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Traumurlaub in Nordkanada Yukon - Kanada Wohnmobil und Fraserway

Reisetagebuch von Angelika De Turris
Yellowknife - Whitehorse, vom 02.09.2016 – 23.09.2016

Wir, Angelika und Ulli, auf großer Tour mit dem Truck Camper von Fraserway in und durch die Northwest Territories.

Wir sind in den letzten zwei Jahren jeweils die "Acht" Yukon/Alaska gefahren. Bei der letzten Abgabe in Whitehorse hörten wir von der Möglichkeit, einen TC in Yellowknife anzumieten und in Whitehorse abzugeben. Einen einzigen Tag nach unserer Ankunft zuhause, haben wir schon mit SK Touristik Kontakt aufgenommen und alles eingestielt; knappe zwölf Monate vorher. Also, alle einsteigen, es geht los: Von Düsseldorf über London, Calgary, Edmonton bis Yellowknife! Puh, eine ganz schön lange Anreise, aber wir haben es geschafft, unser Gepäck ließ sich allerdings zwei Tage mehr Zeit.

Tag 01
Düsseldorf - Yellowknife

Am 02.09.2016 sind wir um 12 Uhr in Düsseldorf mit einer Stunde Verspätung Richtung London gestartet. Dort angekommen hetzten wir zum nächsten Gate, hatten doch jetzt statt den 90 Minuten Umsteigezeit, nur noch knapp 25 Minuten, den Flieger nach Calgary zu erreichen. Geschafft, kaum das man sich hingestzt hat, ging es auch schon los. Die Air Canada Maschine hatte eine 3-4-3 Bestuhlung. Wir hatten in der 4er Reihe 2 Plätze gebucht, und - Bingo: Die Nebenplätze blieben frei und so hatten wir auf dem langen Flug eine 4er-Reihe für uns alleine. Die Verpflegung und der Service waren sehr gut. In Calgary noch mal umsteigen, kurze Zwischenlandung in Edmonton und gegen 22 Uhr sind wir in Yellowknife gelandet. Leider hatte unser Gepäck das Ziel nicht erreicht, das war nach Auskunft am Lost and Found Schalter noch in London. Wir sind mit dem Taxi zu unserem Hotel Coast Fraser Tower gefahren. Der Blick vom Balkon, wir waren in der 5. Etage, war sehr schön, und ich erblickte unten auf dem Parkplatz einen TC. Hm, das könnte gerne unserer sein.


Tag 02
Yellowknife - Ingraham Trail - Prelude Lake

Am nächsten Morgen gab es einen schönen Sonnenaufgang und ein kleines Frühstück. Kurze Zeit später kam auch schon Rick, der uns den Truck Camper übergab. Es war tatsächlich der TC, den ich gestern Abend vom Balkon aus erblickt hatte. Klasse, ein Ford F 350 Larriart, mit 440 Pferdestärken und allem Schnickschnack. Sitzheizung- und Kühlung, 110 Volt Steckdose im Amaturenbrett, und so weiter. Die Kabine war auch so gut wie neu, mit Solarpaneelen auf dem Dach. Wir waren zufrieden! Die Übergabe war schnell erledigt, und so ging es erst mal auf zur Einkaufstour. Walmart, Independence Store und Canadien Tire; wir brauchten eine Säge. Nach den Einkäufen sind wir zum Visitor Center gefahren. Danach durch Yellowknife zum Welcome Sign, The Rock und durch die Raggend Ass Road (was soviel wie zottiger oder zerlumpter Arsch heißt). Die Aussicht von "The Rock" auf den Great Slave Lake war wunderbar, die Hausboote sahen wie kleine Spielzeughütten aus. Ich hätte auch gerne eins. Dann sind wir den Ingraham Trail (Highway 4) ca. 30 km bis zum Prelude Lake Territorial Park gefahren. Dort hatten wir eine Campsite für zwei Tage gebucht. Wir richteten uns ein: ein Feuerchen, ein Bier und ein Glas Wein, und um 20.30 Uhr fielen uns die Augen zu.

Tag 03
Prelude Lake - Ingraham Trail- Tibbitt Lake

Ziemlich früh sind wir aufgewacht. Nach einem kleinen Frühstück sind wir den Panorama Trail, der direkt vom Campground aus losgeht, gelaufen. Von oben hat man eine fantastische Aussicht auf den Prelude Lake. Es war noch recht frisch, knapp 5 Grad Celsius, aber diese Ruhe und Stille; einfach toll. Um 9 Uhr sind wir los: Wir wollen den Ingraham Trail ca. 65 km bis zum Tibitt Lake fahren. Dort beginnt in den Wintermonaten die Iceroad. Das Wetter war ein Mix aus Sonne, Wolken und leichtem Regen. Aber wir hatten Glück: Gerade als wir ankamen schien die Sonne. Es war schon imponierend, wir stehen hier, wo die Iceroad Trucker bald wieder fahren. Danach fuhren wir den Ingraham Trail zurück bis zum Hidden Lake Territorial Park. Dort machten wir die Wanderung zu den 17 Metern hohen Cameron Falls. Ein sehr schöner Trail, knapp 1,2 km One-Way, führt über Stock und Stein zu den Wasserfällen. Wir verbrachten etwa 2 Stunden dort. Über eine kleine Brücke kann man auf die andere Seite der Wasserfälle gehen. Auch von dort hat man einen sehr schönen Ausblick. Es wurde ziemlich warm, T-Shirt Wetter. Wir waren falsch gekleidet, weil unser Gepäck immer noch unterwegs war. Nachdem wir die Wanderung beendet hatten, fuhren wir bis zum Yellowknfe Airport. Und tatsächlich konnten wir die Reisetaschen in Empfang nehmen. Abends auf dem Campground gab es noch ein kleines Feuerwerk, es war ja Labour Day. Wir haben wieder am Lagerfeuer gesessen, gegrillt und ausgespannt.

Tag 04
Prelude Lake - Yellowknife - Fort Providence - Lady Evelyne Territorial Park

Die Reise sollte weitergehen. Wir schauten uns noch knapp 2 Stunden in Yellowknife um und drehten eine kleine Runde um den Frame Lake. Das Wildcat Cafe hatte leider geschlossen und mit leichtem Herzschmerz haben wir Yellowknife gegen 11 Uhr Richtung Fort Providence verlassen. Uns gefiel es dort richtig gut. Das Wetter war auf unserer Seite, und so fuhren wir bei blauem Himmel auf den Highway 3. Die Frontier Route. Dann machten wir einen kurzen Abstecher nach Behchoko (Rae-Edzo), wo wir mit einem sehr netten Mann, der der First Nation angehört (Dene), ins Gespräch kamen. Er erzählte uns einiges über die Geschichte seines Volkes. Wir durchquerten das Mackenzie Bison Reservat. Leider haben wir nur zwei Bisons gesehen. Der nächste Halt war in Fort Providence, dort haben wir am MacKenzie River, gegenüber der kleinen Kirche, eine kurze Pause gemacht und getankt. Weiter ging es dann via Deh Cho Bridge über den MacKenzie River. Bis vor ein paar Jahren ging es nur mit der Fähre über den Fluss, jetzt mit der Brücke ist es einfacher und schneller. Wir bogen auf die Waterfall Route ab, und fuhren bis zum Lady Evelyne Falls Territorial Park. Dort suchten wir uns eine nette Site aus. Es war nur noch eine weitere Site belegt, also waren wir so gut wie allein. Mitterweile waren es knapp 21 Grad. Wir haben überhaupt nicht damit gerechnet, dass es in "so einer Gegend" sommerliche Temperaturen geben könnte. Der Camphost schenkte uns noch eine Fuhre Feuerholz, und um 18 Uhr brannte das Campfire.

Tag 05
Waterfall Route - Lady Evelyne Park - Louise Falls - 60. Breitengrad

Nach dem Frühstück sind wir zu den Lady Evelyne Falls gegangen. Der kleine, ca. 500 Meter lange Fussweg geht direkt am Campground los. Ein paar ziemlich steile Stufen runter und schon sieht man die tollen Wasserfälle, die man im übrigen schon vom Campground aus hört! Weiter gings nach Enterprise, um zu tanken. Dort sind wir auf den Highway 1, der Wasserfall Route, abgebogen und zum Louise Falls Territorial Park gefahren. Dort haben wir eine Campsite gebucht. Die nette Camp-Besitzerin gab uns noch Tipps, von wo aus man die Wasserfälle am besten sehen kann. Wir stellten den Camper ab und gingen sofort los, um die Wasserfälle zu besichtigen.Vom Campground geht der Wanderweg zu den Louise Falls los. Dort führt eine Wendeltreppe mit 44 Stufen und weiteren 98 Holzstufen runter zum Top of the Falls. Klasse. Ein schöner Wanderweg durch den Wald, ca. 2,2 km, führt zu den Alexandra Falls. Was für ein grandioser Anblick. Wir waren ganz alleine und konnten so alles in Ruhe genießen. Wir liefen auch hier bis zur Kante, da bekommt man Kribbeln im Bauch. Nun den ganzen Weg zurück zum Campground, in den Truck Camper gesetzt und zum 60. Breitengrad gefahren. Klasse, ein sehr schönes informatives Visitor Center, in dem wir eine Urkunde bekamen, mit der Bestätigung, dass man am 60. Breitengrad war. Dann natürlich das 60th Parallel Sign beguckt und eine Esspause gemacht. Kaum hatte ich etwas zu essen in der Hand, kam ein großer Rabe angeflogen und wollte mir das Stück Kuchen aus der Hand stiebitzen. Schnell in den Camper geflohen, und der Rabe hackte gegen die Frontscheibe und ließ sich erst vom Scheibenwischerwasser verscheuchen. Zurück zum Campground und, natürlich, Feuer an, grillen und entspannen.

Tag 06
über Hay River - Salt Plains

Am Morgen erstmal die Campground-Duschen genutzt und nochmals zu den Alexandra Falls gefahren. Die gefielen uns sehr gut. Dort haben wir noch eine Stunde verbracht, aber dann ging es weiter. In Hay River haben wir das Visitorcenter besucht und ein paar Einkäufe erledigt. Danach sind wir 10 km nach Vale Island, am Ende von Hay River, gefahren. Dort ist der Public Beach und wir haben bei wunderbaren 21 Grad eine Rast eingelegt. Auf dem Rückweg haben wir am Ortsausgang noch günstig getankt und sind weiter Richtung Wood Buffalo Nationalpark gefahren. Wir wollten dort drei Tage bleiben. Es sind immerhin fast 700 km (hin und zurück, that is). Wir hielten kurz am Angus Firetower an, bestaunten das "Sink Hole" und fuhren dann weiter bis zu der Salt Plains Recreation Site. Dorthin führt eine ca. 11 km lange Gravelroad, die aber gut zu befahren ist. Als erstes sahen wir einen Bären, der leider zu schnell für ein Foto in der Böschung verschwand. An der Recreation Site angekommen sind wir einfach sprachlos wegen dieser tollen Natur. Wir schauten von oben auf diese Ebene, es war mit 21 Grad richtig heiß, die Mücken schwirrten um uns herum, und doch waren wir angetan von diesem tollen Anblick. Wir zogen unsere Wanderschuhe an und machten uns auf den Abstieg zu den Plains. Leider haben wir dort nur die Spuren von Büffeln gesehen. Diese Biester haben sich vor uns versteckt! Okay, wieder nach oben und einen kleinen Anleger getrunken und lecker gegessen. Danach sind wir zum Little Buffalo Campground gefahren und: noch mal Feuer an, gegrillt und gechillt.

Tag 07
Fort Smith

Oh je, Ulli ist in der Nacht mit Fieber und Halsschmerzen aufgewacht; also die Bordapotheke aktiviert. Dann lassen wir es heute mal etwas langsamer angehen. Eigentlich wollten wir heute bis zum Pine Lake fahren, doch wir blieben in Fort Smith. Während Ulli im Truck Camper blieb und schlief, wanderte ich zu den Pelican Rapids. Der Trail geht direkt in Fort Smith los, in der Nähe von dem kleinen Friedhof. Ganz schön mulmiges Gefühl so alleine im Wald rumzuwandern. Ich lief noch ein bisschen durch Fort Smith, bevor wir dann zum Queen Elizabeth Campground fuhren. Es fing an zu regnen. Also ein ganz unspektakulärer Tag. Nicht gefeuert, nicht gegrillt, nur gechillt!

Tag 08
Wood Buffalo Nationalpark - Pine Lake

Ulli geht es etwas besser und so rollen wir gegen 9 Uhr los. Dumpen, Wasser auffüllen und auf geht es zum Pine Lake. Unterwegs machten wir den ca. 750 Meter kurzen Karstland Interpretive Trail. Nicht ganz so spektakulär. Nun fuhren wir weiter und sahen endlich einen Bison am Strassenrand. Klasse, danach eine Bärin mit zwei Jungen, einfach toll. Es war noch früh am Tag und so machten wir uns auf den Weg zum Grosbeak Lake. Zwei Stunden haben wir für die Wanderung zu dieser Salzebene gebraucht und hier sogar die Roten Stühle entdeckt. Bis jetzt haben wir an diesem Tag nur zwei Menschen getroffen. Uns gefällt diese Einsamkeit sehr gut. Bei strahlend blauem Himmel erreichen wir den Pine Lake, suchen uns eine schöne Site aus und erkunden die Gegend. Hier kann man auch zwei tolle Wanderungen machen, den Lakeside Trail, 6,5 km und den Lane Lake Trail, 13 km lang. Aber für uns ist heute Schluss, nur noch ein bisschen Holzhacken und feuern.

Tag 09
zurück zum Lady Evelyne Territorial Park

Der gestrige Tag war so schön: Sonne satt. Aber in der Nacht hat es dann wie aus Eimern geschüttet; also wieder keine Nordlichter gesehen. Nach dem Frühstück bereiteten wir uns auf einen langen Fahrtag vor. Wir wollen wieder bis zu dem Lady Evelyn Campground fahren. Als wir gerade vom Campground losfahren, sehen wir eine kleine Buffaloherde mitten auf der Fahrbahn, klasse. Es sah einfach so gut aus, im leichten Nieselregen- und dunst stand diese Herde einfach da. Etwa 20 Minuten haben wir gewartet bis auch das letzte Tier von der Straße war. Wir fuhren wieder durch Fort Smith, tankten noch einmal und weiter gings. Es regnete noch immer, und der Highway 5 war reinste Matsche. Also bin ich sehr vorsichtig und langsam gefahren, und so konnten wir auch noch weitere Büffel und zwei Bären beobachten. Erst als wir gegen 17 Uhr am Campground ankamen hat es aufgehört zu regnen, ein Glück! Aber es war ziemlich kalt und klamm. Es gab heute mal kein Feuerchen, wir machten es uns im Camper bei einem Fläschen Wein gemütlich.

Tag 10
Kakisa - Sambaa Deh Falls - Fort Simpson

Zum ersten Mal habe ich in der Nacht die Heizung angemacht. Mir war einfach so kalt. Vor dem Frühstück sind wir noch mal zu den Lady Evelyn Falls gelaufen, die sind einfach zu schön. Wir suchten den Weg runter zu den Falls, doch eben dieser wird nicht mehr unterhalten und ist zugewuchert von Gestrüpp und umgefallenen Bäumen. Da wir nicht von alleine unten landen wollten, kehrten wir um. Jetzt fuhren wir noch mal 5 km nach Kakisa, eine von der First Nation bewohnte kleine Gemeinde. Es leben ca. 50 Personen in diesem Ort, der wunderschön am Kakisa Lake liegt. Es gibt dort sogar eine Tankstelle! Und einen kleinen Laden. Der nächste Stop war an den Sambaa Deh Falls, wir machten dort eine ca. 2 stündige Wanderung zu den Coral Falls und den Sambaa Deh Falls, die sich wirklich lohnt. Es war wunderbar warm, wieder mal T-Shirt Wetter! Da es noch früh am Tag war, entschlossen wir uns, weiter bis Fort Simpson zu fahren. Es ging mit der kostenlosen Fähre über den MacKenzie River, und dann noch ein paar Kilometer bis in den Ort. Wir hatten ja vor, am nächsten Tag einen Flug in den Nahanni Nationalpark zu machen und kurvten etwas orientierungslos durch den Ort, bis wir Simpson Air entdeckten. Es war kurz nach 17 Uhr und das Büro hatte leider schon geschlossen. So tankten wir, gingen ins Visitor Center und fuhren dann zum örtlichen Campground. Dort war kein Host zu sehen, so stellten wir uns ohne zu bezahlen auf eine Site. Später erfuhren wir, dass kurz vor unserer Ankunft leider ein Bär auf dem Campground erschossen wurde.

Tag 11
Flug in den Nahanni Nationalpark

Um 8.30 Uhr standen wir bei Simpson Air auf der Matte und hatten Glück: um 9.30 Uhr sollte ein Flug in den Nahanni Nationalpark gehen. Ein Paar aus Vancouver hatten die lange Tour über 8 Stunden mit Stops an den Virginia Falls, dem Glacier Lake und Little Doctor Lake gebucht. Es waren noch zwei Plätze frei, und so konnten wir für knapp 670 CAN Dollar mitfliegen. Wir machten uns noch schnell ein Esspaket fertig und schon konnte es losgehen. Es war ein unbeschreibliches Abenteuer. Der Frühnebel verzog sich und als wir über die Virginia Falls flogen und zur Landung ansetzten, kam die Sonne ganz raus. Wir hatten einen netten Guide, der uns genug Zeit ließ, alles abzufotografieren. Danach entdeckten wir die roten Stühle und machten die kleine Wanderung dorthin. Da saßen wir also mitten im Nahanni NP auf den Roten Stühlen, das muss man erst einmal auf sich einwirken lassen und drüber nachdenken, wo man sich befindet. Im Geiste hatte ich die Weltkarte vor Augen; Boah! Mit dem kleinen Flieger ging es weiter zum Glacier Lake, auch dort einfach klasse. Diese Ruhe und Einsamkeit kann man spüren, alles wirkt so friedlich. Es wurde recht warm, wir machten eine kleine Ess- und Trinkpause, schossen wieder etliche Fotos. Weiter ging die Reise zum Little Doctor Lake. Wir konnten leider wegen Turbolenzen nicht an der Lodge landen, sondern nur auf der gegenüberliegenden Seite des Sees. War aber nicht weniger schön. Wir sahen einige Elch-Spuren, doch kein einziger ließ sich blicken. Mittlerweile hatten wir 18 Grad und blauen Himmel. Gegen 18 Uhr landeten wir wieder in Fort Simpson und haben von Simpson Air zwei tolle Poster und einige Postkarten geschenkt bekommen. Adressen wurden ausgetauscht, der Liquor Store wurde aufgesucht und ab zum Campground. Dort endlich bezahlt, und dann nur noch feuern, essen und trinken.

Tag 12
Fort Simpson - Fort Liard

Nach dem Frühstück sind wir die kleine Strasse hinter dem Campground abgefahren. Dort steht das Papstdenkmal. 1987 hatte Papst Johannes Paul II Fort Simpson besucht und es wurde ihm zu Ehren ein Denkmal errichtet. Jetzt wird dort von den aus der Fernsehserie "Die Loghausbauer" ein riesiges Tipi gebaut. Nächstes Jahr kommt der Papst wieder! Jetzt erst noch mal zum Visitor Center, dort gibt es W-Lan. Kurze Meldung nach Hause und weiter zur Müllkippe. Ja richtig gelesen, zur Müllkippe. Wir hatten den Tip bekommen, dass man dort Bären beobachten kann. Tja, es gibt dort aber jetzt einen "Wärter", der einen nicht so ohne weiteres zur Kippe läßt. Wir haben uns aber sehr nett und lange mit ihm unterhalten, und er sagte uns auch, dass es dort keine Bären mehr gibt. Er schenkte uns noch ein altes Autonummernschild aus NWT, das fanden wir ganz klasse. Mit der Fähre um 11.30 Uhr fuhren wir weiter Richtung Blackstone Territorial Park. Der Highway ist bis dahin nur matschiger Gravel. Es hatte wohl vorher sehr stark geregnet. Da es für uns um 14 Uhr noch zu früh war, auf dem dortigen Campground zu übernachten, fuhren wir weiter bis Fort Liard. Dort fanden wir am Hay Lake eine tolle kostenlose Campsite. Es waren wieder 22 Grad. Also feuerten und grillten wir wieder.

Tag 13
Fort Liard - Fort Nelson - Tetsa River Campground

Schon morgens um 8 Uhr hatten wir Sonne und 14 Grad. Noch schnell den Camper betankt und auf nach Fort Nelson. Direkt auf dem Highway konnten wir wieder eine Bisonherde beobachten, aber leider nur durch die Autoscheibe fotografieren. Es schwirrten tausende von Mücken um uns herum. Wir standen bestimmt 15 Minuten und beobachteten die Tiere. Wir überquerten die Grenze zwischen den Northwest Territories und British Columbia. Konnten unsere Uhren also eine Stunde zurückstellen und suchten erstmal das sehr informative Visitor Center in Fort Nelson auf. Danach war kostenlos dumpen und Wasser auffüllen angesagt und endlich mal eine Wäscherei aufsuchen. Wurde Zeit! Während die Wäsche lief, gingen wir nebenan in den IGA Supermarkt und füllten unsere Vorräte auf. Als die Wäsche trocknete, waren wir im Liquore Store. Endlich mal wieder zivile Preise! Es wurden wieder 21 Grad. Wir hatten dieses Jahr echt die falschen Klamotten mit, die letzten zwei Reisen im Yukon bzw. In Alaska waren deutlich kühler! In B.C. änderte sich die Landschaft: Endlich nicht nur Bäume wie in den Territories, sondern mal wieder Fernsicht. Berge mit Schneekuppen. Wir fuhren noch ca. 100 km bis zum Tetsa River Regionalpark und hatten die freie Platzwahl. Nicht mehr viel los um diese Jahreszeit. Inklusive Feuerholz zahlten wir hier 20 CAN Dollar. Einmal runter zum River, eine Runde um den Platz.

Tag 14
Muncho Lake Provincial Park

Über Nacht hatten die Bäume fast das ganze Laub abgeworfen. Da, wo am Abend noch rote und gelbe Blätter hingen, waren jetzt nur noch dürre Äste zu sehen. Wir fuhren den Alaska Highway in Richtung Muncho Lake und hatten das Glück, zuerst Stone Sheeps und ein Stück weiter Caribous zu sehen. Leider auch eine überfahrene Elchkuh. Einen kleinen Hikestop machten wir am Erosion Pillar Trail, der ca. 1 km einen kleinen Hügel hinaufführt. Oben sieht man drei Hoodoos. Sieht schon toll aus. Wir liefen den Trail durch ein kleines Flussbett wieder zurück. Weiter gings und die Strecke und Aussicht wurde immer schöner, die sensationelle Laubfärbung und der Weitblick erinnerten mich ein bisschen an die Tombstone Mountain am Dempster Highway. Es ging lange am türkisfarbenen Mac Donald Creek und dem gleichnamigen River entlang. Wir entdeckten einen super tollen Boondocking Platz, abseits der Racing River Bridge. Und wäre es schon spät am Tag gewesen, wären wir dort stehengeblieben. So machten wir nur eine Ess- und Trinkpause. Unser heutiges Ziel ist der Strawberry Flat Campground, von dort geht der Sheep Rock Mountain Trail ab. Doch leider: closed for the season. Weiter zum MacDonald Campground; sind ja nur ein paar Kilometer. Wir finden dort eine Site direkt am See und da es wieder sehr warm ist, verschieben wir den Hike auf morgen. Wir genießen die Ruhe und die Aussicht auf den Muncho Lake und die gegenüberliegenden Berge. Um 21.30 Uhr klopfte die Rangerin an, um die Campground Gebühr zu kassieren.

Tag 15
Liard Hot Springs - Watson Lake - Simpson Campground

In der Nacht bin ich um 3 Uhr aufgewacht und habe einen wundervollen Vollmond betrachtet. Es war taghell im Wohnmobil. Kurz rausgegangen; ein lauwarmer Wind wehte mir entgegen. Immerhin hatten wir selbst im Wohnmobil sagenhafte 16 Grad. Nachdem wir gefrühstückt hatten, fuhren wir noch mal 2 km zurück zur Northern Rockies Lodge, um dort zu tanken. Puh, der absolut teuerste Diesel im ganzen Urlaub, noch teurer als in Eagle Plains am Dempster. 1.69 CAN Dollar/Liter. Entschädigt hat uns eine Gruppe Caribous und ein Bison am Strassenrand. Wieder sehr schön, diese Tiere in Ruhe zu beobachten. Es ist so gut wie kein Autoverkehr. Auf den knapp 80 km bis Liard Hot Springs haben wir noch so einige Tiere gesehen: 2 Füchse, noch mehr Bisons und einige Mountain Sheeps. Endlich an den Hot Springs. Schnell geparkt, Badesachen an und bei frischen 9 Grad zu den Pools gelaufen. Es führt ein ca. 700 Meter langer Holzsteg zu den beiden Hot Pools. Ohhh, was für eine Wohltat, wir blieben bestimmt 30 Minuten in dem heißen Wasser. Die Liard Hot Springs sind ganz fantastisch: Naturpools, zu denen man über Kieselsteinchen läuft und in den Becken gibt es Sitzbänke. Danach schön aufgeheizt zum Camper gelaufen und dort abgeduscht, Kaffee gekocht und einen kleinen Snack gegessen. Knapp 20 km hinter Liard Hot Springs liegen die Smith Falls. Die wollten wir erwandern. Über eine unsäglich schlechte Gravelroad ging es 2,5 km zu dem Ausgangspunkt. Hier darf einem niemand entgegen kommen, so schmal wie die Straße ist. Tja, was soll ich sagen? Der Abgang zu den Falls ist nicht mehr vorhanden, wurde weggespült bei einem Unwetter. Jetzt hing dort ein dickes Drahtseil, an dem man sich abhangeln konnte. Nee, da hatten wir keine Lust zu. Nur Matsch und ohne Handschuhe an den Seilen? Die Falls konnten wir auch von hier oben sehen. Zurück zum Highway und weiter bis Watson Lake. Wir haben unser eigenes Schild, welches wir aus Deutschland mitgebracht haben, dort im Schilderwald angebracht. Was für ein Schildergewimmel! Seit 1942 werden hier von Touristen Schilder aufgehängt. Mittlerweile sollen es 72.000 sein.
Nun ins Visitor Center, um uns nach dem Strassenzustand der South Canol Road zu erkundigen. Sollte gehen. Hat zwar in den letzten Tagen geregnet. Okay, wir fuhren also den Robert Campell Highway Richtung Ross River bis zum Simpson Lake Campground, stellten uns direkt an den. Gefeuert, gegrillt und: noch mehr gefeuert. Es wurde eisig kalt.

Tag 16
Watson Lake - Johnsons Crossing- Squanga Lake Campground

Morgens war alles gefroren. Der Tisch war mit Eis überzogen und es waren -3 Grad. Hm, was tun? Wir fahren los und entschieden uns gegen die South Canol Road. Also zurück nach Watson Lake, noch mal ins Visitor Center und die Damen dort meinten, es war die richtige Entscheidung. Durch den Regen und jetzt entstandenen Frost sei es zu gefährlich. Noch mal tanken und ein paar Einkäufe gemacht und weiter ging es. Wir liefen den kurzen Trail zu den Rancheria Falls, circa 10 Minuten. Die Wasserfälle sind zwar klein, aber doch sehenswert. Der nächste Stop war an einer Rest Area, von dort hatte man einen wunderbaren Blick auf die Nisutlin River Bridge. Es ist die längste Brücke auf dem Alaska Highway. Durch das kleine Örtchen Teslin durch, an Johnsons Crossing vorbei bis zum Squanga Lake Campground. Endlich mal Yukon Wetter: nur 9 Grad. Hier blieben wir, wollten wir doch morgen die South Canol Road von hier aus bis zum Quiet Lake fahren. Bis um 22 Uhr saßen wir noch am Campfire, so gut gefiel es uns hier.

Tag 17
South Canol Road bis zum Quiet Lake

Brrr, war das kühl in der Nacht. Ich musste wieder mal die Heizung anstellen. Eine Runde über diesen schönen Platz gelaufen, runter zum Boat Launch und den im Morgennebel liegenden See betrachtet. In Johnsons Crossing haben wir uns eine Cinnamon Bun und einen Blaubeer Muffin gekauft, noch getankt und los ging es bei mittlerweile blauem Himmel zur South Canol Road. War schon ein tolles Gefühl. Leider hielt es nicht so lange an. Statt Einsamkeit ein Autoverkehr wie auf der A 40. Es war Wochenende und viele Jäger waren unterwegs. Durch die Knallerei haben wir natürlich nicht ein Tier zu Gesicht bekommen. Auf den ersten 30 km war es jedoch noch eine sehr schöne Aussicht, danach eben wieder nur durch Wald bis zum Quiet Lake Campground. Irgendwie gefiel uns dieser Platz überhaupt nicht. Wir sahen uns den See an und beschlossen, die Strecke wieder zurück zu fahren. Gesagt getan, zurück bis zum Squanga Lake und noch mal eine Nacht dort verbracht. Hier standen wir ganz alleine auf einer Site direkt am Lake. Ein Porcupine lief uns dort auch noch über den Weg.

Tag 18
Atlin

Heute geht es auf nach Atlin, denn dort waren wir noch nie. Erst hing der Nebel, aber als wir auf die Atlin Road einbogen gab's nur noch Sonne pur. Was für eine schöne Strecke, immer wieder ein Blick auf einen See und dahinter die mit leichtem Schnee bedeckten Berge - klasse. Ich weiß nicht mehr, wie oft wir angehalten haben, um uns diese tolle Landschaft anzuschauen. Atlin selber gefiel uns auch sehr gut. Die als Künstlerort bekannte Stadt hat ein eigenes Flair, bunte Bänke, viele alte restaurierte Gebäude. Am Ende der Strasse ist der Norseman Adventures RV Park, dort bekamen wir das "Penthouse". Ein Stellplatz, der auf einer kleinen Landzunge ist. Man hat das Gefühl, man steht im Atlin Lake! Am Nachmittag gab es ein besonderes Spektakel: Der Camphost warf ein paar Fischreste auf den Weg, und flott kamen zwei Weißkopfseeadler angeflogen und nahmen sich ihre Mahlzeit. Das macht er jeden Nachmittag! Wir grillten uns ein Steak und blieben bis um 21 Uhr am Lagerfeuer sitzen. Ein absolut perfekter Tag.

Tag 19
Atlin - Sanafu Lake

Der nächste Morgen war mit -3 Grad so richtig schön kalt. Ein toller Sonnensaufgang, die Berge mit ihren Gletschern waren rosarot gefärbt. Neben uns am Atlin Lake machte sich ein kleiner Flieger startklar, um drei Leute mit Sack und Pack und einem Kanu raus in die Wildnis zu bringen. Nach dem Frühstück fuhren wir los auf die Warm Bay Road, denn dort geht der Monarch Trail ab. Ein sehr schöner, aber auch anstrengender Hike. 3 km one way. Oben angekommen bot sich ein grandioser Blick auf Atlin und Umgebung. Danach noch etwas die Warm Bay Road weiter gefahren, bis wir zum Viewpoint auf dem Llewellyn Glacier kamen. Dieser liegt schon an der Alaskanischen Küste. Lohnt sich auf jeden Fall.
Zurück nach Atlin, einen leckeren Burger gekauft und noch zu den Pine Creek Falls, die an der Surprise Road etwas außerhalb von Atlin liegen, gefahren. Diese Falls kann man auch sehr gut von der Strasse aus sehen, aber wir machten noch die kleine Wanderung dort hin. Am frühen Nachmittag waren wir wieder im Yukon und übernachteten am Snafu Lake. Wieder fast alleine, nur noch ein Camper stand mit uns am See. Wieder gefeuert und lange draussen gesessen.

Tag 20
Carcross

Ich wollte endlich mal Nordlichter sehen, und bin drei Mal in der Nacht aufgestanden und habe einfach keine gesehen! Sollte uns in diesem Urlaub einfach nicht gelingen. So haben wir den ganzen Morgen etwas rumgetrödelt, sind noch einmal den Hügel hinauf gegangen, um den sehr schönen Ausblick auf den Sanfu Lake zu genießen. Eigentlich wollten wir direkt Richtung Whitehorse, doch wir entschieden uns, Carcross noch einen Besuch abzustatten. Wir fuhren den Teslin Loop, und kamen bei strahlenden Sonnenschein in Carcross an. Im Visitor Center bekamen wir sehr viele Infos von Dagmar, einer Deutschen, die seit 30 Jahren im Yukon lebt. Lange und viel gequatscht, und von ihr den Schlüssel zu der kleinen Kirche, die direkt hinter dem Visitor Center steht, bekommen. In dieser Kirche steht eine der ältesten Orgeln des Yukon. Sie wurde damals im Gold Rush über den Chilkoot Trail von den Goldgräbern nach Carcross gebracht. Was muss das für eine Schlepperei gewesen sein. Wir liefen bestimmt zwei Stunden durch Carcross, gönnten uns im Café, das von Heike, einer weiteren Deutschen, geführt wird, ein leckeres Sandwich und einen Kaffee. Im General Store gab es noch ein sagenhaft leckeres Eis.
Danach fuhren wir zum Carcross Tagish First Nation Campground. Der hatte uns vor 2 Jahren schon sehr gut gefallen. Und um 18 Uhr brannte das Feuer; es sollte für dieses Jahr das letzte sein.

Tag 21
Carcross - Whitehorse

Zum Abschied wurden wir mit einem tollen Sonnenaufgang belohnt. Leicht traurig, dass die Reise fast zu Ende ist, verließen wir den Campground und fuhren Richtung Whitehorse. Noch einen Stop an der kleinsten Wüste der Welt, Carcross Desert, die direkt am South Klondike Highway liegt. Die Sanddünen sind die Reste eines Gletschersees aus der Eiszeit. Mit ca. 260 Hektar nicht wirklich riesig, aber groß genug, um dort Sandboarding oder Quadfahren zu betreiben. Der nächste Stop ist am Emerald Lake mit seiner türkisgrünen Farbe. Die kommt von abgelagertem Kalkstein, der auf dem Grund liegt und von der Sonne reflektiert wird. Wir hatten zwar keinen knallblauen Himmel, doch die Farbe kam trotzdem zur Geltung. Wir reissen uns los, brauchen ja noch einen Schlafplatz für die letzte Nacht. Da der High Country Campground in Whitehorse schon geschlossen war, blieben wir auf dem Pioneer RV Park. Leider sind auch dort schon die Duschen geschlossen; dabei hatte ich mich so auf eine heiße Dusche gefreut. Na ja, eine Site ausgesucht und dann nach Whitehorse gefahren. Dort noch ein paar Läden aufgesucht, zum Beispiel den Coast Mountain Store, Marks, Independent Store und den Walmart. Danach zum Car Wash, um den Camper waschen zu lassen. War ja doch nach 3 Wochen und vielen Gravelroads ziemlich schmutzig. Tja, zurück zum Campground und das große Packen fing an. Alle möglichen Reste entsorgt, geduscht und den Truck Camper von innen gesäubert. Kein Feuerchen und auch nicht gegrillt.

Tag 21
Abflug

Schnell noch dumpen und los geht's nach Whitehorse. Erst noch ein kleines Frühstück bei einem Fast Food Restaurant. Danach zu Fraserway. Die Abgabe war wie immer sehr schnell und problemlos, wir zahlten unsere zuviel gefahrenen Kilometer nach und wurden zum Airport gefahren. Dort wurden wir sofort unser Gepäck los und um 12 Uhr hob der Flieger nach Vancouver ab. Von dort über München nach Düsseldorf.
Nachdem wir nun 30 Stunden auf den Beinen waren, fielen wir völlig erledigt in unsere Betten. So schnell gehen 3 Wochen vorbei, leider, aber, dass schöne ist: nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub. Im Mai 2017 geht es schon wieder los, Whitehorse/Whitehorse, 4 Wochen nur Yukon. Wir freuen uns.

Vielen Dank an das SK Team, dass alles so wunderbar geklappt hat.

Angelika und Ulli De Turris