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3 Wochen Westkanada – ein Traum!!!
Text zum Textwettbewerb 2017
Autor: Julia Schwieger

Am 30.6.2017 war es endlich so weit: Mit je einem Koffer sowie Handgepäck hatten wir uns zu viert in den BMW Kombi gequetscht um in Frankfurt in den Flieger Richtung Calgary zu steigen. Wir – das sind meine beste Freundin Linda, ihre Eltern Sylvia und Karsten und ich (Julia). Linda und ich waren bereits nach dem Studium längere Zeit in Vancouver gewesen und ich hatte schon nach dem Abitur durch die Zeit bei meiner Gastfamilie enge Kontakte mit Land und Leuten geknüpft. Karsten und Sylvia aber waren Kanada-Neulinge. Die beiden wollten auf dem zehnstündigen Flug etwas komfortabler sitzen und hatten daher die Plätze mit „extra-legroom“ gegen Aufpreis gebucht. Sehr zu Lindas und meiner Freude wurden wir ganz kostenlos „upgegraded“ und konnten ebenfalls ein Mehr an Beinfreiheit genießen. Die Reise fing also schonmal gut an. Die Einreise nach Ankunft in Calgary verlief probemlos und sobald wir nach einiger Wartezeit einen Mietwagen ausgewählt hatten, fuhren wir los in Richtung Banff - Calgary hatte es nicht auf unsere Reisezielliste geschafft. Schon am Rande des Highways nahe der Rocky Mountains sahen zumindest diejenigen von uns, die schnell genug guckten, den ersten Bären – obwohl dieser zunächst für eine Kuh gehalten wurde... So ein Bär passt eben noch nicht in das Tier-Konzept unseres deutschen Gehirns. In Banff angekommen fielen wir in die Betten unserer Ferienhütte des Tunnel Mountain Resorts in einen erholsamen Schlaf. Naja, leider nicht ganz, denn kleine, nachtaktive Nagetiere (vermutlich), knabberten und huschten und knispelten in oder an den Wänden unseres Heimes herum. Nun ja, wir waren eben mitten in der Natur!

Nach ausgiebigem und sehr leckerem kanadischem Frühstück im Pacini – das beste unserer gesamten Reise – mischten wir uns möglichst unauffällig unter die Besucher und Einheimischen, die sich die Canada Day Parade ansehen wollten und dafür schon ab 9 Uhr Plätze am Straßenrand reservierten. Kanadas 150. Geburtstag wurde mit einer tollen Parade mit vielen Kulturen, historischen Themen, sportlichen Darbietungen, Musikzügen, Pferden und Kutschen gebührend gefeiert. Am Abend, nachdem wir das beschauliche Örtchen Banff mit ausgiebigen Spaziergängen erkundet hatten, wurde der Feiertag mit einem Feuerwerk über dem Bow River abgerundet.

Von Banff aus steuerten wir Lake Minnewanka, Two Jack Lake und Moraine Lake an, der uns wirklich sehr beeindruckte: Malerisch zwischen zehn Gipfeln gelegen schimmert und leuchtet er türkisblau! Lake Louise war zwar auch schön, doch dort war es unglaublich voll. Erst als wir den Weg um den See gingen und die großen Massen so hinter uns ließen, konnte Lake Louises Schönheit auf uns wirken. Am Abend wollten wir noch bei den Vermillion Lakes halten, doch kaum hatten wir die Autotür geöffnet, fiel eine Horde Mücken über uns her! Nach diesem Erlebnis kauften wir erstmal starkes Anti-Mückenspray.

Nach drei Tagen hieß es dann: Aufbruch zum Emerald Lake. Hier bewohnten wir eine Hütte der Emerald Lake Lodge und es fühlte sich einfach wundervoll an, mit nur wenigen Menschen an diesem türkisblauen See zu sein. Ich nutzte die Gelegenheit um abends und morgens die Spiegelungen im ruhigen Wasser zu fotografieren und nachts musste man nicht weit gehen um ein Sternenbild zu machen. Leider hatten wir hier nur eine Nacht eingeplant. Am nächsten Tag lag mit der Fahrt nach Jasper mit knapp 200 km eigentlich keine weite Strecke vor uns, doch an jeder Ecke konnte man die spektakuläre Landschaft bestaunen, sodass sich die Fahrt über den ganzen Tag zog. Die Takkakaw Falls waren als vierthöchster Wasserfall sehr imposant und ihr Spray erfrischte uns. Bow Lake mit den Gletschern im Hintergrund war definitiv einen längeren Stopp wert. Die Columbia Icefields bestaunten wir vom Parkplatz aus und hielten stattdessen beim Mistaya Canyon, bei dem sich der Fluss tief ins Gestein gefressen hatte.

Auf der Weiterfahrt plötzlich ein kleiner Stau, wieso nur? Aha! – Bär Nummer zwei fraß gemütlich Beeren am Straßenrand und ließ sich von den haltenden Autos nicht stören. Wieso allerdings einige Touristen deshalb übermütig werden und zum Fotografieren das Auto verlassen und den empfohlenen Abstand nicht mal annäherungsweise einhalten, war ein Rätsel für uns! Kurze Zeit später kam der nächste Stau – diesmal konnten wir eine Herde Schneeziegen mit Jungtieren bewundern. In Jasper angekommen stärkten wir uns mit leckerer Pizza und beobachteten die Ankunft des edel aussehenden Reisezuges „Rocky Mountaineer“. Unser Hotel in Jasper lag etwas außerhalb in Richtung Hinton, da hatten wir noch gut 50km vor uns und fuhren gegen 21 Uhr los. Wir mussten erstmal realisieren, dass wir uns ja doch ein gutes Stück nördlicher befanden als üblich und es deshalb auch länger hell blieb. Ganz langsam setzte die Abenddämmerung ein und schon konnten wir Wapitis am Straßenrand beobachten. Der Weg zum Hotel war lang, aber führte an Wiesen, Flüssen und Seen entlang, an denen wir in den Abendstunden immer Tiere beobachten konnten, sodass sich die Fahrtstrecke definitiv auszahlte. Am nächsten Tag stand der berühmte Maligne Lake auf dem Programm. Leider hatten wir nicht vorab Tickets für eine Bootstour gebucht, sodass wir nicht die berühmte Spirit Island vom Boot aus ansehen konnten. Letztendlich war dies aber sogar besser so, denn wir spazierten einfach von der Bootsstation aus in beiden Richtungen am See entlang und konnten ganz in Ruhe die Natur und tolle Ausblicke genießen. Auf dem Rückweg hielten wir kurz an, um einen Adler auf seinem Horst zu beobachten und danach kraxelten wir über die verschiedenen Brücken im Maligne Canyon. Nach einem Abendessen in Jasper machten wir uns auf den Weg zum Hotel, doch kaum hatten wir den Ort verlassen, da verschlug es mir als Beifahrer die Sprache: „ Da ist was... ein Tier...oderso...“ Vorsichtig an den Rand gefahren, sahen wir es genauer. Ein Kojote wollte hinter uns die Straße überqueren, entschied sich zum Glück aber anders und lief zurück auf die Wiese nahe des Athabasca Rivers. Was für ein wunderschönes Tier! Er schien uns ebenso zu beobachten wie wir ihn. Schließlich verschwand er zwischen den Bäumen und auf unserem weiteren Weg trafen wir erneut auf die Wapitit-Herde, diesmal mit Hirsch.

Der nächste Tag stand ganz im Zeichen der Wasserfälle: Sunwapta Falls und Athabasca Falls beeindruckten uns sehr. Nach dem erneuten Abendessen in Jasper war uns das Glück ein weiteres Mal hold und kurz hinter dem Ortseingang spielten zwei Schwarzbären auf der Wiese miteinander. Es ist einfach unbeschreiblich so etwas in freier Natur und eben nicht im Fernsehen zu beobachten. Die Natur ist wunderbar und einfach großartig!

Mit jedem Tag in Jasper wurde es übrigens trotz der nördlichen Lage heißer! Nachdem wir noch kurz im Vorbeifahren zum Abschied einen Grizzly bei Jasper gesehen hatten, stieg das Autothermometer auf dem Weg durch den Mount Robson National Park auf 39 (!!!) Grad Celsius an. Dies hätte uns vielleicht eine Warnung sein sollen, doch so richtig realisierten wir das erst später. In Clearwater war für uns eine Blockhütte am See im Alpine Meadows Resort gebucht. Dazu musste man auf einer recht einsamen Straße einen Hügel hinauf fahren. Die Straße war voller Zweige und ein Strommast war umgeknickt. Bei der Rezeption angekommen, stürmten Gäste hinein und meldeten ein Feuer auf der anderen Seite des Sees, dass durch einen Blitz ausgelöst worden war. Kurz vor unserer Ankunft hatte es einen starken Windsturm mit sehr vielen Blitzen gegeben. Wie sich später herausstellte waren sogar drei Feuer in der Nähe ausgelöst worden, in ganz BC sogar ca. 180 Feuer. Durch den umgeknickten Mast funktionierte die Telefonleitung aber nicht, sodass die Feuerwehr per Handy (schlechter Empfang!) alarmiert werden musste. Auf unsere besorgte Frage, ob wir denn überhaupt einchecken sollten, antworteten sie erstmal mit ja. Wir trauten der Sache jedoch nicht ganz und ließen unser Gepäck im Auto, um im Notfall schnell losfahren zu können. Die Blockhütte wirkte nagelneu und war eindeutig unsere schönste Bleibe bis jetzt. Vom Balkon aus konnten wir den See und die umliegenden bewaldeten Hügel sehen – aber leider auch die Rauchsäule, die hinter dem Hügel aufstieg. Sofort konnte man den Rauch auch riechen. Unruhig warteten wir ab, wie es weitergehen würde. Das Abendessen nahmen wir im Restaurant am See ein, wo hin und wieder der Manager in zügigen Schritten ein und aus ging. Auch die Polizei war inzwischen vor Ort und ein Feuerwehrauto füllte seinen Wassertank am See auf. Zurück in der Hütte bangten wir weiter, schließlich lief der Manager Wolfgang von Hütte zu Hütte und bat uns das Resort zu verlassen, da es sicherheitshalber evakuiert werden musste. Die Rauchsäulen waren immer höher gestiegen und scheinbar näher gekommen, denn Asche fiel teilweise nieder. Leider konnte er uns nicht sagen, wo wir hinfahren sollten, um weitere Informationen zu bekommen. Also stiegen wir ins Auto, traurig, aber auch irgendwie erleichtert, denn ruhig geschlafen hätte wohl keiner von uns, und fuhren zurück in die Stadt Clearwater. Auf dem Supermarktparkplatz trafen wir Gleichgesinnte, die aber leider auch keine Informationen hatten. Nach langem Suchen und Fragen fanden wir die Canadian Legion, die sich auf den Empfang vieler hundert Evakuierte einstellte. Wir machten uns gleich nützlich und stellten Tische und Stühle mit auf. Schließlich die Nachricht – der Highway 5 Richtung Süden ist noch frei und wir könnten versuchen in einer der Städte dort ein Hotel zu finden. Prompt machten wir uns auf den Weg. Vom Highway aus konnte man die brennenden Berghänge sehen. Whistler wäre unsere nächste Station gewesen, doch die eigentliche Route war wegen der Feuer gesperrt. Also fuhren wir Richtung Kamloops, fanden aber kein freies Zimmer, weiter ging es nach Merrit, doch auch da hatten wir kein Glück, selbst in Hope wurden unsere Hoffnungen enttäuscht, ebenso in Chilliwack – erst um halb 4 Uhr morgens fanden wir eine Bleibe in einem Hotel in Abbotsford, der Rezeptionist fand unseren erleichterten Seufzer sehr amüsant...

Nachdem wir erstmal Schlaf nachgeholt hatten und alles mit SK Touristik abgeklärt hatten, riefen wir im planmäßig nächsten Hotel in Whistler an und glücklicherweise waren unsere Zimmer auch schon eine Nacht eher bezugsfertig für uns. In Whistler flanierten wir durch den Ort, um uns zu entspannen, verfolgten aber täglich die Nachrichten zu den Waldbränden im TV oder über das Internet. Wie geplant fuhren wir mit der Gondel und Sessellift auf den Mount Whistler - sahen von der Gondel aus Bär Nr. 6 - und stiegen wagemutig in die Peak-to-Peak-Gondel. Sylvias und meine Ängste waren unbegründet, es ist wie eine normale Seilbahnfahrt, nur dass sie eben von Gipfel zu Gipfel führt. Auf dem Gipfel des Blackcomb Mountain herrschten eisige Temperaturen von 0 Grad und nachdem wir einem Murmeltier guten Tag gesagt und die Snowboarder, die in den Wolkennebel fuhren, bestaunt hatten, fuhren wir schnell wieder ins Tal. Spaziergänge und ein Besuch mit interessanter Führung im First-Nations-Museum rundeten unseren Aufenthalt dort ab.

Als eingefleischter Olympiafan ließ ich es mir natürlich nicht nehmen, die alten Wettkampfstätten von 2010 im Callaghan Valley zu besuchen. Die Sprungschanzen bewunderten wir vom Auto aus, aber beim Biathlon gab es für mich als Sportschützin kein Halten mehr! Die Sportler dort boten den Sommer über an, dass Jedermann das Biathlonschießen ausprobieren konnte. Die „Trainer“ begannen mit der Erklärung des Schießens am Schießstand, doch plötzlich rief Sylvia: „Da ist ein Bär!“ Und tatsächlich: Etwa 50m entfernt von uns trottete ein Schwarzbär über die Rollerskibahn, verschwand aber aus unserem Sichtfeld hinter einem Holzverschlag. Da sah ich etwas Merkwürdiges im Baum und konnte mein Glück kaum fassen! Ein Bärenjunges hockte in der Tanne und beobachtete ganz genau, was seine Mutter machte. Wieder erfüllte einen dieses Gefühl der Größe der Natur! Unbeschreiblich. Schließlich kletterte das Junge hinunter und beide verschwanden (unter Hupen des zur Sicherheit hingefahrenen Trucks) im Wald. Das Schießen hätte die Bärin übrigens nicht gestört oder gar aggressiv gemacht, erklärte unser junger Trainer. Sie läuft wohl auch schonmal während des Trainings oberhalb der Biathlonscheiben seelenruhig entlang. Nun wurde es ernst und Karsten und ich schossen je 5 Schuss liegend im Wechsel. Am Ende gewann Karsten unser kleines Duell.

Unser Navi navigierte uns danach zurück auf den „H. W. Y. 99“ zur Fähre, die uns nach einiger Wartezeit nach Nanaimo auf Vancouver Island brachte. In Parksville konnten wir ein bisschen Zeit am Strand genießen, bevor wir am nächsten Tag in den urigen Regenwald von Cathedral Grove eintauchten und bei den Qualicum Falls wanderten. Neben diesen Baumriesen (ca.80m!!!) kommt man sich sehr klein vor und sie auf ein Foto zu bekommen, gestaltete sich ohne Weitwinkelobjektiv unmöglich.

Der westlichste Punkt unserer Reise war Ucluelet mit dem Pacific Rim National Park und nach den ganzen Bergen und Seen, war es wirklich ein Kontrastprogramm auf der riesigen Insel, am Meer, zwischen mystischen Wäldern zu sein. Leider hatten wir das erste Mal auf unserer Reise hier an der Westküste kühlere Temperaturen und wenig Sonne, dafür aber auch keinen Regen. Direkt neben dem Hotel konnte man auf den Wanderweg „Wild Pacific Trail“ einbiegen und sich sogar Wanderstöcke dafür leihen. Die Warnschilder, dass Wölfe in der Gegend aktiv sind, machten uns jedoch etwas unruhig. Zum Glück (?) begegneten uns aber keine. Im Beach-hopping-Stil besuchten wir einen Strand des Pacific Rim nach dem nächsten, spazierten dort entlang und beobachteten die wagemutigen Surfer. Am Combers Beach hatte sogar jemand ein großes Stück Treibholz aufgehängt, sodass man dort Schaukeln und die Aussicht genießen konnte. Das Highlight war aber definitiv der Schooner Trail, der uns über unzählige Treppen und Stege durch den Regenwald zum ruhigen und kaum besuchten Schooner Beach führte.

Weiter ging es bald Richtung Victoria mit einem Zwischenstopp in Parksville: Dort fand der alljährliche Sandburgenwettbewerb statt, der dieses Jahr natürlich ganz im Zeichen des kanadischen Jubiläums stand. Grandiose Skulpturen waren im Entstehen, oft mit historischem Hintergrund, wie etwa die Eisenbahngeschichte. Es war sehr beeindruckend wie filigran gearbeitet wurde, kleinste Details wie Indianerhäuptlingsfedern und ein noch weit entferntes Segelschiff wurden aus dem Sandgemisch geschnitzt. In Victoria schließlich genossen wir den Flair dieser Hauptstadt British Columbias und drei von uns wagten uns hinaus zum Whale Watching. Der Wellengang war, kaum hatte man den Hafen verlassen, ziemlich hoch – das Boot hüpfte über die Wellen und wir krallten uns an der Reling fest, dick eingemummelt in winddichte Jacken. Schließlich entdeckten wir den Blas eines Wals und wie sich herausstellte waren es sogar zwei Buckelwale, die immer wieder auftauchten und bliesen, um dann wieder auf Futtersuche hinab zu tauchen. Das Schiff schaukelte doch beträchtlich, sodass das Beobachten oder gar Fotografieren sehr erschwert wurde, doch auf dem Rückweg wurde es etwas besser und wir konnten noch Seelöwen und Ollie, den Seeotter, beobachten.

Schon hieß es wieder Abschied nehmen von der Insel, doch bevor wir auf die Fähre nach Vancouver fuhren, spazierten wir gemütlich durch das farbenfrohe Blütenmeer der Butchard Gardens und Linda und ich versuchten ein zweites Mal unser Glück beim Whale Watching, diesmal in Sidney, da ich unbedingt Orcas sehen wollte. Traurig zu hören war, dass die „Resident Orcas“ sich immer seltener sehen lassen, da sie einfach nichts zu fressen finden, weil der Mensch ihnen den Lachs wegfischt. Letztendlich hatten wir Glück eine Gruppe „Transcient Orcas“ zu finden. Es ist unglaublich wie majestätisch diese Tiere durch das Wasser gleiten, teilweise gar synchron. Der Wellengang war auch viel besser an diesem Tag, sodass man die Tiere ausgiebig beobachten und gut fotografieren konnte.

Auf der Fährfahrt durch die Gulf Islands wurde das Meer von der untergehenden Sonne orange gefärbt. In Vancouver befanden wir uns sozusagen in unserer zweiten Heimat. Wir spazierten und fuhren mit dem Hop-on-Hop-off-Bus durch Downtown, verbrachten einen Vormittag auf Granville Island, wo wir endlich mal wieder deutsche Backwaren essen konnten, radelten die 10 Kilometer um den schönen Stanley Park, erkundeten den Grouse Mountain und fuhren dort im Fahrstuhl auf das Windrad hinauf. Die lange Capilano Suspension Bridge stand ebenfalls auf unserer Liste, kostete Sylvia aber einiges an Überwindung, um dort hinüber zu gehen. Ein Besuch bei meiner Gastfamilie im schönen Örtchen White Rock lud zum Schwelgen in Erinnerungen ein. An unserem letzten Tag hatten wir eigentlich schon wieder genug von der Stadt – nicht dass Vancouver nicht schön ist, nein! Nach wie vor halte ich Vancouver für die schönste Stadt der Welt, da sie alles beinhaltet: Großstadt, Berge, Wälder, Strände und das Meer – also sehr naturnah ist. Nach der Ruhe in der Natur über weite Strecken der Reise überforderte uns einfach das Großstadtleben mit den vielen Menschen und dem Verkehr. Daher entschlossen wir uns, den letzten Tag im Lynn Canyon in North Vancouver zu verbringen. Hier konnten wir noch einmal weitab vom Großstadttrubel den Wald und den Fluss genießen und nebenbei ganz kostenfrei eine nicht weniger spektakuläre Hängebrücke überqueren.

Wie schnell doch drei Wochen um sind! Die Koffer waren gepackt, der Mietwagen abgegeben und das Flugzeug stand bereit. Erst an diesem Tag regnete es länger -perfektes Timing also. Wehmütig stiegen wir ins Flugzeug und kamen gut in Deutschland an, das Gepäck war etwas schwerer geworden, die Erinnerungen an diese Reise trugen wir in den Köpfen und die Speicherkarten meiner Fotokamera war um ca 5.000 Fotos voller.

Wir können kaum das nächste Mal erwarten!

Julia Schwieger