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Boat & Dine Vancouver British Columbia - Kanada Vancouver und Städtereise

Anz. Pers.
Zodiac Tour von Vancouver nach Bowen Island mit anschließendem Dinner
ab/bis Vancouver, B.C.

Text: Rainer Schoof

Wir schlendern durch Yaletown, hinab zum False Creek und genießen einmal mehr das „Bötchen Taxi“ über die Bucht. Granville Island ist unser Ziel, denn hier sind Office und Bootssteg von Vancouver Water Adventures. „Boat and Dine“ – so heißt das Erlebnis, das uns erwartet. Die Idee: Mit dem Zodiac hinaus aus dem False Creek, vorbei an English Bay, Stanley Park, Lions Gate Bridge und West Vancouver – und dann hinüber nach Bowen Island, um dort in einer kleinen Bucht in einem Marina-Pub zu dinieren.

Wir kommen am Steg auf Granville Island an, werden sehr freundlich begrüßt und bekommen je nach Wunsch knallig rote Überlebensanzüge oder handlichere Schwimmwesten gereicht. Kurzes Sicherheits-Briefing – und los geht’s! Ok, zunächst im Tucker-Tempo, da man im False Creek selbst natürlich nicht schneller fahren darf. Macht aber nichts, denn es ist ein Genuss, die vorbeigleitende Burrard Bridge, den langen Strand der English Bay und den sich anschließenden Stanley Park auf sich wirken zu lassen. Das alles vor der Kulisse der Downtown-Skyline, die wiederum majestätisch von den schneebedeckten Gipfeln der Coast Mountains überragt wird. Hab’ ich’s schon gesagt? Vancouver ist einfach einzigartig!

Wir nehmen Fahrt auf, das Wasser spritzt um uns herum, die Kinder juchzen. Nächster Stopp Lions Gate Bridge. Was für eine coole Perspektive, der Blick zurück auf die monumentale Brücke und den tiefgrünen Stanley Park. Noch einmal hören wir die Geschichte der Guinness Familie, die die Brücke erbaut hat – dann geht’s weiter nach West Vancouver. Und ich bin überrascht: es bleibt spannend. Allein das Düsen mit dem Zodiac macht ja auch wirklich Spaß. Und wenn man dann einen Blick auf die traumhaften Privatstrände von West-Vancouver werfen kann und erfährt, dass das eine Anwesen zum Beispiel Will Smith gehört und das andere Robert de Niro – also, es ist wirklich kurzweilig. Und das Wetter spielt mit – bislang eine echt tolle Abendveranstaltung! 

Vorbei geht es an der Landspitze mit dem Leuchtturm. Und eigentlich, auch wenn es sich für alle, die so etwas schon einmal gemacht haben, ein bisschen so anfühlt, als würde man mit dem Zodiac zur Tierbeobachtung rausfahren, hatten wir ja gar keine Tiere erwartet. Da sind die Robbenfelsen auf unserem Weg natürlich ein regelrechter Bonus. Einige Seehunde rekeln sich in der Abendsonne, andere schwimmen um die kleinen Felseninseln herum und tauchen immer wieder vor uns auf, um uns neugierig anzugucken. Nicht schlecht für so eine Fahrt zum Abendessen!

Dann aber hinüber nach Bowen Island und hinein in die kleine Bucht, in der auch die Bowen-Island-Fähre von BC Ferries anlandet. An deren Landerampe geht es aber vorbei in die kleine Marina. Idyllisch! So einige kleinere Yachten sind hier vertäut, aber kaum eine ist unbewohnt. Überall sitzen Leute zusammen an Deck oder auf dem Steg und grillen und genießen die Abendsonne. Unser Guide steuert zielsicher unseren Anlegeplatz an und es heißt aussteigen. Raus aus den Überlebensanzügen und über den Steg an Land. Und wir sind überrascht: Doc Morgan's ist eine echt nette Location. Irgendwie gemütlich verwinkelt, irgendwie holzig, irgendwie typisch Pazifikküste – vielleicht mit einem Hauch Piratenbucht? Zig Kanadagänse grasen auf den Rasenflächen vor der Anlage. Das ist jetzt im Mai natürlich besonders spektakulär wegen der viele Jungvögel.

Jetzt aber hinein zum Dinner. Doc Morgan’s hält von innen, was es von außen verspricht! Echt gemütlich! Trotzdem hätte ich bei dem schönen Wetter lieber draußen auf dem großen Deck gesessen, doch leider ist drinnen für uns ein Tisch reserviert. Naja, was soll’s. Das Essen hatten wir schon von Granville Island aus vorbestellt – das geht jetzt hier sehr fix. Macht ja auch Sinn, schließlich soll das gesamte Programm nur etwa 3 Stunden dauern, was uns ja auch durchaus wichtig ist. Es muss ja familientauglich bleiben. Das ist also alles super. Was nicht so toll ist, da bin ich ganz ehrlich, ist das Essen selbst. Also, alles eigentlich gut und in Ordnung, aber halt bloß reines Pubfood. Gut, wir haben jetzt sicherlich auch keine kulinarische Offenbarung erwartet. Und letztlich kommt es ja auch wirklich auf das Gesamterlebnis an. Man sollte das nur wissen: Es ist ein ordentliches Pub-Dinner – aber mehr auch nicht. Eine stimmige Komponente im Gesamtbild, aber halt nur eine von mehreren. Also, rein mit dem Burger, das Bier obendrauf und die Welt ist auch wieder in Ordnung.

Die Bucht liegt schon teilweise im Schatten, als wir wieder in den Zodiac klettern. Aber nur ein paar Meter hinaus auf den Pazifik und wir sind schon wieder voll drin in den warmen letzten Strahlen der untergehenden Sonne. Irgendwie toll jetzt in dieser wunderschönen Abendstimmung noch mal auf das Meer hinauszufahren und der Stadt entgegenzurauschen. Vor uns quert eine Fähre von BC Ferries. Komischerweise hält unser junger Skipper direkt auf sie zu. Was hat er vor? Die Kinder ahnen es schon vor mir und reißen in Vorfreude die Arme hoch: Kurz vor der Fähre dreht er bei, um ein Stück neben dem Schiff herzufahren und es sogar zu überholen. Und als ich schon denke: „Jetzt will er wirklich ganz knapp vor dem Schiffsbug queren!“, da kommt dann der Donut nach rechts – der quasi 270°-Abdreher in die entgegen gesetzte Richtung, der uns nun hinter dem Fährschiff queren lässt. Und klar, jetzt hüpfen wir natürlich herrlich rasant über die Heckwelle der Fähre. Dafür sind diese Zodiacs ja gemacht – und alle Bootsinsassen kreischen vor Vergnügen. So laut, dass unser Skipper zur großen Freude vor allem der Kinder noch ein paar Extrarunden dreht.
Die Stadt lässt sich in der Ferne bereits erahnen. Unterwegs erspähen wir in den Wipfeln der Küstenbäume einige Weißkopfseeadler, die scheinbar auch die letzten Sonnenstrahlen genießen. Einer sitzt sogar mitten auf dem Leuchtturm, an dem wir auf der Hinfahrt schon vorbeigekommen sind. Die Sonne geht unter und für einen Moment wird der Motor gestoppt. Einfach, um diesen Moment zu genießen. Um ihn richtig wirken zu lassen. Und das funktioniert. Sonnenuntergänge sind immer toll, aber auf dem Wasser ist es einfach etwas Besonderes!

OK, back to the city! Vorbei an den mächtigen Frachtschiffen, die vor dem Inlet von False Creek vor Anker liegen. Besatzungsmitglieder winken uns zu. Viele bleiben wohl die ganze Zeit an Bord, da sie gar keine ausreichenden Papiere haben, um den Fuß auf kanadischen Boden zu setzen. Und da scheinen sie sich über Abwechslung zu freuen. Alle sind wir sehr beeindruckt über die tatsächliche Höhe eines solchen Frachtschiffes, wenn es nicht beladen ist. Unser Skipper bringt uns mit dem Zodiac ganz dicht ran. Wie ein Hochhaus ragt die Stahlwand steil vor uns empor. Man hat das Gefühl, das Schiff fast berühren zu können. Komme mir ein bisschen vor wie ein Greenpeace- oder Sea-Shepherd-Aktivist…

Dann liegt Vancouver im reflektierenden Abendrot in seiner vollen Pracht vor uns. Das Auge kann die Skyline nun aus der Distanz richtig einordnen, denn man sieht im Hintergrund nicht nur die beeindruckenden Schneegipfel des Küstengebirges, sondern auch die dazugehörigen, dichtbewaldeten Berge. „Vancouver. Spectacular by Nature!“, fällt mir der alte Werbe-Slogan von Tourism Vancouver  ein. Könnte es sein, dass der kreative Vater dieser Zeile genau diese Perspektive genoss, als ihm seine Worte einfielen? Wundern würde es mich nicht! Langsam tuckern wir in den False Creek zurück, in dem das Abendleben von Vancouver bereits Einzug gehalten hat. Der Strand der English Bay ist belagert, alle Restaurants haben die Patios geöffnet und man sieht nirgendwo einen freien Tisch. Wir gleiten durch eine ausgelassene Abendstimmung und spüren diese auch noch an allen Ecken, als wir wieder aus dem Zodiac ausgestiegen sind und mit den False Creek Ferries zurück zum Yaletown-Anleger schippern. VANCOUVER IS AWESOME!
Dauer: ca. 3 Stunden

Termine 2019:
täglich um 17:30 Uhr vom 20. Mai bis 30. September

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass dieses Produkt nur zusammen mit mindestens einer weiteren Landleistung gebucht werden kann.
Boat & Dine