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Yukon und Alaska Abenteuer! Yukon/Alaska - Kanada Wohnmobil und Fraserway

Kanada/Alaska 2016
Reisetagebuch von Heike Paulus
Wohnmobilreise mit Fraserway, ab Whitehorse.

Diesen Urlaub haben wir, das sind mein Mann Frank, meine Eltern Heidi und Jürgen sowie ich, Heike, bereits schon 13 Monate zuvor gebucht. Es war ein Kindheitstraum meines Vaters dorthin zu verreisen - er las früher die Jack London-Bücher!
Los ging's am 14. August, Sonntag:

Um 15:35 Uhr mit Condor von Frankfurt per Direktflug nach Whitehorse. Wie immer über SK Touristik gebucht.
In Whitehorse auf dem kleinen Flughafen angekommen, mussten wir erstmal 1 Stunde auf unsere Koffer warten.
Wir wurden dann unmittelbar vom Shuttle-Bus in unser für die 1. Nacht gebuchtes Hotel High Country Inn gebracht. Leider hatte der Veranstalter vor Ort irgendetwas mit der Zimmerbuchung durcheinander gebracht, sodass nur noch 1 Zimmer frei war. Frank und ich wurden dann kurzfristig in das im Zentrum gelegene Edgewater Hotel umgebucht. War zwar nicht so komfortabel wie das High Country Inn, aber es war ja nur zum Schlafen. Dafür durften sich meine Eltern über ein Zimmer mit großem Whirlpool freuen. Unser Hotel lag, wie der Name es schon erwarten lässt, direkt am Yukon. Mensch, der hat eine Fließgeschwindigkeit!

Da Rainer Schoof von SK immer so von den Elk Burgern im High Country Inn schwärmte, wollten wir uns die natürlich nicht entgehen lassen, denn wir hatten uns bereits schon Zuhause darauf gefreut. Leider gab es die heute nicht, aber dafür Bison Burger. Dazu einen Krug mit Yukon Gold (einfach lecker...).
Um 22.00 Uhr fielen wir dann todmüde ins Bett.

15. August
16 - 20 Grad; bewölkt, später sonnig
205 km gefahren

Um 6:00 Uhr begann dann unser Tag im Yukon; da das Starbucks direkt um die Ecke war, gingen wir dorthin frühstücken; meine Eltern aßen bei sich im Hotel. Um 7:45 Uhr kam uns Fraserway abholen; nachdem wir in unsere 2 Truck-Camper bestens eingewiesen wurden, gingen wir erst einmal im Superstore einkaufen und machten uns dann auf den Klondike Highway auf Richtung Norden. An den Five Finger Rapids vorbei auf den Tutchan Creek Campground. Obwohl der Platz nur 12 Campsites hat, bekamen wir auch noch zwei sehr schöne nebeneinander. Das Wetter war auch so toll, dass wir im T-Shirt draußen sitzen konnten. Alles passt! Nachdem wir uns dann mit frischem Lachs und Tomaten-Avocado-Salat mit Ciabatta gestärkt hatten, fielen wir bereits um 21:30 Uhr wieder müde ins Bett. Diese frische saubere Luft macht eben müde!

16. August
6 - 16 Grad; wolkig, Gewitter mit Regen und sonnige Abschnitte
340,1 km gefahren

Um 6:15 Uhr sind wir aufgestanden und um 8:15 Uhr rollten wir los weiter auf dem Klondike Highway. Hinter Pelling Crossing entdeckten wir am Straßenrand den 1. Schwarzbären; es ging aber alles so schnell, sodass dieser nicht als Foto festgehalten werden konnte. 20 Minuten später das nächste Highlight: wir sahen nur von rechts nach links in der Ferne irgendwas hellbraunes die Straße überqueren; als wir näher kamen trauten wir unseren Augen nicht: es war ein Lux der zu seinen Jungen auf die andere Straßenseite wechselte. Insgesamt hatte sie 3 Jungtiere. Es hatte sich wohl so dargestellt, dass die Jungen noch auf der linken Seite waren, die Mutter bereits die Straße überquert hatte, aber als er unser Auto sah, wieder rüber ging, damit sie nicht über die Straße rennen. Ein Jungtier hing sogar an ihrer Zitze. Es war einfach überwältigend. Einen Lux haben wir wirklich noch nie zuvor gesehen. Einfach herrlich! Um 12:00 Uhr waren wir dann auf dem Five Mile Lake Campground auf dem Silver Trail. Den Tipp mit dem Befahren des Silver Trail hatten wir aus dem SK-Heft Kanadafieber. Hätten wir dort nicht den Bericht von Rainer Schoof gelesen, hätten wir mit Sicherheit nicht diesen "Umweg" auf uns genommen. Es handelt sich nämlich um eine Sackgasse, die nach 111 km einfach mit dem Ort (eine Handvoll Häuser) Keno endet. Vor allem muss man sehr viel Schotterstrasse fahren. Aber der Abstecher hat sich wirklich, wie im "Kanadafieber" beschrieben, voll gelohnt. Die Strasse war auch sehr gut zu befahren, da sie sehr viel bewässert war. Als wir am Campground ankamen, regnete es zu unserem Bedauern, aber das war, nachdem wir fertig mit Essen waren, auch schon vorbei und wir machten uns dann mit einem Camper auf über Mayo nach Keno. Dort fühlt man sich wirklich als wäre die Zeit zurückgespult und dann stehen geblieben. So was sieht man nicht alle Tage. Wir fuhren dann noch hoch auf den Keno Hill, das Wetter voll auf unserer Seite, die Ausblicke waren fantastisch; genau unser Ding! Den Abend ließen wir dann am Lagerfeuer mit Steak, Putenfleisch, Schwenkkartoffeln und Bohnen mit Speck ausklingen. Nachdem wir dann noch die Abendstimmung am See genossen haben, rief um 22:30 Uhr wieder das Bett nach uns.

17. August
8 - 15 Grad, wolkig und später immer sonniger
270,9 km gefahren

Um 5:45 Uhr hieß es aufstehen und um 7:45 Uhr rollten wir schon wieder von dannen; zurück über den Silver Trail. Vorne auf die Kreuzung und dann weiter auf dem Klondike Highway zum Dempster Highway mit dem Ziel: Tombstone Campground bei Kilometer 72. Der Dempster war sehr gut zu befahren; die Camper waren gar nicht so schmutzig, wie wir erwartet hätten. Zum Glück war der Campground auch noch nicht voll (es war gerade 13:00 Uhr). Also schnell zwei Plätze gesichert und dann los auf den North Klondike River Trail (Länge 3,4 km), um sich mal die Füße zu vertreten. Leider sahen wir weder Bären, noch Caribous. Vom Campground ging dann noch ein Pfad zum Interpretive Centre, in dem man sich gut über Fauna und Flora, sowie die Tierwelt informieren konnte. Abends hatten wir dann den perfekten Sonnenuntergang. Es ist kaum zu beschreiben, wie wir uns gefühlt hatten: so total in der Wildnis, die rot angeleuchteten Berge, ja, diese Stimmung eben. Wenn jemand fragen würde: "Und was ist so besonderes an dem staubigen Dempster?" Dann kann man nur sagen: "Fahr hin und fühle es."

18. August.
0 - 20 Grad; nur sonnig
216,6 km gefahren

Wie immer sind wir um 5:45 aufgestanden; um 8:00 Uhr ging's dann weiter auf dem Dempster zum North Folk Pass; das Wetter war voll auf unserer Seite. Sonne satt vor einem wolkenlosen Himmel. Und wieder dieses Gefühl der Freiheit (wenn das doch nur nicht zu Ende gehen würde...); bis Kilometer 92 sind wir gefahren, dann sagte die Vernunft: "Dreh um." Denn der Zeitplan muss ja zum Schluss doch passen; wir wären am liebsten gerade weiter bis Inuvik gefahren! Um 10:30 Uhr erreichten wir dann Dawson City. Erst deckten wir uns dort im General Store nochmal mit Lebensmittel ein und im Visitor Center haben wir uns dann noch alle für uns wichtigen Infos eingeholt, bevor wir dann mit der kostenlosen Fähre zum Yukon Government Campground übersetzten. Dort bekamen wir noch 2 tolle Sites direkt am Ufer des Yukon; anschließend fuhren wir dann mit einem Camper wieder zurück in die Stadt. Eigentlich wollten wir Gold schürfen, aber nachdem wir dann zum Claim 33 fuhren und dort sahen, dass das Ganze aus 2 Wasserbecken geschürft wird, war uns dies doch zu "tourimäßig" und wir fuhren hoch zum Midnight Dome (ein Berg mit toller Sicht auf Dawson City). Wir hatten dann noch Glück, dass gerade ein Gleitschirm abflugbereit war und schauten zu, wie dieser in die Tiefe glitt. Nach einem "Stadtrundgang" setzten wir dann wieder über zu unserem Campground, kochten uns noch ein paar Gemüsenudeln, bevor wir dann um 20:30 Uhr die Gambling Show in der City genossen. Das hat unseren Tag schön abgerundet und war wirklich passend. Nachdem uns dann am Lagerfeuer fast die Augen zugefallen sind, gingen wir dann um 23:30 Uhr schlafen.


19. August.
Morgens 8 - 20 Grad; erst bewölkt, zwischendurch Schauer, dann immer sonniger
330,1 km gefahren

Heute ging es über den Top Of The World Highway zur US-Grenze; ganz weit in der Ferne hatten wir einen Elch die Straße überqueren sehen, aber als wir die Stelle erreichten war nichts mehr zu entdecken. Schade, denn einen Elch hatten wir in freier Wildbahn noch nie gesehen. Um 10:15 Uhr erreichten wir dann die US-Border; es war alles ziemlich easy: unsere Camper wurden überhaupt nicht unter die Lupe genommen. Die 2 Beamtinnen waren super lieb, sie fragten sogar, ob sie von uns allen ein Foto machen sollen und zu guter Letzt ließen sie uns noch mit den beiden Hunden spielen! Zum Abschied winkten sie uns und wünschten uns eine schöne Reise. Das war also schon mal problemlos! Wir holperten dann weiter über den mit Schlaglöchern durchsetzten Taylor Highway über Chicken bis kurz hinter Tok auf den Moon Lake Campground. Da der Campground nur 15 Sites hat, hofften wir natürlich auch noch Platz dort zu bekommen; das war auch problemlos möglich, denn wir waren die einzigen; also freie Platzwahl und dann noch direkt am See; da wir schon um 14:15 Uhr dort waren, konnten wir heute mal relaxen und es war dazu noch so warm, dass wir mit kurzer Hose und Top Vitamin D tanken konnten; nervig waren nur die Stechmücken. Zum Abendessen gab es dann mal wieder Fleisch, dazu Kartoffeln und Salat. Um 23:00 Uhr endete dann für uns der Tag.


20. August
3 Grad -13 Grad, wolkig, dann nur Regen
332 km gefahren

Heute morgen lag über dem See eine schöne Nebelschicht; es war auch ziemlich kalt, trotzdem traute sich ein Camper-Nachbar ins Wasser und absolvierte dort sein "Morgenbad". Brrr, das war uns doch ein bisschen zu kalt. Heute ging es weiter über North Pole nach Fairbanks. Da laut Reiseführer dort gute Einkaufsmöglichkeiten bestehen sollen, füllten wir erst einmal wieder unsere Lebensmittelvorräte auf. Eigentlich wollten wir den Chena River State Recreation Campground anfahren, aber leider mussten wir feststellen, dass dieser ca. 50 Meilen außerhalb liegt. Das war leider so im Reisführer nicht beschrieben. Also blieb uns nichts anderes übrig, als mitten in der Stadt auf den Rivers Edge RV Park zu fahren. Der Vorteil: es gab Internet und Duschen! Da es wirklich nur regnete, hatten wir auch kein schlechtes Gewissen, als wir drin saßen und im Internet surften.

21. August.
11 Grad, bis Mittag Regen und windig, abends hatte es sich etwas beruhigt
254 km gefahren

Wir fuhren heute leider bei schlechter Sicht in den Denali Nationalpark. Da wir am Vormittag ankamen und bislang nie Probleme mit ausgebuchten Campgrounds hatten, mussten wir doch staunen als die Dame an der Campground Reservation uns mitteilte, dass alle Plätze ausgebucht sind und auch morgen keine Chance auf einen freien Platz bestehen würde. Klar, ist ja dummerweise Wochenende. Mist. Jetzt heißt es erst einmal Karten sichern für die Bustour am nächsten Tag in den Park und dann schauen wo wir noch ein Schlafplätzchen für 2 Nächte finden. 6 Meilen außerhalb wurden wir dann auf dem Grizzly Bear Resort fündig. Leider wieder so ein RV-Park, der uns überhaupt nicht liegt. Na ja, Hauptsache morgen geht das mit der Bustour klar.
Ich muss sagen, im Moment war so der Punkt erreicht, wo ich schon etwas resignierte. Wir hatten bis dato noch kaum Tiere gesehen (nach den Reiseberichten, die ich vorher im Internet studierte, hatte sich das immer so gelesen, als wäre die Chance auf Tiere hier in Alaska besonders hoch), dann war landschaftlich, vielleicht auch bedingt durch das Wetter, bisher noch kein so Highlight dabei wie wir es bisher von Kanadas Westen und den Südwesten der USA kannten. Wenn ich bis hierhin ein Resümee ziehe, hatte mir der Yukon viel besser gefallen. Aber Kopf hoch, es liegt ja noch viel Urlaub vor uns. Freuen wir uns doch erst einmal auf Morgen: die Busfahrt in den Denali! Was wir heute noch auf dem Programm hatten und wirklich super schön war, ist die Sled Dog Demonstration. Wir konnten die Huskys streicheln und schmusen und genossen die Vorführung mit dem Hundeschlitten. Das war wirklich ein Erlebnis, da wir auch Hundefreunde sind! Sie hatten auch 5 Puppies, die wir aber leider nur hinter Gitter bestaunen konnten.

22. August
8 - 9 Grad, morgens und abends Regen, tagsüber wolkig mit sonnigen Abschnitten
69 km gefahren

Da die Bustour um 7:30 Uhr los ging und wir noch zusammen gemütlich frühstücken wollten, sind wir bereits um 5:45 Uhr aufgestanden (schlafen kann man zu Hause; hier ist Erleben angesagt). Das Parkinnere ist wirklich sehr schön, mit Sicherheit noch schöner bei anderem Wetter, aber wir konnten den Mount Denali trotzdem zu ca. 2/3 sehen. Was wir jedoch vermissten waren wieder die Tiere. Klar hat man ein paar Grizzlies und Caribous, oder auch einen Elch gesehen. Die waren aber so weit in der Ferne, dass man das Fernglas benötigte. Genauso waren die Dickhornscharfe nur als weiße Punkte auszumachen. Im Bus zeigten uns dann ein paar Norweger Fotos von Caribous, die sie gestern direkt am Straßenrand aufgenommen hatten. Daher beschlossen wir nach der Bustour noch mit dem Camper die erlaubten paar Meilen reinzufahren, um vielleicht am Nachmittag ein paar Tiere vor die Linse zu bekommen. Und tatsächlich, ich fotografierte gerade das Schild "Moose in the next 6 miles", als kurze Zeit später direkt ein Elch im Gebüsch am Straßenrand sein Abendessen zu sich nahm. Mensch, das ist es doch. Mein Mann und ich hatten bisher noch nie einen Elch gesehen (außer in diesem Urlaub eben ganz, ganz weit in der Ferne). Umso größer war natürlich jetzt die Freude, als dieser dann noch direkt hoch an die Straße kam. Bingo! Darauf hatten wir die ganze Zeit gewartet! Dieser Tag war gerettet.

23. August
7 - 17 Grad mit sonnigen Abschnitten
463 km gefahren

Weiter ging es heute nach Anchorage auf den Eklutna Lake Campground am schön gelegenen gleichnamigen See im Chugach State Park (ca. 60 Kilometer von Downtown entfernt). Es war dann endlich mal wieder so ein uriger Platz ohne Komfort im Wald. Außer uns waren vielleicht noch 7 Plätze belegt. Am Nachmittag schlenderten wir dann noch durch Downtown.


24. August.
11 - 19 Grad, bewölkt und sehr windig, später in der Stadt sonnig
249 km gefahren

Um sich mal endlich nach der vielen Fahrerei wieder ein bisschen zu bewegen, gingen wir heute den Flat Top Mountain Trail (ca. 6 km lang mit toller 360 Grad Aussicht auf die Stadt, sowie die Chugach Mountains). Schon beim Losmarschieren regnete es und war ziemlich windig. Wären wir nicht so viele Meilen zum Trailhead gefahren, hätten wir es uns vielleicht anders überlegt. Jetzt hieß es los, egal wie das Wetter ist (wir haben ja die richtige Kleidung für das Wetter). Oben auf dem Top war es so windig, so was haben wir wirklich noch nicht erlebt. Wir hielten uns die Hand aus Angst, dass man sonst vom Wind erfasst wird. Selbst das Atmen gegen die Windrichtung war sehr schwierig. Wir waren bis über beide Ohren eingepackt und es pfiff nur so um unsere Köpfe. Also schnell wieder runter und schauen, dass man auf dem Pfad bleibt. Als wir unten am Parkplatz im Camper unser Mittag machten, drückte es sogar das Wasser aus den Fenstergummis ins Mobil. Schon auf der Rückfahrt zog der Himmel in Anchorage wieder auf und die Sonne kam zum Vorschein. In der Stadt konnten wir vom Wind nichts mehr spüren. Wir schauten uns noch den Wasserflughafen an – der größte der Welt übrigens! Einfach beeindruckend wie viele Wasserflugzeuge dort stehen und man kann einfach so über den Flughafen fahren (muss nur die Verkehrsschilder beachten, da die Flugzeuge Vorfahrt haben). So wie bei uns zu Hause die Leute ihre Schrebergärten mit Laube haben, besitzen die Leute dort ihr Wasserflugzeug mit einer dazugehörigen kleinen Laube auf einer Wiese. Das hat sich echt gelohnt.


25. August
13 - 16 Grad, Regen und abends klarte es auf
291 km gefahren

Heute geht es nach Seward auf die Kenai Halbinsel. Auf der Strecke von Anchorage nach Seward hat es leider viel geregnet oder es lag so der Nebel überall, dass wir von der normal schönen Strecke leider nicht viel sahen. Auch am Beluga Point, ein paar Meilen unterhalb von Anchorage, wollte sich bei diesem Wetter kein Beluga zeigen. Wir hatten leider wieder etwas Pech. Vom Parkplatz am Portage Lake führte uns noch ein kurzer Trail zum Byron Glacier (diesmal war es zum Glück trocken!).
In Seward fanden wir dann direkt am Ufer noch 2 schöne Stellplätze. Es ist wirklich mehr ein Stellplatz für Wohnmobile, als ein Campground, aber die Atmosphäre dort war echt genial. Man sitzt mit seiner Bank direkt auf dem Grünstreifen am Ufer, dann kommt die Promenade, auf der man spazieren gehen kann und dann stehen da die Campmobile. Wenn man draußen sitzt, spaziert immer mal jemand vorbei, bleibt stehen und hält ein nettes Schwätzchen. Dann schwimmt ab und an unten mal kurz ein Seeotter vorbei oder man schaut den vorbeifahrenden Booten zu. Und je später der Abend wurde, umso klarer wurde das Wetter und plötzlich konnte man auch erkennen, dass drumherum Berge waren, die vorher vom Nebel verdeckt waren.
Im Visitor Center erkundigten wir uns noch nach dem Wetter für die nächsten Tage, da wir gerne noch eine Bootsfahrt in die Fjords buchen wollten. Das Wetter sollte die nächsten Tage perfekt werden (sonnig und Temperaturen bis über 20 Grad); na passt doch alles. Also noch 4 Tickets für übermorgen klar gemacht bei Kenaifjords.


26. August
14 - 24 Grad, sonnig
7 km gefahren

Heute stand mal wieder "Beine vertreten" auf der Agenda. Wir gingen den wunderschönen Harting Icefield Trail. Es war ein superschöner abwechslungsreicher Trail am Exit Glacier vorbei. Zu Anfang durch Wald, dann über eine Wiese, zum Schluss über Schieferfelder mit teilweise Schneefeldern bis man schließlich vor dem großen Harding Icefield stand. Uns blieb erst einmal der Mund offen stehen. So groß hatten wir uns das Eisfeld nicht vorgestellt. Einfach atemberaubend. Da wir doch schneller als gedacht mit der Wanderung fertig waren, nahmen wir noch den Exit Glacier Trail mit. Es war heute mal wieder ein gelungener Tag!


27. August
bis 26 Grad, sonnig

Heute mussten wir wieder etwas früher aufstehen, da wir zur Schiffstour zu den Gletschern, die um 8:00 Uhr startete, schon um 7:00 Uhr da sein sollten. Wir konnten von unserem Stellplatz direkt zu Fuß zum Hafen laufen. Das Wetter war wieder perfekt für diese Tour, die uns durch die Fjorde zum Holgate Glacier führte. Wir durften auch das "Gletscherkalben" miterleben. Der Donner war schon beängstigend. Vom Schiff sahen wir Buckelwale, Papageientaucher und Seelöwen. Als wir um 14:00 Uhr wieder in den Hafen einliefen, waren wir doch etwas durchgefroren. Die Tour hatte sich voll gelohnt.


28. August
7 - 23 Grad, sonnig
389 km gefahren

Da wir ja bei der Hinfahrt auf die Kenai Halbinsel so Pech mit dem Wetter hatten, wurden wir heute dafür entschädigt. Es war ein wolkenloser Himmel und endlich konnten wir bei der Rückfahrt hoch nach Anchorage die tolle Landschaft auf uns wirken lassen. Es ist wirklich erstaunlich was es ausmacht, wenn schönes Wetter ist. Man glaubt, man wäre hier noch gar nicht langgefahren. Auf dem Seward Highway sahen wir auch noch eine Elchkuh mit ihrem Jungen die Straße überqueren. Perfekter kann der Morgen doch gar nicht beginnen. Und dann beim Morgenspaziergang kurze Zeit später noch ein Bär. Da wir ziemlich früh unterwegs waren, lag noch Nebel über der Landschaft. Das ergab eine schöne Atmosphäre.
Dann ging's weiter wieder über Anchorage, Palmer auf den Glenn Highway. Da wir heute einiges fahren mussten und ja den ungeplanten Stop eingelegt hatten, fuhren wir bis in den Nachmittag hinein. Das Wetter hatte sich ja immer noch von seiner sonnigen Seite gezeigt und tauchte die Landschaft in ein schönes warmes Licht. Die Herbstfärbung ist nun auch nicht mehr zu übersehen und tut das übrige Schöne dazu. Als plötzlich der Matanuska Gletscher auftaucht, staunten wir nicht schlecht. Da auf dem Glenn Highway nicht so viele Campgrounds lagen, beschlossen wir heute wild zu campen und wurden ein Stück hinter dem Matanusca Gletscher auch fündig. Es war ein superschönes Plätzchen - sogar mit Feuerstellen und einer Traumkulisse vor der Bergkette.


29. August
0 - 23 Grad, sonnig
346 km gefahren

Als wir heute morgen aufwachten, war es bitterkalt und als wir aus dem Fenster sahen, konnten wir erkennen, dass es die Nacht hinten in den Bergen geschneit hatte. Die Bergspitzen waren alle weiß. Weiter ging es auf dem Glenn Highway bis Glennallen und dann runter auf den Richardson Highway mit dem Ziel Valdez. Wir hatten uns ja zu Hause lange überlegt, ob wir nicht von Whittier nach Valdez mit der Fähre fahren, hatten uns aber dagegen entschieden, weil wir die Fähre hätten buchen müssen und uns das die Unabhängigkeit genommen hätten. Die Fahrt war aber landschaftlich auch so schön, dass wir es nicht bereut haben. Beeindruckend war auch der Worthington Glacier, der von der Straße ja nicht weit entfernt liegt. Man kann bequem zu Fuß an den Rand des Gletschers laufen. Wir steuerten den Blueberry Lake Recreation Campground an, der wunderbar in der schönen Landschaft eingebettet ist. Denn wir hatten wirklich keine Lust in Valdez auf einen RV-Park zu fahren. Als wir, nachdem wir uns 2 Sites reserviert hatten, nach Valdez fuhren, bestätigte es sich, dass es eine gute Idee war, uns für diesen Platz entschieden zu haben. Valdez an sich hat uns etwas enttäuscht. Außer dem Hafen gibt es dort nichts besonderes zu sehen. Die Fahrt dorthin durch den Keystone Canyon war schön, aber Valdez an sich war die Fahrt nicht wert. Obwohl es auf dem Campground sehr windig war, konnten wir noch die Nachmittagssonne in vollen Zügen genießen. Am späten Abend und in der Nacht hat dann der Wind so richtig zugelegt, sodass wir tatsächlich durch das Schwanken des Campers in den Schlaf gewogen wurden.

30. August
-3 - 16 Grad, sonnig
457 km gefahren

Da der Worthington Glacier heute morgen so schön in der Morgensonne lag, kamen wir um einen erneuten Fotostopp dort nicht vorbei. Zurück auf dem Richardson Highway ging es dann über Glennallen nach Tok und dann den Alaska Highway runter an schneebedeckten Bergen und herbstlichen Bäumen vorbei. Dann südlich von Northway Junction auf den Lakewiev Campground.
Dieser Campground liegt urromantisch am See und war dazu auch noch kostenfrei. Als wir dort ankamen, waren wir noch die einzigen bevor sich am Nachmittag der Platz doch füllte (aber er hat ja auch nur 11 Plätze). Darunter ein Engländer, der nur mit Fahrrad und Zelt unterwegs ist; und was der Hammer war: der war bereits seit 5 Monaten am radeln und hat seinen Trip in Panama begonnen. Hut ab, was für eine Leistung! Er erzählte uns auch, dass heute bei diesem klaren Wetter die Wahrscheinlichkeit sehr hoch wäre, die Aurora Borealis zu sehen. Wir saßen daher bis 23:30 Uhr am Lagerfeuer mit ständigem Blick zum Himmel, auch in der Nacht spitzen wir immer mal aus dem Fenster, aber leider war außer den schönen Sternen sonst nicht zu sehen.


31. August.
2 - 6 Grad, erst wolkig, dann Regen
406, 3 km gefahren

Weiter auf dem Alaska Highway erreichten wir bei Beaver Creek den Grenzübergang nach Kanada. Leider mussten wir feststellen, dass die Damen dort lange nicht so freundlich und witzig waren wie die Kolleginnen an der US-Grenze. Es dauerte erst einmal ewig bis überhaupt jemand an die Scheibe kam und dann wurde überhaupt keine Miene verzogen. Na ja, ansonsten war ja alles problemlos.
Nach der Grenze fing es dann bereits schon an: eine Baustelle nach der anderen und außerdem lange Wartezeiten, bis überhaupt der Pilot-Truck kam. Leider hatte es jetzt auch noch angefangen zu regnen, sodass der Kluane Lake sich nicht von seiner schönsten Seite präsentierte. Eigentlich wollten wir dort auch auf den Campground, da es aber erst 13 Uhr war und wir aufgrund des Wetters sowieso nicht mehr viel unternehmen konnten, fuhren wir weiter über Haines Junction den Haines Highway runter auf den Kathleen Campground am gleichnamigen See.


01. September
5 - 19 Grad, bewölkt mit sonnigen Abschnitten
304 km gefahren

Heute heißt unser Ziel Haines. Unterwegs hielten wir noch an den Million Dollar Falls und am gleichnamigen Campground. Wir verließen dann den Yukon und fuhren nach British Columbia. Weiter über den Chilkat Pass und kurz davor wechselte auch die Landschaft: ein herrliches Panorama über eine weite baumlose Hochebene. Dies war wirklich mal was Neues für unsere Augen, die die ganze Zeit doch viel Nadelwald gesehen haben. Der Grenzübertritt in die USA war wieder problemlos. Es interessierte sich auch niemand für das Innere des Campers. Bevor wir Haines erreichten, kamen wir am Bard Eagle Reserve vorbei. Einen Adler konnten wir auch erspähen, aber damit hatte es sich auch schon. Bevor wir auf den Chilkoot Lake State Campground in Haines fuhren, wollten wir erst die Tickets für die Fähre für Freitag nach Skagway besorgen. Zu unserem Entsetzen mussten wir feststellen, dass die Fähre nur 1x am Freitag fährt und für unsere Camperlänge kein Platz mehr ist. Auch Samstag war alles ausgebucht. Komisch, zu Hause hatte ich mir noch den Fährplan auf den Laptop geladen und da waren 4 Abfahrten für Freitag verzeichnet. Im Reiseführer stand auch, dass normalerweise um diese Zeit keine Probleme bei der Fährbuchung bestehen. Da hatten wir nun das Problem. Uns wurde angeboten, dass wir uns auf die Warteliste setzen lassen könnten. Dann hätten wir allerdings Freitag um 12:30 Uhr da sein müssen. Das war uns zu heikel, denn wenn wir keinen Platz mehr bekommen würden, wäre die Zeit zu knapp, um dann noch den weiten Weg zurück zu fahren. Also beschlossen wir am nächsten Tag wieder früh aufzustehen und Kilometer zu schrubben! Wenigstens hat unser Campground noch schön im Chilkoot State Park gelegen; denn dort vor dem Campground auf der Straße am Fluss kann man super gut Bären beobachten. Dort kommen die Bären direkt den Hang runter, laufen über die Straße zum Fluss, um Lachse zu fangen. Die Straße ist über 50 Meter breit. Auch an dieser Stelle markiert mit dem Hinweis, dass man in der Zone auf keinen Fall mit dem Auto stehen bleiben darf. Auch muss man diese Zone meiden, sobald Bären präsent sind. Und tatsächlich, als wir so gegen 16 Uhr am Fluss vorbei kamen, hielten wir vorher an einer Haltebucht an, stiegen aus, um nach Bären Ausschau zu halten. Da wir aber nichts sehen konnten, beschlossen wir, einmal durch die markierte Zone zu gehen und zurück (darf man ja, wenn keine Bären da sind); an einer Stelle lagen auch ganz viele tote Lachse. Als wir so ungefähr in der Mitte waren, sah ich im Augenwinkel links im Gebüsch am Hang, nicht einmal 15 Meter entfernt, einen Bären sitzen. Ach, Gott, und hintendran war ja noch einer! Da wurde mir doch etwas mulmig; ich flüsterte nur zu meinem Mann: "Da sitzen Bären im Gebüsch", und gleichzeitig gingen wir ganz vorsichtig rückwärts; wir warnten auch die Leute, die uns entgegen kamen. Die Bären überquerten dann auch unmittelbar vor uns die Straße (sie hatten wohl wirklich gewartet bis wir aus dem Weg waren). 10 Minuten später kamen dann immer mehr Leute und auch ein Ranger. Da hatten wir wohl die richtige Zeit erwischt, in der für die Bären Abendessen angesagt war. Es war wirklich ein einmaliges Erlebnis, anzuschauen, wie die Bären (es waren insgesamt 3) die Lachse aus dem Wasser fischten. Einer war permanent im Wasser und reichte sozusagen dem anderen die Lachse hoch. Es gesellten sich dann noch die Möwen dazu, die natürlich die Reste aßen. Zwischendrin gingen die Bären dann nochmals zur Straße, erledigten ihr "Geschäft" und dann ging's weiter mit dem Lachsfang. Wir waren wirklich sprachlos über dieses schöne Spektakel.

02. September
10 - 15 Grad; wolkig, zwischendurch Regen
445 km gefahren

Zum Frühstücken sind wir heute extra um 6 Uhr vom Campground raus zur Straße am Fluss gefahren, um die Bären zu beobachten. Aber diese waren wohl gerade schon fertig mit ihrer Mahlzeit, denn der letzte Bär überquerte noch vor unserem Camper die Straße wieder hinauf in den Wald. Schade! Das Ausmaß des Frühstücks war aber nicht zu übersehen. Überall waren die Lachsreste verteilt und es roch nach Fisch. Nach unserem Frühstück ging's dann auf zu unserer Endstation in Whitehorse auf den Wolfs Creek Campground, etwas außerhalb vom State Park. Wir wollten für die letzten Nächte noch einen schönen Platz und keinen RV-Park. Die Truck-Camper waren auch durch den Regen zwischenzeitlich wieder einigermaßen sauber, sodass wir uns die "Waschanlage" sparen konnten. Auf den letzten 180 km seit Haines begegneten uns nur 4 Autos. Einfach schön... Man darf gar nicht daran denken, dass wir bald wieder in Deutschland sind. Bevor wir unseren Platz bezogen, besuchten wir in Whitehorse noch den Miles Canyon, sowie die Fischleiter. Den Tag beendeten wir dann mit einem kurzen Trail von unserem Campground aus (Wolfs Creek Trail, 3 km), der übrigens sehr zu empfehlen ist.


03. September
5 - 18 Grad, bewölkt
326,9 km gefahren

Aufgrund der Tatsache, dass wir ja keinen Platz auf der Fähre von Haines nach Skagway bekommen hatten und uns somit die schöne Strecke von Skagway hoch vorenthalten blieb, beschlossen wir, diese heute noch am letzten Tag abzufahren. Wir sind in diesem Urlaub schon so viel gefahren, dass es darauf nun auch nicht mehr ankam. Los ging's auf dem Klondike Highway über den Emerald Lake, Carcross Desert (kleinste Wüste der Welt) und von Carcross nach Skagway. Spektakuläre Landschaftspanoramen verführten uns an jedem Aussichtspunkt anzuhalten. Auf dem Weg nach Skagway wechselten wir von den Yukon Territories nach British Columbia und dann wieder in die USA. Skagway ist ein schmuckes Städtchen und wir waren froh, diesen Abstecher noch gemacht zu haben.


04. September
5 Grad
20,4 km gefahren

Heute ist der Tag gekommen, den man nicht wahr haben möchte: Abgabe des Campers, da der Urlaub nun vorbei ist. Bei Fraserway erfolgte die Abgabe wieder problemlos. Die waren auch noch so nett, da unser Flug erst um 18:05 Uhr ging, und fuhren uns noch in die "Stadt". Dort genossen wir am Ufer des Yukon noch die letzten Sonnenstrahlen und "surften" im Visitor Center was das Zeug hielt. Endlich (oder auch nicht!) wieder mit der Außenwelt verbunden. Um 14:30 Uhr wurden wir dann von Fraserway wieder abgeholt und zum Flughafen gefahren. Im Auto erfuhren wir bereits, dass unser Flugzeug mit 1 Stunde Verspätung erst in Whitehorse landen wird. Es lag ein technischer Defekt der Maschine vor und deshalb wurde die Maschine gewechselt. Was aber niemand ahnen konnte: Beim Wechsel wurden einfach ein paar Sitzreihen ausgelassen und daraufhin suchten einige Passagiere im Flugzeug ihren Platz, den es aber nicht mehr gab. Das Chaos war perfekt. Es wurden Passagiere gesucht, die auf ihren Flug verzichten und am nächsten Tag dann über Vancouver oder Calgary fliegen. Das Ganze brachte eine Verzögerung von mehreren Stunden ein, sodass wir erst um 20:30 Uhr den kanadischen Boden verließen. Um 14:22 Uhr, am Folgetag landeten, wir dann in Frankfurt und wurden unmittelbar von der Hektik und dem Verkehr wieder vereinnahmt. Da unser Truck-Camper einen Bordcomputer hatte, konnten wir feststellen, dass wir insgesamt 5647,7 km gefahren sind sowie 1098,6 Liter Sprit verfahren haben.

Fazit:
Wir vier waren ein Superteam und haben gemeinsam sehr viel Schönes erlebt und neue Eindrücke sammeln können. Der Urlaub hat uns wieder bewusst gemacht, wie schön es ist "Natur zu erleben" und wie wichtig es ist, diese auch zu erhalten. Ein Hotelurlaub (den wir seit Jahren schon gar nicht mehr praktizieren) ist vielleicht entspannter, gibt einem aber lange nicht das, was ein Camperurlaub einen erleben lässt. Wir zehren von so einem Urlaub auch länger und erleben auch die Urlaubszeit intensiver als früher. Und wenn man die ersten Tage auf der Arbeit sitzt, ziehen noch oft die schönen Bilder der Tiere und Landschaften im Kopf vorbei und man stellt fest, dass es wirklich wichtigere Dinge im Leben gibt, als Stress und Hektik.

In diesem Sinne:
Viel zu spät begreifen viele die versäumten Lebensziele: Freuden, Schönheit und Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur. Darum, Mensch, sei zeitig weise! Höchste Zeit ist's. Reise, reise!