch Zeit habe, beschließe ich einen kleinen Spaziergang auf der gegenüberliegenden Seite des Tals zu machen, wo sich das Lake-Louise Skigebiet befindet. Ich starte am Fish Creek Trailhead (der natürlich, wie soll es auch anders sein, wieder nicht ausgeschildert ist) aber auf meiner Wanderkarte kann ich schön sehen, wo ich mich befinde (oder denke mich zu befinden).Der Weg verläuft auf der Zufahrtsstraße für den Skibetrieb, ist also ziemlich breit und gut ausgebaut.

Ich laufe an einem Bach entlang, der immer zu hören ist. Zwar hat man das Gefühl auf der Straße sicherer vor Bären zu sein, aber warum eigentlich? Und schon wieder läuft mir einer über den Weg von links nach rechts einfach über die Straße...
Mittlerweile denke ich, dass es am wahrscheinlichsten ist einem Bären zu begegnen wenn man auf der Straße läuft.

Oben im Skigebiet angekommen, kann ich doch ein paar Almwiesen entdecken, die noch mit Wildkräutern und Blüten überwuchert sind. Hier kommt fast so etwas wie Almfeeling auf.

Übernachten werde ich noch einmal in Banff. Morgen jedoch werde ich einen Ruhetag einlegen, da eventuell meine Eltern zu Besuch kommen. Mittwoch gegen Abend oder Donnerstag früh werde ich direkt nach Jasper fahren.

 

Tag 9/14 - Banff - Vermillion Lakes - Hootiers

Meine Eltern haben sich angemeldet. Sie wollen heute am Nachmittag in Banff eintreffen. Sie machen so wie ich eine Kanada-Reise mit dem Camper, allerdings nicht nur in den Rockies, sondern von Vancouver bis Banff / Icefields / Jasper und wieder zurück.

Da ich bis zum Mittag noch etwas Zeit habe, beschließe ich erst einmal meine Wäsche zu waschen. Etwas unterhalb von den Campground "Tunnel Mountain" gibt es eine Laundry - also so Waschmaschinen, die man mit Geld füttern kann und dann kommt in der Regel saubere Wäsche heraus, wenn man lesen kann und die Maschinen richtig funktionieren. Ich bin auf Nummer sicher gegangen und habe "White&Coulors" - also kalt und hohen Schleudergang und beim Trockner habe ich auf "Delicates" gedrückt.
Ergebnis: Super, fast wie zu Hause.

Nach dem Großputz des Vans und der Wäscheaktion ist es 11:00 Uhr und ich mache mich auf den Weg zu den "Vermillion Lakes". Diese 3 Lakes sind auch in vielen Führern beschrieben. Sie liegen direkt bei Banff über dem Fluss.
Auf der Haupteinkaufsstraße fährt man einfach immer weiter über eine Brücke und biegt dann rechts ab. Dort steht dann schon ein großes Schild mit "Cave und Basin".
Wenn man jetzt denkt, dass das irgendwas mit Wasser und Hot Springs zu tun, so täuscht das. Hier geht es nur um eine "Historic Site" mit Gallery und Museum.
Doch zurück zum Wesentlichen. Auf der Straße fährt man dann weiter bis zu dem großen Parkplatz, wo sich die oben beschriebene Ausstellung befindet. Hier kann man kostenlos und ohne Beschränkung parken. Selbstverständlich nicht über Nacht. Nirgends in den Nationalparks ist das erlaubt.

Von hier aus läuft man über ein paar Stufen hinunter zu den Seen.
Hier steht nun der Sundance Trail (2.2km) oder der Healy CreekTrail der bis zur Sunshine Village Road führt zur Wahl.

Ich schlendere etwas am Ufer entlang. Jetzt im Herbst sehen die Seen auch wie Seen aus, doch im Frühjahr führt der Fluss so viel Wasser mit sich, dass alles wie eine große Flusslandschaft aussieht. Hier soll es viele Tiere zu beobachten geben. Stimmt vermutlich auch, ich bin nur ich zur falschen Tageszeit da. Am besten lassen sich Tiere ja morgens oder abends beobachten.

Nach meinem kleinen "Ried" Aufenthalt fahre ich zum Bahnhof und hole meine Eltern und noch zwei andere Wohnmobile ab (Freunde von meinen Eltern). Mit 4 Autos fahren wir dann durch die Stadt bis zu meinem Campground. Nachdem wir dort alles klar gemacht haben, besuchen wir die Hoodos. Das sind so längliche Felsen. Wie sie genau entstanden sind, habe ich noch nicht nachgelesen. Aber die Landschaft sieht dort sehr schön aus. Der Fluss schlängelt sich durchs Tal und die Wälder sehen richtig saftig aus.

Hier gibt es auch einen Trail, den man machen kann- von den "Bow Falls" bis zu den "Hoodos" und wieder in einem Loop zum Startpunkt zurück. Das erscheint mir ganz interessant zu sein, aber nicht im Moment. Wir sind ein Stück in einer knappen Stunde gelaufen, dann wieder zurück. In der Stadt haben wir noch dicke Steaks für den Grill gekauft und dann abends gegrillt. Wunderbar...

Morgen früh wollen wir eine kleine Wanderung mit allen 7 Personen machen in die Bärengegend am Lake Minnewanka

Tag 10/15 - Banff - Minewaka See - Rundwanderung
Schwierigkeitsgrad: leicht Gelände: Wald Dauer: 2 1/2h

Um 9:00 Uhr geht es los. Wir fahren mit zwei RV´s, so heißen die Camper, zum Lake Minnewanka und starten unsere kleine Wanderung am See entlang.
Es ist nicht so gutes Wetter, aber man kann ja nicht immer Glück haben.
Der Parkplatz ist direkt am See. Es ist so gut wie noch niemand da- nur ein frisch verliebtes Pärchen, das darauf wartet, dass der "Tour Boat" aufmacht-sie mit Lederschühchen mit Absatz und er mit frisch gegelter Locke und Hawaihemd.
Aber ansonsten -oh Wunder- noch keine Chinesen oder Japaner zu sehen.
Ist glaub einfach zu früh und zu schlechtes Wetter. Tut mir Leid, wenn ich mich manchmal wiederhole.
Auf einer Teerstraße gehen wir ein Stückchen am See entlang, vorbei an vielen Bänken, Tischen und Toiletten. Es ist schon bemerkenswert wie die Kanadier darauf achten, dass die Leute nicht in der Natur ihr Geschäft erledigen, ebenso sieht man viele Hundeklostationen.
Nach ca. 10 min kommen wir an der letzten Bootsanlegestelle vorbei und der Weg wird etwas schmaler. Rechts sehen wir einen Picknickplatz mit einer sehr schönen Aussicht auf eine kleine Insel, auf der ein paar Bäume stehen.

Im Hintergrund sieht man die Silhouette von den fast 3000ern- dem Mount Inglismaldie 2,964, dem Mount Girouard 2,995 und dem Mount Peechee mit 2,934m. Ein wahrhaft schöner Moment.
Nach der Kurve wird der Weg zu einem Wanderweg, der den Stewart Canyon hinaufführt .Ganz klar ist das Wasser, man kann bis auf den Grund sehen, jedoch sieht man keine Fische. Nur eine Ente schippert gemütliche vom See her langsam in den Canyon.

Auf der anderen Seite geht es nun etwas steiler hinauf auf den Hügel bis wir uns wieder langsam dem See nähern.
Diese Seite muss vor ein paar Jahren von einem schlimmen Feuer heimgesucht worden sein. Alle alten Baumbestände sind bis zum Gipfel vollständig abgebrannt. Ein paar alte Rümpfe stehen noch und bieten ein gespenstisches Bild. Doch ein paar Meter weiter sieht man junge Triebe und Blätter von Birken und anderen Bäumen in herbstlichen Farben-
von gelb über orange bis rot und grün- die sich im mittlerweile stärkeren Wind biegen.

Nach gut zwei Stunden kehren wir wieder um und fahren zurück nach Banff.
Nein- wir haben keinen Bären gesehen, aber dafür einen sehr großen Wapitihirsch, der plötzlich vor uns im Dickicht auftauchte, uns musterte und dann seiner Wege ging.
Im Moment ist Brunftzeit. Die Zeit, in der diese Art von Hirsch sehr gefährlich werden kann.
Zurück fahren wir einen kleinen Umweg über einen Seitenarm des Minnewanka Sees, machen dort kurz Pause und schauen uns die Gemsenart an, die dort zu Hause ist.

In Banff angekommen, steht eine kleine Besichtigungstour durch die Stadt auf dem Programm und ein Besuch in der nach Angaben der Banffér wohl "Besten Eisdiele der Welt". Das Eis war wirklich gut und mal bissle anders....
In Arco (Trentino) gibt's auch gutes Eis - ich weiß jetzt nicht, welches da besser wäre.

So ging dieser Tag auch relativ schnell herum. Morgen werde ich nach Jasper fahren und sehen, ob ich dort noch neue positive Eindrücke erhaschen kann.

Tag 11/16 - Icefields Parkway - Jasper

Es ist früh am Morgen. Wir starten zu unseren Touren. Ich fahre weiter nach Jasper, die anderen zu den Johnson Falls etc.
Da ich ein Stück wieder zurückfahre, habe ich mir vorgenommen, nicht an jeder Aussichtsplattform anzuhalten.

Jeder redet immer über diesen Mega spannenden Icefield Parkway .
So sind die Erwartungen schon sehr hoch, das muß doch sicher etwas schief gehen.
Zum Glück ist schlechtes Wetter und so komme ich gar nicht in die Versuchung, überall anzuhalten, um den Fotoapparat zu zücken.
Im Prinzip ist es eine Passstraße wie jede andere auch mit der kleinen Ausnahme, dass hier wirklich viele Gletscher zu sehen sind. Wobei es jetzt keine Mega-Gletscher sind, sondern die grauen Überreste von den Gletschern aus der Eiszeit-nicht unbedingt super beeindruckend.
Mein erster Halt ist der Pass auf dem Icefield Parkway, in der Nähe von einem See.
Da kann man aussteigen, 10 min hinauflaufen und ein Foto machen- muss man aber nicht. Doch auch ich bin hochgelaufen, habe ein Foto gemacht, doch zum Glück eines von dem Regenbogen, der sich am gegenüberliegenden Berg niedergelassen hatte.

Dann ging es weiter und ich bin an einem schönen Gletscher vorbeigefahren Den Namen weiß ich jetzt nicht mehr, doch werde ich es später erzählen, wenn ich auf dem Rückweg wieder vorbeikomme. Ich habe es mir auf der Karte gekennzeichnet. Es lohnt dort hinaus zu fahren. Sieht echt gut aus.
Nun geht es wieder bergab und zu einem "Crossing". Das schaue ich mir auf der Rückfahrt auch noch einmal an. Das fand ich auch schön.

Im Großen und Ganzen sollte man da anhalten, wo die anderen nicht anhalten-denke ich.
So fand ich zum Beispiel die Hochebene, die sich rot färbt und das Flussdelta, das sich wahnsinnig in die Breite zog und alle Grau- und Blautöne in sich vereinte. Dieser Kontrast zueinander war viel beeindruckender als alles, was die Broschüre beschrieb.
Wer schon einmal in Saas Fee war, den kann kein Gletscher mehr beeindrucken und wer schon mal am Rheinfall war, der braucht auch keine Wasserfälle am Icefield anschauen. Das Ganze erinnert mich irgendwie so an die Wasserfälle von Triberg. Alles wird so aufgebauscht, als wäre es das Tollste vom Tollen, doch dabei sind die schöneren Dinge direkt nebenan.

Doch zurück zum Thema: Das Columbia Icefield und den Gletscherwalk, der über eine Glasbrücke führt, die über einem Tal angebracht ist, und die die Sicht in das Tal von oben aus luftiger Höhe freigibt, habe ich ausgelassen aus dem oben genannten Grund. Total touristisch !
Ob es vielleicht doch das Geld wert wäre, werde ich nie erfahren,
weil für so etwas kein Geld ausgebe.
Danach geht der Parkway weiter Richtung Norden und führt durch eine breitere sumpfartige Gegend. Bald bin ich in Jasper angekommen, das viel kleiner ist als ich erwartet habe.

Nach einer kleinen Wanderung in der Nähe der Stadt, besichtige ich diese erneut und muss feststellen, dass es sich nicht wirklich gelohnt hat hierher zu fahren.
Im Infobüro wurde mir aber der heiße Tipp gegeben, morgen eine Wanderung auf einen Summit zu unternehmen, der nicht auf der Karte ist. Es ist auch kein Weg eingezeichnet in der Topokarte - na dann. Bin gespannt auf morgen.
Am Abend mache ich noch eine kleine Joggingtour am Wasser entlang und entdecke schöne Lodges die es hier gibt.

Leider habe ich keinen Laden gefunden, der frisches Gemüse hat.
Ein paar Äpfel bekommt man schon, aber richtiger Salat oder Gemüse scheint hier Mangelware zu sein.
Ich logiere auf dem Campingplatz "Whistler", der sehr groß ist, schön liegt aber doch auch einmal eine Grundsanierung nötig hätte.
Leider gibt es hier keinen Strom, auch nicht in den Gemeinschaftsräumen. Das wäre wirklich kein Aufwand, da ja in den Toiletten direkt nebenan Strom ist.
Ansonsten ist der Campingplatz zwar stark frequentiert, doch relativ gut gepflegt.
Ein paar Duschen mehr und näher an den einzelnen Campgrounds -so wie in Banff z.B.- wären angebracht und zeitgemäß.

Wie gesagt, morgen geht es auf eine wirklich harte Gipfeltour ohne Karte.
Abends werde ich versuchen, im anderen Campingplatz einen Platz mit Strom zu bekommen, damit ich den Laptop und das Auto einmal richtig laden kann.
Danach werde ich wieder Richtung Süden fahren, da ich mir ja noch zwei Touren bei Canmore herausgesucht habe.

Vielleicht noch ein Wort zu der Gegend-eigentlich fühlt sie sich ein wenig an wie Osttirol, nur nicht so dicht, sondern alles etwas weiter. Die Berge sind nicht besonders hoch, nicht besonders schroff. Sie erscheinen freundlich. Die Gegend hat Mischwälder und ist mit Bächen durchzogen.

An Tieren habe ich bis jetzt nur wieder einen Elk (also einen Hirsch) und die weibliche Form davon und ein paar Rehe auf dem Campground gesehen. Die kleinen Chipmanns (Eichhörnchen) erwähne ich schon gar nicht mehr, von denen sieht man vermutlich 10-20 Stück am Tag.

Tag 12/17 - Jasper - Roche Bonhomme 2,459 - Lac Beauvert
Schwierigkeitsgrad: mittel / Gelände: Wald / Dauer: 5-6h

Vorab kann ich schon sagen, dass dieser Tag wirklich sportlich war.
Früh am Morgen so gegen 7:00 Uhr fahre ich los Richtung Maligne Road. Unterwegs sehe ich eine Herde Hirschkühe, die am Straßenrand ihr Frühstück zu sich nehmen.
Es wird bestimmt ein schöner Tag. Das Morgenrot schiebt sich über die süd-östlichen Gipfel und lässt das Tal langsam erwachen.
Am Parkplatz angekommen bin ich wieder einmal der erste. Zum Glück...
Die Dame an der Info hat mir gezeigt, wo der Weg ungefähr losgehen soll, doch gefunden habe ich ihn auch auf meiner topografischen Karte nicht. Ich wusste also heute Morgen noch nicht, wie lange die Wanderung wird, wie hoch und wie steil.
Von steil hatte sie schon etwas gesagt, sogar von sehr steil und dass man am Schluss klettern muss - doch ich hatte abgewinkt und gesagt "alles klar, kein Problem".
Ob es doch zu einem Problem wird, stellte sich bald heraus.

Ich bin auf jeden Fall früh am Start. Um 7:30 Uhr gehe ich an der Maligne Road entlang und suche den Weg, der links den Berg hochgehen soll.
Ich richte mich auf eine 8-10h Tour ein. Zwar ist das hier kein Berg von 3000m, aber wer weiß wie schwer der Weg wird. So kann es schon einmal 4h bis zum Gipfel dauern.
Tatsächlich beginnt ca. 200 m nach der Einfahrt zum Parkplatz ein kleiner Weg, der tief in den Wald führt. Hier herrscht schon richtig Herbst. Der Mischwald, der hier unten von einer Birkenart durchzogen ist, schimmert Gelb und Orange.

Der Pfad führt steil neben einem ausgetrockneten Flusslauf den Berg hinauf.
Hier gibt es viele lange Gräser und niedriges Gewächs, das den Boden bedeckt.
Immer wieder scheint das Morgenlicht durch die Gipfel und bildet dadurch ein schönes Schattenspiel. Den Pfad folgt man ca. 15min bis man weiter am linken Rand des ausgetrockneten Bachbettes empor steigt. Die Bäume werden jetzt deutlich mehr durch Kiefern geprägt und es geht etwas steiler nach oben. Nach einer halben Stunde habe ich einen kleinen Wasserfall erreicht, der im Frühjahr bestimmt imposant aussieht. Jetzt ist nur ein leises Plätschern in dem sonst trockenen Bach zu hören.
Der Bach hat sich hier tiefer in den Stein gefressen und die Schlucht ist schon einige Meter tief.

Der letzte Anstieg durch das Kiefernwäldchen wird noch einmal richtig knackig, bevor ich dann nach ca. einer Stunde langsam in den Creek hinabsteige und dem leeren Flussbett folge.

Oben links an einem jungen Waldstück vorbei, geht es durch ein kleines Paradies. Ganz weich ist der Boden, auf dem ich laufe, das Licht scheint gespenstisch durch die Gipfel und das dunkle Moos scheint hier noch satter und saftiger zu sein.
Kaum sieht man etwas mehr Licht, da wird es auch schon wieder steiler. Der Weg ist jetzt zu einem knackigen Steig geworden, der bei Nässe sehr gefährlich sein könnte.
Auf der rechten Seite sehe ich große durch den Gletscher und Wasser geformte Steinplatten, die bedrohlich zwischen der Schlucht hervorblinzeln.

Nach dem Kiefernwald kommt ein sehr dichter Tannenwald, durch den ich mich wie durch ein Dickicht kämpfen muss. Man sieht keinen Meter nach vorne. Alles ist grün und die ausladenden Äste der Tannen schlagen mir immer wieder ins Gesicht.
Nach ca. 2 Stunden habe ich auch diese Hürde geschafft und bin am Fuße des Roche Bonhomme (vermute ich, da er als nächster auf der Karte liegt) angekommen.
Ein großes steiles Schotterfeld türmt sich vor mir auf. Ein paar große Felsen liegen mitten in den Feldern.
Steil geht es bergauf und doch lohnt sich das Ganze.
Der Ausblick ist fantastisch. Ich kann bis zum Medicine-Lake sehen,
viele Spitzen und unzählige schneebedeckte Gipfel kann man erahnen.
Ein tolles Gefühl...

Unten wieder angekommen, gönne ich mir erst einmal einen Cocktail auf der Dachterrasse einer Pizzeria. Danach ab zum Campingplatz und eine kleine Joggingeinheit zum Lac Beauvert - man läuft wunderschön vom Campingplatz am Wasser entlang, wo die Paddler die Strömung genießen. Zwischendurch läuft man an wunderschönen Logdes vorbei, die immer an einer kleinen Ausbuchtung liegen mit aufgereihten Liegestühlen und Blick aufs Wasser. Mit einem Glas Wein und ein paar Chips auf dem Beistelltisch, genießen viele den sensationellen Ausblick auf das Wildwasser und die Umgebung.

Nach ca. 5 km bin ich dann am Lac Beauvert angekommen, an dem ein Golfplatz liegt.
Dann reicht es mir aber für heute. Da ich nichts eingekauft habe, gönne ich mir heute Abend ausnahmsweise einmal ein Essen im Restaurant.

Morgen fahre ich wieder den Icefield Parkway nach Banff hinunter. Wahrscheinlich werde ich zwei kleinere Touren unterwegs machen, aber so genau weiß ich das noch nicht.