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Scouting Nova Scotia 2018 Nova Scotia - Kanada Natur Aktiv, Reiseidee, Mietwagen und Lodges

Tom, Henrike und Franzi unterwegs in Nova Scotia?Scouting-Trip: Cape Breton Highlands und Lighthouse Route

Im Mai waren Henrike, Franzi und Tom für SK in der Atlantikprovinz Nova Scotia unterwegs und haben sich auf die Suche nach charmanten Unterkünften, schmucken Ortschaften und spektakulären Aussichtspunkten begeben. Während Tom Cape Breton Island unter die Lupe genommen hat, haben Henrike und Franzi den Südwesten Nova Scotias bereist.

Teil 1 – Cape Breton Island (Tom)

Es ist noch früh im Mai hier in Nova Scotia und ich habe echtes Glück mit dem Wetter: 21 Grad und Sonnenschein. Der Ford Explorer steht für mich bereit und nach einer erholsamen Nacht im Alt Hotel – total praktisch, direkt am Flughafen von Halifax – bin ich nun auch so richtig bereit für meine Entdeckungsreise.

Cape Breton ist eine Insel im nördlichen Teil von Nova Scotia, bei vielen bekannt durch den spektakulären Cabot Trail, der sich auf so malerische Art an der rauen Küste entlangwindet. Ein paar Stunden Fahrt sind es aber bis dahin, also stehe ich früh auf, setze mich ins Auto und düse los. Laut Wettervorhersage soll der Sonnenschein bis zum nächsten Nachmittag anhalten. Wär natürlich super für mich, da ich die Küstenstraße unbedingt filmen will. Und klar, alles sieht nun mal viel schöner aus mit Sonne und ohne Regen.

Kaum Verkehr in Halifax und ich lande sehr schnell auf dem 104er Highway Richtung Norden, Richtung Cape Breton. Als ich dann über die Brücke nach Port Hawkesbury fahre, habe ich schon drei Viertel der Strecke geschafft, die ich mir für heute vorgenommen habe. Und die Fahrt ist wirklich wunderschön. Mit Tempomat und Radio auch sehr entspannt.

Ich entscheide mich, die Westküste zuerst anzufahren, obwohl die Unterkünfte, die ich mir heute ansehen und filmen will, eigentlich überwiegend an der Ostküste liegen. Aber Wetter, Wetter, Wetter – so sind wir Fotografen und Filmer nun einmal. Innenaufnahmen kann ich auch bei Regen machen. Um ein Uhr nachmittags bin ich dann auch schon in Margaree Harbour. Toll! Dieser Küstenort ist so richtig, wie man sich Nova Scotia vorstellt: Bunte Häuser, Fischerboote, niedliche Cafés und überall natürlich Meeresfrüchte im Angebot.

Weiter geht’s. Und es steigert sich! Im Cape Breton Highlands Nationalpark empfängt mich die richtig wilde Küste. Die Straße scheint sich an der Felsküste entlang und teilweise direkt durch sie hindurch zu ziehen. Ich muss ständig anhalten, um Fotos und Videos von den einmaligen Ausblicken zu machen. Und das Beste: Ich bin so gut wie allein auf dem Cabot Trail unterwegs! Höchstens alle zehn Minuten sehe ich mal ein anderes Auto. Das ist natürlich einer der ganz klaren Vorteile, wenn man so früh in der Saison unterwegs ist.

Die Nordküste der Insel ist mit Sicherheit der spektakulärste Teil meiner Kurzreise. Hier wechseln sich Steilkliffe mit orangefarbenen Stränden ab – ein visuelles Fest, was ich versuche mit vielen Drohnenaufnahmen festzuhalten.

Es hört nicht auf. Ich muss immer noch ständig anhalten, um die malerischen Strände und die niedlichen, kleinen Orte zu filmen. Aber irgendwann erreiche ich die Ostküste von Cape Breton dann doch und fahre nun wieder in Südrichtung. Ich weiß, dass mich Kim Magistro, die Inhaberin vom Castle Rock Country Inn, erwartet, und dass ich sonst riskiere, ein leckeres Abendessen zu verpassen. Und das Dinner ist dann auch wirklich sensationell! Es gibt zur Vorspeise Garnelen und als Hauptspeise eine Lammkeule, das Ganze abgerundet mit einem hervorragenden Wein und frisch gebackenem Brot. Und das i-Tüpfelchen ist der einmalige Ausblick vom Tisch auf die südliche Ingonish-Bucht im Abendlicht! So findet ein Traumtag sein würdiges Ende.

Das Interview mit Kim mache ich am nächsten Tag. Es ist ja wirklich beeindruckend, was sie hier im Castle Rock Inn geschaffen hat. Noch schnell ein paar Drohnenshots und dann geht es weiter zum Knotty Pine Cottage, was nur einen Kilometer nördlich liegt. Die Cabins von Knotty Pine haben auch einen sagenhaften Ausblick – auf den Ingonish Harbour. Und man ist gerade dabei, brandneue Hütten direkt an die Bucht zu bauen.

Ich schaue auf den Wetterbericht und mir wird klar, dass ich vielleicht nur noch gute drei Stunden Zeit habe, bis sich der angesagte Regen vom Süden her über Cape Breton breit macht – und drei Unterkünfte stehen noch auf meiner Liste! Also, schnell weiter zum Maven Gypsy, einer einfachen, aber sehr urigen Unterkunft mit vier Cabins, die etwas vom Highway entfernt und damit schön ruhig liegen.

Next Stop: Dancing Moose Cafe & Cottages. Das Dancing Moose liegt nur ein paar Kilometer weiter südlich. Dort ist die Lage auch mal wieder durchaus beeindruckend – direkt am Steinstrand. Die sehr einfachen Hütten empfinde ich aber dennoch als geschmackvoll eingerichtet. Die etwas größere Lodge hat natürlich alle gewohnten Annehmlichkeiten. Die Besitzer kommen übrigens aus Holland und machen einen sehr netten Eindruck auf mich. Na klar, gern bleibe ich zum Lunch. Gute Entscheidung, sehr lecker!

Das war mein Kurzabstecher nach Cape Breton Island. Für mich geht es ganz entspannt zurück nach Halifax, wo ich an Henrike und Franzi übergebe.

Teil 2 – Nova Scotias Süden (Henrike & Franzi)

Nachdem wir gestern Nacht im Dunkeln in Halifax gelandet sind, wissen wir heute morgen noch nicht so recht, ob die Air Canada uns in die richtige Stadt geflogen hat. Der erste Blick aus dem Hotelzimmer hat nicht so viel zu bieten - außer einer dichten weißen Nebelwand! Moment mal - das haben wir aber so nicht bestellt! Zu unserem Glück löst sich der Nebel schon während wir frühstücken. Das sehen wir als Startschuss, packen unsere Sachen, beladen den Mietwagen und ab geht es auf den Highway. Unser Nova Scotia Roadtrip beginnt!

Erster Stopp: Peggy's Cove. Eine knappe Stunde südwestlich von Halifax liegt das Örtchen an der rauen Atlantikküste. Wir haben es zwar nicht gesucht, aber trotzdem gefunden - das perfekte Fotomotiv. Der berühmte Leuchtturm bei nun strahlend blauem Himmel, kaum Menschen und dazu frische Seeluft. Was für ein Start in den Tag!

Anstelle des Highways haben wir uns für die langsamere aber schönere Streckenoption entschieden: die Lighthouse Route. Die Straße schlängelt sich entlang der Küste. Links der Atlantik und rechts die berühmten bunten kanadischen Holzhäuschen. Schon sehr klischeehaft aber zugegebenermaßen wunderschön! Bis wir das Örtchen Lunenburg erreichen, legen wir den ein oder anderen Fotostop ein. Na gut, es waren vielleicht ein paar mehr als eingeplant. Aber wer fährt schon einfach so an einem malerischen Sandstrand vorbei?!

Die schöne Ortschaft Lunenburg scheint noch nicht ganz aus dem Winterschlaf erwacht zu sein. Das Museum ist noch geschlossen, die Blue Nose II versteckt sich zur Zeit in der Werft und dem farbenfrohen Küstenstädtchen fehlt es noch ein wenig an Lebendigkeit. Es ist aber bereits spürbar, dass man sich hier schon in großen Schritten auf die trubeligen Sommermonate vorbereitet.

Weiter geht es auf der Lighthouse Route. Auf Höhe von East La Have entdecken wir eine besonders praktische Abkürzung. Anstatt der Straße entlang der ausgedehnten Bucht zu folgen, setzen wir mit der Fähre nach La Have über. Eine gelungene Abwechslung. Bis zum Örtchen Liverpool folgen wir weiterhin der Lighthouse Route, dann kehren wir dem Atlantik vorerst den Rücken zu.

Als drittes Ziel wartet der Kejimkujik Nationalpark auf uns. Dieser liegt ca. 70 Kilometer im Landesinneren und ist nach dem gleichnamigen See im Park benannt. Zwar startet man auch hier erst in ca. einer Woche in die Sommersaison, aber die Tore sind dennoch geöffnet. Wir nutzen die letzten Sonnenstrahlen unseres ersten Roadtrip-Tages für eine kleine Erkundungstour. Wir lauschen während des Sonnenuntergangs den Geräuschen der Natur - für einen Moment genau das Richtige.

In der Dämmerung erreichen wir unsere heutige Unterkunft - das Whitmann Inn. Ruhig und inmitten der Natur liegt das Inn nur etwa zwei Kilometer vom Kejimkujik Nationalpark entfernt. Die liebevoll von einem deutschsprachigen Paar geführte Unterkunft ist über den Highway 8 erreichbar. Der ideale Ausgangspunkt also, um den nahen Nationalpark zur Sommerzeit mit dem Fahrrad oder in Wanderschuhen zu erkunden. Per Kanu die verschnörkelten Wasserwege entlang zu paddeln ist ebenfalls eine beliebte Outdoor-Aktivität. Beim Anblick der schnuckeligen Zimmer des Whitman Inn schaltet das Gehirn schon beinahe automatisch auf Schlafmodus. Na dann mal gute Nacht.

Nach einer erholsamen Nacht beginnt der Tag für uns heute früh. Dank des strahlend blauen Himmels und der morgendliche Sonne kommt die Snooze-Funktion heute nicht zum Einsatz - wir sind hellwach! Vom Whitman Inn dauert es keine zehn Minuten bis zum Kejimkujik Nationalpark. Bevor es weiter geht auf der Route nutzen wir die Nähe des Nationalparks für eine weitere kleine Erkundungstour.

Unser heutiges Hauptziel: Brier Island. Auf dem Weg dorthin darf ein Frühstücksstopp natürlich nicht fehlen. Let's keep it Canadian - auf zu Tim Hortons in Digby. Frische Bagel und leckerer Kaffee bilden heute die Grundlage für unsere Fahrt. Bevor wir ganz im Westen der Landzunge ankommen, stehen uns zwei Fährfahrten bevor. Von Digby setzen wir über nach Long Island. Nur eine 20 Kilometer lange Fahrt trennt uns von der nächsten Fähre. Die Überfahrten dauern jeweils nur wenige Minuten und sind mit 7 CAD definitiv den Ausflug wert. Gefühlt treffen wir auf Brier Island zu dieser Jahreszeit auf mehr Leuchttürme als Menschen - Das wird sich aber sicherlich in den nächsten Wochen ändern. So oder so, der kleine Fährausflug lohnt sich allemal.

Zurück in Digby tragen wir das letzte Ziel für den heutigen Tag im Navi ein: Annapolis Royal an der Bay of Fundy. Das kleine Örtchen überrascht uns mit charmanten Lädchen, einer schönen Waterfront und toller Fotokulisse am Fort Anne. Entlang der Küste sind die für Kanada typischen "Red Chairs" aufgestellt – Damit ist dann wohl das letzte Fotomotiv für heute gefunden.

Mit dem Bauch voll Seafood steuern wir satt und happy das Annapolis Royal Inn an - unsere Unterkunft für die heutige Nacht. Umgeben von grünen Wiesen und kleinen Deichen befindet sich das Inn etwa 1,5 Kilometer vom Städtchen entfernt. Gemütliche Zimmer, Outdoor-Pool und leckere Frühstückswaffeln machen die Unterkunft zu einem beliebten Anlaufpunkt. Auf die Waffeln freuen wir uns jetzt schon. Aber erst einmal heißt es noch schnell die besten Schnappschüsse des Tages austauschen und dann geht es ab ins Land der Träume.

Wie sollten wir den Tag heute anders starten als mit Frühstückswaffeln und Ahornsirup. Tasty! Nach verlassen des Annapolis Royal Inn führt uns die heutige Route durch das Annapolis Valley und entlang der Bay of Fundy bis zum Burntcoat Head Park. Von hier aus kann man die Gezeitenunterschiede besonders gut beobachten. Bei Ebbe ist sogar die vorgelagerte Felsformation zu Fuß über den Meeresboden erreichbar. Bei der momentan steigenden Flut sparen wir uns das heute und testen das Ganze für SK Touristik wohl lieber beim nächsten Mal. Vorerst schauen wir zurück auf einen ereignisreichen Roadtrip durch den malerischen Süden Nova Scotias.
Scouting Nova Scotia Mai 2018