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Neues Tor zum Deh Cho Trail Northwest Territories - Kanada Tierbeobachtung und Wohnmobil

Neues Tor zum Deh Cho Trail

Text zum SK-Textwettbewerb 2017

Autor: Regina Giebler



Wir starteten am 12. September in Bremen. Über Amsterdam ging es nach Edmonton.

Flug und Einreise verliefen reibungslos. Nach einer Übernachtung im „Four Points by Sheraton Hotel“, wurden wir am nächsten Morgen von einer Fraserway Mitarbeiterin abgeholt.

Unserer Pickup Camper stand schon zur Übernahme bereit.

Als Erstes fuhren wir zu Safeway, um uns mit Proviant zu bevorraten - 4 Wochen Wildnis sollen vor uns liegen, da braucht man schon einiges.

Danach ging es auf den Highway 44 in Richtung Norden – wir wollen in die Nordwest-Territorien. Das Angebot dieser Reise beinhaltete einen Flug mit dem Wasserflugzeug von Fort Simpson zu den Virginia Falls im Nahanni Nationalpark. Dieses Ereignis war auf den 20. September terminiert.

Mit dem Wetter hatten wir Glück. Es war super – am Tage bis zu 11 Stunden Sonnenschein und plus 16 Grad. Und abends sobald die Sonne untergegangen war, konnten wir Nordlichter bewundern: ob am Lesser Slave Lake, am Peace River in Fort Vermillion, Polar Lake bei Hay River, im Sambaa Deh Territorialpark oderFort Simpson.

Am 5. Tag unserer Reise erreichten wir die Nordwest-Territorien. Wir besichtigten einige Wasserfälle:  die Alexandra Falls, den Mc Nally Creek, den Wallace Creek und den Coral Wasserfall. Durch den trockenen Sommer führten alle weniger Wasser als sonst. In der Nacht standen wir am Polar Lake, bevor es am nächsten Tag auf dem Mackenzie Highway weiter in Richtung Fort Simpson ging. Mit der Fähre setzen wir über den Liard River über. Nach einem kurzen Aufenthalt in Fort Simpson fuhren wir weiter in Richtung Wrigley. Hier gibt es nochmals eine Fähre über den Mackenzie River.

Am 20. September sollten wir um 8.45 Uhr im Büro von Simpson Air sein. Claudia empfing uns im Büro der kleinen lokalen Fluggesellschaft und Sergei (unser Pilot) brachte uns zur Cessna, die auf dem Mackenzie River auf uns wartete. Der Flug zu den Virginia Falls dauerte 90 Minuten. Hier hatten wir 2 Stunden Zeit, um den gigantischen Wasserfall zu bestaunen. Der Rückflug beinhaltete eine Landung auf dem Little Doctor Lake an der Nahanni Mountain Lodge (hier kann man auch Hütten und ein Boot über Simpson Air mieten, um mehrere Tage in aller Einsamkeit zu verweilen). Dann ging es zurück nach Fort Simpson, wo wir um 16 Uhr landeten. Das war ein sehr schöner und beeindruckender Tagesausflug: tolles Wetter, atemberaubende Landschaften (Berge, Schluchten, Canyon, Flüsse, Plateaus) und dieser gigantische Wasserfall. Aus dem Flugzeug konnten wir Schafe, Mountain Goats und zwei Elche, welche durch einen See liefen, sehen. Zum Abschluss schenkte uns Sergei noch ein paar Poster und ein paar Postkarten. Nach der Verabschiedung fuhren wir weiter in Richtung Liard Highway, vorbei am Black Stone Camp Ground. Zur Nacht standen wir an der Zufahrt zur Eisstraße nach Nahanni Butte. Der Ort hat etwa 100 Einwohner. Im Sommer hat er keine Verbindung zum kanadischen Fernstraßennetz. Die Menschen können den Liard River nur mit dem Boot überqueren. Auf der anderen Flussseite stehen ihre Autos. Im Winter führt eine Eisstraße in die Ortschaft.

Am nächsten Tag machten wir einen Abstecher nach Fort Liard, um zu tanken.

Dann erreichten wir BC und somit den Alaska Highway.

Am Straßenrand sahen wir viele Tiere, wie: Bären, Büffel, Karibus und Stone Sheeps. Das ein oder andere Mal mussten wir auch halten, damit diese die Straße passieren konnten.

Die nächste Etappe führte uns in den Tetsa River Regional Park am Rande der Northern Rockies.

Ein Besuch der Liard Hot Springs durfte natürlich nicht fehlen. Die Smith Falls lagen etwas abseits des Highways, doch diesmal steuerten wir sie an. Der Weg dorthin war extrem schlecht, aber der Wasserfall war durchaus kein Kleiner und sehenswert.

Am km 699 des Alaska Highway übernachteten wir am Nameless Lake. Hier war ein verlassenes Fischercamp und 6 Biber boten uns bis zum Dunkelwerden ein tolles Abendprogramm, unseren Hunger auf Abendbrot hatten wir da ganz vergessen.

Jetzt sind wir sogar kurz im Yukon, denn es geht weiter nach Watson Lake. Hier unternehmen wir einen erneuten Versuch, unser, aus dem Jahr 2011 angebrachtes Schild zu finden, und diesmal hat es geklappt, aber wir finden es in einem erbärmlichen, verwitterten Zustand vor.

Auf dem Stewart Cassiar Highway ging es weiter in Richtung Süden. AmBoya Lake übernachteten wir. Da wir gut im Zeitplan lagen, wollten wir am nächsten Morgen auf dem See Boot fahren. Aber jemand war schneller als wir – das einzige Boot war weg.  So fuhren wir weiter in Richtung Telegraph Creek. Auf dem Weg dorthin liegt Jade City. Auch wir kauften ein paar Souvenirs aus Jade und es gab Kaffee und WIFI „for free“. In Dease Lake war der Abzweig in die Telegraph Creek Road. Diese fuhren wir bis zum Ende - dort sparzierten zwei Pferde (später sahen wir diese in einem Prospekt als Maskottchen dieser Straße). Unterwegs hielten wir in Tahltan, Glenora (eine Geisterstadt) und in Telegraph Creek, bestaunten die „Three Sisters Rocks

“, beobachteten Weißkopfseeadler, Füchse und einen Grizzly. Die Straße war schon außergewöhnlich: eine Schotterstraße, die  zum Teil sehr schmal und sehr kurvenreich (Haarnadelkurven) im Canyon des Stikine River verläuft und mitunter beträgt die Steigung 20 Prozent.

An der Meziadin Junction bogen wir ab auf den Highway 37A in Richtung Stewart. Auf dem Weg dorthin hielten wir am Bärengletscher. Übernachtet haben wir in Stewart auf dem Bear River RV Camp Ground. Die Nähe zum Pazifik machte sich schnell bemerkbar – Nebel zog in den Fjord, aus diesem fiel später leichter Nieselregen. Am nächsten Morgen fuhren wir nach Hyder und waren somit in Alaska. Hier in der Geisterstadt war nicht mehr viel los, „Saisonende“ im Ort und auch am Bear Viewing. Wir fuhren noch die 35 km bis zum SummitViewpoint am gewaltigen Salmon Glacier. Unterwegs beobachteten wir Weißkopfseeadler und einen Schwarzbären.

Wieder zurück in Stewart gab es Abendessen im King Edward Hotel. Übernachten wollten wir am Meziadin Lake Provincial Park, aber dieser Campground war bereits geschlossen, so fuhren wir weiter in Richtung Süden. In der Nähe eines Fischcamps übernachteten wir. Am nächsten Morgen besuchten wir dieses. Am Nass River springen die letzten Lachse den Wasserfall hinauf. Nicht jeder von ihnen erkennt die Fischtreppe am Rande der Kaskaden. Wir trafen auch einige Angler, die sich über die Lachse freuten.

Dann fuhren wir weiter zum Nisga’a Lavafield Provincial Park. An der Cranberry Junction bogen wir ab in Richtung New Aiyansch. Hier besichtigten wir die ausgedehnten Lavafelder. In Laxgalts’ap (Greenville) besuchten wir ein Nisga’a Indianer Museum.

Über Terrace fuhren wir weiter in Richtung Kitwanga. Unterwegs besichtigten wir historische Orte und Totempfähle. Das Ksan Village ist ein Museumsdorf mit mehreren traditionellen Langhäusern und Totems der Ksan First Nation. Gleich neben dem Ksan Village liegt ein Campground der Ksan. Bis Hazelton ist es nur ein kurzer Fußmarsch. Dort gab es einen sehr schönen historischen Ortskern. Über Smithers fahren wir weiter und übernachten am einsamen Oona Lake. Ab Prince George fahren wir auf dem Caribou Highway weiter. In Quesnel bogen wir ab nach Barkerville auf den Caribou Goldrausch Trail. Leider hatte das Museumsdorf bereits geschlossen. Aber wir durften durch die historische Ansammlung von Gebäuden aus der Goldgräberzeit gehen und uns die Häuser von draußen anschauen. In den Sommermonaten ist hier richtiger Betrieb – Leben wie vor 150 Jahren zum Mitmachen. Man kann in die Häuser gehen, essen, einkaufen und trinken, ja sogar eine Unterrichtsstunde besuchen oder im Hotel übernachten. Nach einer kalten Nacht von -11 Grad ging es zurück nach Quesnel. Schließlich ging es in den Wells Gray Provincial Park.

Der Wells-Gray-Park ist ein außergewöhnlicher Provinzpark. Mit seiner Größe kommt er an so manchen Nationalpark heran und was die spektakulären Naturwunder (z.B.  Helmcken Wasserfall) anbelangt, ebenfalls.

Zunächst befuhren wir eine weniger bekannte Ecke des Parks, die Straße zum Mahood Lake, wo wir auch übernachteten. Auf diesem Abstecher besuchten wir die Canim Falls und die Deception Falls. Erst am nächsten Tag ging es über Clearwater zur Hauptzufahrt in den Park.

Dieser Teil war uns aus einer früheren Reise bekannt und wir versuchten Ziele anzusteuern, die wir noch nicht kannten. Dazu gehörten die Moul Falls und der Clearwater Lake. Die Wanderung zu den Moul-Falls war sehr lohnend, da man nicht nur aus der Entfernung auf die Kaskade blickt, sondern auch bis zum Fuß des Wasserfalls herabsteigen kann.

Doch auch den Helmcken-Fall besichtigten wir nochmal. Dann fuhren wir bis zum südlichen Ende des Clearwater Lakes. Hier lief uns eine Elchkuh auf dem Hin- und dem Rückweg vor dem Wohnmobil über die Straße. Ein Weißkopfseeadler hielt am Clearwater River Ausschau nach Beute.

Am nächsten Morgen fuhren wir wieder in Richtung Norden – Mount Robson und Jasper. Eine Nacht verbrachten wir am Nordende des Kinbasket Lake, bevor wir zum Mount Robson Provincial Park kamen.

In Jasper lassen sich immer Wapitis am Straßenrand sehen. Auf dem Weg zu den Miette Hotsprings überquerte ein Schwarzbär ebenfalls auf dem Hin- und dem Rückweg die Straße. Er scheint zu wissen, dass er hier im Nationalpark der Shooting Star ist und lässt sich durch herannahende Autos in keiner Weise beeindrucken.

Langsam schließt sich die Runde und wir fahren über Hinton und Edson nach Edmonton. Unsere letzte Nacht außerhalb der Stadt verbrachten wir im Carson-Pegasus Provincial Park.

In Edmonton checkten wir im Rainbow Vallev Campground ein. Hier entdeckten wir gleich an unserem Stellplatz einen Virginia Uhu, d.h. zwei davon, die witziger weise von zwei Eichhörnchen geärgert wurden. Nachdem sie ein paar Bäume weitergeflogen waren, ging das gleiche Spiel mit zwei Elstern weiter.

Den letzten Tag vor der Rückgabe des Campers haben wir uns für den Besuch der West-Edmonton-Mall freigehalten. Diese überdachte Einkaufmeile war der Hammer: Achterbahnfahren, Kettenkarussells, Spaßbad, Eisbahn, Minigolf, Spielhallen, Wasserwelt mit Piratenschiff, Kino, eine Tier-Show mit Robben im künstlichen Hafenbecken, Chinatown, ein angrenzendes Hotel. Essen und Trinken sowie shoppen konnte man natürlich auch. Als wir den Kindern Fotos schickten, schrieben sie zurück: „diese Überdachung wünschen wir uns für den Bremer Freimarkt“ (wegen des Schmuddelwetters hier).

Am letzten Abend wurde klar Schiff gemacht. Unseren Camper gaben wir am 10. Oktober problemlos bei Fraserway ab. Es wurde aber schon gefragt, ob wir off Road gefahren sind, da man hier die Fahrzeuge vor Abgabe nicht waschen muss.

In den 30 Tagen sind wir 7000 Kilometer gefahren. Hatten am Tage meist sehr schönes sonniges Wetter, einsame Straßen, sahen viele unterschiedliche und beeindruckende Landschaften und begegneten sehr vielen Tieren. Abends saßen wir immer am Lagerfeuer und sehr oft haben wir dabei Nordlichter bestaunen dürfen, die den Nachhimmel verzauberten. Was will man mehr. Wir haben uns super erholt und den stressigen Alltag hier schnell vergessen.

Liebes SK Touristik Team vielen Dank für das tolle Angebot.